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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Öberflächenströmungen im Kattegat, Sund und in der westlichen Ostsee, 971 
Von 200 Beobachtungen mit stürmischen Winden bei Skagen. entfielen 
auf den 
Winter 
Frühling 
Sommer 
Herbst 
Dezember 27 März 14 Juni 1 September 11 
Januar 16 April 12 Juli 5 Oktober 25 
Februar 43 Mai © August 18 November 28 
% | 26 | 
Diese Zahlen geben ein für die Praxis genügend richtiges Bild der Verteilung 
stürmischer Winde auf die Jahreszeiten, und werfen wir noch einen Blick auf 
die Windrichtungen dabei, so läßt sich feststellen, daß im März und April die 
östlichen, im Herbst die westlichen Winde die Maximalwerte ihres Vorkommens 
erreichen. Hiernach wird sich, wenn wir die Abhängigkeit der Strömungen vom 
Winde erkannt haben, auch die jahreszeitliche Verteilung der Strömungen dem 
Gedächtnis einprägen, ; 
D. Kobber-Grund. 
. Auf dem Kobber-Grund-Feuerschiffe wurden von den 200 Beobachtungen 
21 oder 10 % bei nordöstlichen, 57 oder 29 %, bei südöstlichen, 73 oder 37 %, 
bei südwestlichen und 49 oder 24 %, bei nordwestlichen Winden angestellt. Die 
Verteilung der Windrichtungen wich also nicht wesentlich von der bei Skagen, 
wo die betreffenden Werte 14 %,, 25 °%/, 35 °% und 26 °%, waren, ab. 
1. Bei den 21 Beobachtungen mit nordöstlichen Winden bei Kobber- 
Grund setzte der Strom 15 mal nach Nordosten, 4 mal nach Nordwesten und 
2 mal war gar kein Strom, d.h. in Prozenten ausgedrückt hatte man 71 °% nord- 
östlichen, 19 %, nordwestlichen und 10 °% mit gar keinem Strom. Die Stärke 
der nordöstlichen und nordwestlichen Strömungen betrug bis zu 1.2 Kn. 
. 2, Bei den 57 Beobachtungen mit südöstlichen Winden bei Kobber- 
Grund setzte der Strom 53 mal nach Nordosten, 3 mal nach Nordwesten und 
einmal war gar kein Strom, d. h. in Prozenten hatte man 93 %, nordöstlichen, 
5 9% nordwestlichen und 2 °%, mit gar keinem Strom. Die Stärke des nordöst- 
lichen Stromes erreichte 1.8, die des nordwestlichen 1.5 Kn. ' . 
Vergleicht man diese Werte mit den beim nächsten Feuerschiffe, bei Läsö 
Trindel gefundenen, so ergibt sich die auffallende Übereinstimmung, daß auch 
hier bei Kobber-Grund mit östlichen Winden, gleichviel ob mit nordöstlichen oder 
südöstlichen, der Strom vorwiegend nordöstlich setzt, und daß er in seltneren 
Fällen, besonders bei nordöstlichen Winden über Nord hinaus nach Nordwesten 
abgebogen wird, wie es in der Tat auch bei Läsö Trindel und in seltneren Fällen 
auch bei Skagens-Riff der Fall ist. Die Stromstärken sind bei Kobber-Grund 
geringer als bei den nördlicheren Feuerschiffen, wo zu den gleichen Zeiten Strom- 
stillen gar nicht, dagegen Geschwindigkeiten bis zu: 2'/„ Kn. verzeichnet worden 
sind (vgl. auch Maximalgeschwindigkeiten). Auch scheinen südöstliche Strömungen 
bei östlichen Winden, die bei Läsö Trindel vorkommen, bei Kobber-Grund ganz 
zu fehlen. 
Ergibt sich nach dem eben Gesagten bei östlichen Winden eine ziemlich 
weitgehende Übereinstimmung der Strömungen bei Läsö Trindel und Kobber- 
Grund, so ist das auch bei Westwinden insofern der Fall, als die Strömungen 
bei beiden Feuerschiffen dann unsicher sind, 
3. Bei den 73 Beobachtungen mit südwestlichen Winden bei Kobber- 
Grund setzte der Strom 22 mal nach Nordosten, 15 mal nach Südost, 13 mal 
nach Südwest, 14 mal nach Nordwesten und 9 mal war gar kein Strom, d. h. in 
Prozenten hatte man 30°, nordöstlichen, 21 °/, südöstlichen, 18 °/, südwestlichen, 
19 °% nordwestlichen und 12 °% mit gar keinem Strom. Die Stärke des nordwest- 
lichen Stromes erreichte nur 0.5, die des Stromes nach anderen Richtungen 1,0 Kn. 
Überwiegen mit südlichen Winden bei Kobber-Grund somit auch die östlichen 
Strömungen besonders die geradezu nach Lee setzenden, so sind doch die gerade 
oder schräg in den Wind aufsetzenden mit etwa 37 °/, ziemlich häufig. Ihre 
Wirkung wird allerdings durch die von Wind und Wellen verursachte Abtrift
	        
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