268 _ Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1906,
häufig als Krimper auf starke westliche Winde folgen und daß bei starken westlichen
Winden südöstliche Strömungen häufig sind, so wird man verstehen,
warum mit südöstlichen Winden bei Läsö,Trindel so oft noch südöstlicher
Strom gefunden wird; die Beobachtungen zeigen auch, daß seine Stärke dann
abnimmt. Die Stromstärke wächst erst wieder, wenn der Strom nach links abgebogen
wird und eine nordöstliche, ONO- bis N-Richtung angenommen hat oder
in seltenen Fällen sogar bis NW abgedrängt wird. Man sollte also mit südöstlichen
Winden bei Skagen, um eine wahrscheinlich richtige Strom-Vorhersage
für Läsö Trindel machen zu können, in Betracht ziehen, wie lange der
südöstliche Wind schon weht. Hat er erst kurz vorher angefangen, so wird
man im allgemeinen auf schwache südöstliche Versetzung zu rechnen haben,
weht der südöstliche Wind dagegen schon mehrere Wachen, so wird man nordöstliche
Versetzungen in Betracht ziehen müssen, oder sogar nördliche bis nordwestliche,
wenn der südöstliche Wind schon seit mehreren Tagen weht.
3. Mit starken südwestlichen Winden bei Skagen war unter 69 Beobachtungen
der Strom .bei Läsö Trindel 10 mal nordöstlich, 22 mal südöstlich,
28 mal ‚südwestlich und. 9 mal nordwestlich, oder es waren in Prozenten ausgedrückt
15%, nordöstlicher, 32%, südöstlicher, 41%, südwestlicher und 12%,
nordwestlicher Strom bei Läsö Trindel, wenn es bei Skagen stürmisch aus SW
wehte. Hier fällt vor allem der hohe Prozentsatz der gerade oder schräg in
den Wind aufsetzenden Strömungen auf. Sie sind wohlim allgemeinen schwach, sie
erreichen aber auch 11!/, Sm stündliche Geschwindigkeit. Diese Zahlen ergeben
an sich noch keinerlei Anhalt für eine einigermaßen zuverlässige Stromvorhersage;
betrachten wir daher zunächst die Strömungen bei Winden aus dem nordwestlichen
Kompaßviertel.
4. Mit starken nordwestlichen Winden bei Skagen waren unter
52 Beobachtungen bei Läsö Trindel 4 mit nordöstlichem, 18 mit südöstlichem,
16 mit südwestlichem, 13 mit nordwestlichem Strom und 1 mit Stromstille, oder es
waren in Prozenten ausgedrückt 8%, nordöstlicher, 35%, südöstlicher, 30°/) südwestlicher,
25%, nordwestlicher Strom und 2%, Stromstille, Auch in diesen
Zahlen steckt ein so auffallend hoher Prozentsatz von gerade oder schräg in
den Wind aufsetzenden Strömungen, daß besondere Ursachen dafür vorhanden
sein müssen. Sieht man sich nun die Windrichtungen bei Skagen und bei Läsö
Trindel an, so ergibt sich, daß die Windrichtungen bei Läsö Trindel ziemlich
oft anders sind als bei Skagen.
Teilt man nämlich die stürmischen Winde bei Skagen etwas anders als
in der Tabelle I, wo sie unter Berücksichtigung der gleichzeitig bei Läsö Trindel
und Läsö-Rinne herrschenden Windrichtungen in Quadranten eingeordnet sind,
an allen 3 Punkten gleichmäßig in die vier Kompaßviertel ein, so ergeben sich
die folgenden Reihen:
Windrichtung bei Skayen
NO | SO | SW | NW
(N bis ONO)! (0 bis SSO) I(S bis WSW)(W bis NNW)
Skagen-Riff | 18
| NO=17 | 397 SW=36 | NW =64
Läsö Trindel |! SO= ji INW=1 | SW=10
sn 1 | NO= 4
NO=17 SO SW=20 |NW=%3
Läsö-Rinne S0= 1 | SW= - so =23 | SW = 4
| NO=—= 4 |NW= 8 | NO= 1
Anzahl
dar
Beobachtungen
Aus diesen Reisen geht hervor, daß bei fast einem Drittel der zu Skagen
als stürmische Winde aus dem SW-Kompaßviertel verzeichneten Winde der Wind
bei Läsö Trindel weiter von rechts, aus dem NW-Kompaßviertel, wehte, Nähme
man diese Fälle aber auch aus der Zahl der mit südwestlichen Winden bei
Läsö Trindel gerade oder schräg in den Wind aufsetzenden Strömungen heraus,
so bliebe immer noch eine stattliche Reihe von Beobachtungen, bei denen mit
südwestlichen Winden bei Läsö Trindel der Strom in den Wind aufgesetzt hat,