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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Oberflächenströmungen im. Kattegat, Sund und in der .westlichen Ostsee, 9267 
schwach sein wird, weil schwacher Wind herrscht, er braucht bei Skagen nur 
nicht gerade mit den Höchstgeschwindigkeiten zu rechnen, aber er sollte sich 
immerhin darauf gefaßt machen, daß auch bei ruhigem Wetter bei Skagen der 
Strom, vornehmlich der östliche, mit etwa 2!/, Sm stündlicher Geschwindigkeit 
laufen kann. 
Windstillen sind bei Skagen selten, der Strom hat in ihnen für gewöhnlich 
bei abnehmender Stärke die Richtung die er im Zusammenhange mit der vorher- 
gegangenen Wetterlage gehabt hat. 
Faßt man die Strömungen beim Feuerschiffe Skagens Riff für auf der 
Fahrt befindliche Schiffe kurz zusammen, so ergibt sich: 
1. ‚Bei -westlichem Winde wird wahrscheinlich östlicher Strom 
laufen, ist der Wind stark, so wird der Strom selten weniger als 1 Sm, 
er kann aber bis 4 Sm Geschwindigkeit in der Stunde haben. 
Nördlicher oder nordöstlicher Strom kann bei westlichen Winden vor- 
kommen, er ist aber selten und dann wahrscheinlich schwach. Viel öfter und 
besonders bei nordwestlichen Winden biegt der Östliche Strom nach Südosten, 
2. Bei südöstlichem Winde wird wahrscheinlich östlicher, nord- 
östlicher oder nördlicher Strom laufen, Der nördliche Strom ist bei starkem 
südöstlichem Winde gewöhnlich auch stark, 
3. Bei nordöstlichem Winde wird wahrscheinlich nordöstlicher 
bis nördlicher Strom laufen, der meistens schwach ist, aber doch eine 
Geschwindigkeit von 2 Sm in der Stunde erreichen kann. 
‚Hält der Östliche Wind lange an, so setzt der Strom, wenn auch nur 
schwach, zuweilen sogar nach Nordwesten, 
4. Bei ruhigem Wetter sind die Strömungen wahrscheinlich 
schwach, immerhin können sie aber, besonders der östliche Strom, 
doch aus Ursachen, die für ein auf der Fahrt befindliches Schiff nicht erkennbar 
sind, bis zu etwa 2!/, Sm stündliche Geschwindigkeit haben. 
B. Läsö Trindel. ; 
Viel weniger einfach als bei Skagens-Riff sind die Strömungen beim Feuer- 
schiff Läsö Trindel; immerhin lassen sich doch aber einige Anhaltspunkte für 
ihren Verlauf finden. Geht man von Beobachtungen aus, die gleichzeitig mit 
denen gemacht. worden sind, bei denen die Strömungen bei Skagen untersucht 
wurden, so ergibt sich: 
1. Mit stürmischen und starken Winden bei Skagen aus dem NO- 
Kompaßviertel setzte der Strom bei Läsö Trindel-Feuerschiff 28 mal nach N, 
— NO- und NW-Strom eingeschlossen — und nur 1 mal nach Süden, oder in 
Prozenten, mit stürmischen NO-Winden bei Skagen waren bei Läsö Trindel 
97%, nordöstliche bis nordwestliche und nur 3%, südliche Strömungen. Eine 
Durchsicht der einzelnen Beobachtungen führt dann zu dem Ergebnis, daß der 
Strom zuerst meistens nordöstlich setzt und erst wenn der nordöstliche Wind 
länger anhält nach NW hin umgebogen wird. Mit nordöstlichen Winden besteht 
sonach zwischen den Strömungen bei den Feuerschiffen Skagens Riff und 
Läsö Trindel eine ziemliche Übereinstimung, eine Übereinstimmung, die auch 
für die Stromstärke gilt. 
2. Mit stürmischen und starken Winden bei Skagen aus dem SO- 
Kompaßviertel setzte der Strom unter 50 Beobachtungen bei Läsö Trindel 
26 mal nordöstlich, 18 mäl südöstlich und 3 mal nordwestlich, oder in Prozenten 
hatte man 52%, nordöstlichen, 36%, südöstlichen, 6%, südlichen und 6%, nord- 
westlichen Strom, und wenn man südöstliche und nordöstliche Strömungen zu- 
sammenfaßt, so ergaben sich bei Läsö Trindel mit südöstlichen Winden 88%, 
östliche, vorwiegend nordöstliche Strömungen. Hierbei fällt die hohe Zahl der 
gerade oder schräg in den Wind auf setzenden Strömungen auf; eine Durchsicht 
der einzelnen Beobachtungen ergibt, daß der südöstliche, der gerade oder fast 
gerade in den Wind auf setzende Strom am häufigsten bei Läsö Trindel mit 
südöstlichen Winden _ vorhanden ist, wenn diese erst kurze Zeit wehen, Wenn 
man sich nun vergegenwärtigt, daß starke Winde aus SO meistens oder doch
	        
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