272 Annalen’ der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1906.
mehr oder weniger aufgehoben, immerhin muß man jedoch auch hier die Mög-
lichkeit, bei westlichen Winden luvwärts, in der Richtung nach dem Kobber-
Grund zu versetzt zu werden, im Auge behalten. Ein Blick auf die Karte zeigt
aber, daß man bei ordentlicher Aufmerksamkeit auf das Lot nichts zu fürchten
braucht.
4. Bei den 49 Beobachtungen mit nordwestlichen Winden bei Kobber-
Grund waren 3 oder 6°, mit nordöstlichem, 15 oder 31°, mit südöstlichem, 6
oder 12°, mit südwestlichem, 20 oder 41°, mit nordwestlichem und 5 oder 10%,
mit gar keinem Strom. Die Stärke der Strömung erreichte nur wenn sie nach
Südosten, also mit dem Winde lief, 1 Kn,, bei allen übrigen Stromrichtungen war
die Stromstärke nur selten ein wenig über */, Kn., meistens darunter.
Der Strom setzte mit nordwestlichen Winden somit nur bei 31°/,, abgerundet
bei einem Drittel der Beobachtungen nach Lee, dagegen bei 41°, recht in den
Wind auf. Allerdings erreichte die Stärke des Stromes, nur wenn er nach Lee
setzte, die Geschwindigkeit von 1.0 Kn., während die häufigeren in den Wind auf-
setzenden Strömungen selten !/„ Knoten und dann nur um ein Geringes über-
schritten,
Beachtenswert ist, daß Stromstillen bei Kobber-Grund am wenigsten mit
südöstlichen Winden vorgekommen sind.
E. Anholt Knob.
Von den 200 Beobachtungen dieses Feuerschiffes wurden 18 oder 9%, bei
nordöstlichen, 59 oder 30°, bei südöstlichen, 79 oder 40°, bei südwestlichen und
43 oder 21 °% , bei nordwestlichen Winden angestellt. Es fand also auch hier eine
der bei Skagen ähnliche Verteilung der Windrichtungen statt,
1. Unter den 18 Beobachtungen mit nordöstlichem Winde bei Anholt
Knob waren 13 oder 72%, mit nordöstlichem und 5 oder 28%, mit nordwest-
lichem Strome, Also auch hier finden wir bei nordöstlichen Winden eine vor-
wiegend nach Norden und gegen den Wind gerichtete Bewegung der Wasser-
massen, eine Bewegung, die sich hier mit beträchtlich größerer Geschwindigkeit
vollzieht als bei den nördlichen Feuerschiffen des Kattegats und die bis zu 2.2 Kn.
Geschwindigkeit erreicht.
2. Unter den 59 Beobachtungen mit südöstlichen Winden bei Anholt
Knob waren 49 oder 83°, mit nordöstlichem, 9 oder 15°, mit südöstlichem und
1 oder 2%, mit gar keinem Strome. Der nordöstliche Strom erreichte 2.5 Kn,,
also eine noch etwas höhere Geschwindigkeit als bei nordöstlichen Winden, Auch
der südöstliche, der, wenn nicht gerade so doch schräg, in den Wind aufsetzende
Strom, dessen Vorkommen nicht übersehen werden darf, weil er nach dem Riff
hin setzt, erreicht 1.2 Kn. Geschwindigkeit,
3. Unter den 79 Beobachtungen mit südwestlichen Winden bei Anholt
Knob waren 15 oder 19°, nordöstliche und 64 oder 81° südöstliche Strömungen.
Die Stärke der nordöstlichen Strömungen erreichte 1.2, die der südöstlichen
2.7 Kn. Hier sehen wir seit Skagen zum ersten Male wieder ein entschiedenes
Herrschen der östlichen Strömungen bei südwestlichen Winden, und wir werden
später bei der Betrachtung der Strömung im Sunde und bei Schultz’s-Grund sehen,
warum mit südwestlichen Winden bei Anholt Knob südöstliche Strömungen so
entschieden vorherrschen.
4. Unter den 43 Beobachtungen mit nordwestlichen Winden‘ bei
Anholt Knob waren 5 oder 12°, nordöstliche, 29 oder 67° südöstliche und
9 oder 21°, nordwestliche Strömungen, von denen sich die südöstlichen, d.h. die
mit dem Winde setzenden Strömungen, durch ihre bis zu 3 Kn. ansteigende Ge-
schwindigkeit hervorheben. Die gerade oder schräg in den Wind aufsetzenden
Strömungen erreichten nur 1 Kn. und die nordöstlichen sogar nur 0.7 Kn. Ge-
schwindigkeit,
Bei der Betrachtung der Strömungen beim Feuerschiffe Anholt Knob
fällt das Fehlen südwestlicher, d, h. nach dem Ostriff von Anholt setzender
Strömungen, auf, weil es scheinbar der Tatsache, daß schon manches Schiff zu
nahe an das Riff geraten ist, widerspricht. Man muß sich darum Klarmachen.