266 * Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1906.
auf stürmische NO-Winde 29, auf stürmische SO-Winde 50, auf stürmische
SW-Winde 69, auf stürmische NW-Winde 52 Beobachtungen.
a) Bei stürmischen NO-Winden (29 Beobachtungen) setzte der Strom
25 mal nach N und 4 mal nach NO mit einer stündlichen Geschwindigkeit von
1 bis 2 Sm.
b) Bei stürmischen SO-Winden (50 Beobachtungen) setzte der Strom
14 mal nach N mit 11/, bis 21/, Sm stündlicher Geschwindigkeit, 8 mal nach NO
mit 1 bis 2 Sm stündlicher Geschwindigkeit und 28 mal nach O mit 1 bis 1!/, Sm
stündlicher Geschwindigkeit.
ce) Bei stürmischen SW-Winden (69 Beobachtungen) setzte der Strom
2 mal nach N mit 1 bis 11/, Sm stündlicher Geschwindigkeit, 4 mal nach NO
mit 1 bis 1!/, Sm stündlicher Geschwindigkeit, 56 mal nach O mit 1’/, bis 3 Sm
stündlicher Geschwindigkeit und 7 mal nach SO mit 1*/, bis 2 Sm stündlicher
Geschwindigkeit.
d) Bei stürmischen NW-Winden (52 Beobachtungen) setzte der Strom
1 mal nach N mit 1!/, Sm stündlicher Geschwindigkeit, 40 mal O mit 2 bis 3 Sm
stündlicher Geschwindigkeit und 11 mal nach SO mit 11/, bis 21/„, Sm stündlicher
Geschwindigkeit, N
In diesen Zahlen tritt das Überwiegen der östlichen Strömung stark hervor.
Man sieht sofort, daß man im allgemeinen bei westlichen, südwestlichen oder
nordwestlichen Winden, wie nicht anders zu erwarten war, auf östliche Strömungen
beim Skagen Feuerschiff rechnen muß. Eine nähere Betrachtung der einzelnen Beob-
achtungen zeigt sogar, daß die südöstlich setzenden Strömungen meistens nicht süd-
licher als nach OSO gerichtet sind, also beim Navigieren in jenen Gewässern un-
bedenklich zu den östlichen Strömungen gerechnet werden können. Es bleiben
dann unter 121 Beobachtungen bei starken westlichen Winden nur 7 mit nörd-
lichem oder nordöstlichem Strom, wobei dieser nicht über 1!/, Sm stündliche
Geschwindigkeit erreicht hat, während bei starken Westwinden der östliche
Strom bis zu 3 oder, wenn wir die Höchstgeschwindigkeiten anderer Jahre an-
nehmen, sogar 4 Sm stündliche Geschwindigkeit erreicht.
Anders wird das Bild bei starken östlichen Winden. Betrachten wir
zunächst die südöstlichen, so sehen wir, daß nur noch bei etwas mehr als der
Hälfte der Beobachtungen mit südöstlichen Winden östlicher Strom gelaufen,
und daß dieser östliche Strom dann beträchtlich schwächer, nämlich nur von
1 bis 1!/, Sm stündlicher Geschwindigkeit gewesen ist, während etwas weniger
als die Hälfte der Strömungen bei starken südöstlichen Winden nach NO oder
gar nach N abgebogen worden ist und bis zu 2.oder gar 21/, Sm Geschwindigkeit
in der Stunde gehabt hat.
Eigentümlich sind die Stromverhältnisse beim Feuerschiff Skagens Riff,
wenn starke nordöstliche Winde wehen. Wir sahen, daß unter den 200 Beob-
ächtungen 29 bei stürmischen NO-Winden gemacht worden sind, und daß der
Strom dabei vorwiegend nach N und einigemale nach NO, d.h. gerade oder
schräg in den Wind auf, gesetzt hat. Das Vorkommen solcher in den Wind
aufsetzender Strömungen ist in Gegenden, wo kein nennenswerter Gezeitenstrom
herrscht, so selten, daß man es wohl mit mißtrauischen Augen betrachten darf;
an der Tatsache läßt sich jedoch nicht zweifeln, und sie findet vielleicht ihre
Erklärung darin, daß bei nordöstlichen Winden das Wasser von der schwedischen
Westküste her unter der Ostküste von Jütland aufgestaut wird, von wo es nach
Norden hin abfließen muß, weil es nicht durch die Läsö-Rinne abfließen kann;
denn auch dort herrscht, wie wir sehen werden. wenn bei Skagen NO-Wind
weht, vorwiegend nördlicher Strom.
Bei mäßigen und schwachen Winden besteht bei Skagen fast derselbe
Zusammenhang zwischen Windrichtung und Stromrichtung, wie es nach dem
Obigen bei starken Winden der Fall ist, die Stromstärken sind bei schwachen
Winden im allgemeinen aber geringer. Wenn das nun aber auch im allgemeinen
der Fall ist, so darf der Seemann, der sich während der Fahrt aus seinen
eigenen Beobachtungen nur ein unvollkommenes Bild der Wetterlage machen
kann. doch nicht den Sehluß ziehen. daß im einzelnen der Strom bei Skagen