270 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1906,
ziemlich südlichen Richtung wehte und wenn der Wind bei Läsö auch noch
südwestlich ist, daß aber der Strom in der Läsö-Rinne wahrscheinlich südsüd-
westlich sein wird, wenn der Wind bei Skagen schon WSW war und mit der
Annäherung an die Rinne rechts holt.
4. Wenn es bei Skagen aus Nordwesten wehte, waren unter 52 Beob-
achtungen des Feuerschiffes Läsö Rinne 5 mit nordnordöstlichem und 47 mit
südsüdwestlichem Strome, oder in Prozenten waren 9 %, nordnordöstlicher und
91 %, südsüdwestlicher Strom. Der südsüdwestliche Strom ist ohne weiteres
verständlich, Die nordnordöstlichen Strömungen in der Läsö-Rinne mit nord-
westlichen Winden fanden nur statt, wenn der nordwestliche Wind zwar bei
Skagen die Windstärke 7 erreichte, sonst aber in der Nachbarschaft nur schwach
oder gar aus anderen Richtungen wehte,
Tabelle I. Skagens-Riff, Läsö Trindel und Läsö-Rinne.
irm. Wind bei Skagen | NO 29 Beob. — 14%, |} SO 50 Beob. = 250% | SW 69 Beob. = 350% NW 52 Beob. = 260%
Strom nach: x wol N _xo_0 '— N |NO_0O 080
Geschw.i. Kn.:) _1—2 | —|— 2412 1-1] — 1-1 |13—3 14—
Zahl d. Beob.:! 25 == u | s( m Hz 2 a. 7
Häufigk.in9',:4 87 | 13 | — |— 28 16] 56 | — _8 | 6_| &1 | z0
Strom nach: | N | wo | Ss |Nwi xo |so|_s Da NO | so | sw_|xw
Geschw.i Kn.:] 1} 11—2}3 4% |1—2 1—2 4—4 3—4 3—17 '3—1% |4—1
Zahl d. Beob.: HS 1 [121 a0 TE
Häufigk.in%%:] 27 | 85 | 8 |41 52 |361 6) 6 15 | 82 | 41 | ı2
a IX aa | kein ur kein rl aqur! kein | eo aew! kein
Strom nach; |NNO/SSW an SNO 8 Siem) — NNOSSW am — NO SSW an
1 Geschw.i. Kn.:] 1—2 0 |—'!43—3111 0 | — 1—1 = 0 IB 31—2p 0
ı Zahl d. Beob.:j 22 | 5 | 2 —ı 49 _| 1 |_9 zZ 23 | 42 1 4 1 — 1 5 0 471 O0 —
j Häufigk.in9%:| 77 | 17 | 6 172 210 |— [4 |61| 5 zT Ta 0 —
*) Stromstillen sind mit stürmischen Winden bei Skagen nicht vorgekommen,
Skagens
Riff-
F-Sch.
Läsö
Trindel-
7ScCh.
NO |_SO | SW_IxNWI Sein
1
4 | 18 | 16 | 13!
8 | 35 | 30 125
Rinne-
F-Sch.
IX. Strömungen bei den Feuerschiffen Kobber Grund, Anholt Knob und
Schultz’s Grund (D—F).
Die Strömungen bei diesen Feuerschiffen wurden nach je 200 gleichzeitigen
Beobachtungen untersucht. Diese Beobachtungen fallen zeitlich auch mit denen
zusammen, die zur Untersuchung der Strömungen bei den Feuerschiffen Skagens
Riff, Läsö Trindel und Läsö Rinne gedient haben und bei denen auf dem
Feuerschiffe Skagens Riff (im Jahre 1908) Windstärke 7 oder mehr der
Beaufort-Skala aufgezeichnet worden ist. Vergegenwärtig man sich die fast ganz
ungeschützte Lage von Skagens Riff-Feuerschiff und daß dagegen die anderen
Feuerschiffe im Belt bei Winden aus der einen oder der anderen Richtung mehr
oder weniger durch Land geschützt werden, so wird man ohne weiteres erklärlich
finden, warum auf den anderen Feuerschiffen im Kattegat lange nicht so oft
stürmische Winde verzeichnet worden sind als bei Skagens Riff, wobei vielleicht
auch noch der Umstand mitspricht, daß Skagens Riff-Feuerschiff den Zugstraßen
der meisten Depressionen näher liegt als die weiter südlich liegenden Feuer-
schiffe. Der umgekehrte Fall, daß nämlich auf einem oder mehreren VYeuer-
schiffen im Kattegat stärkere Winde verzeichnet worden sind als bei Skagens
Riff, ist zwar vorgekommen, er ist aber viel seltener, und er kommt hier gar
nicht zur Geltung, weil von den Strömungen mit stürmischen Winden bei Skagen
ausgegangen worden ist.