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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Forschungsreise S. M. S, »Planete. V. Brandt, K.: Chemisch-biologische: Aufgaben, 265 
„über den Stoffwechsel im Meere« (Wissensch. Meeresuntersuch., Kiel, Bd. 4 
und 6) näher entwickelt habe, außerdem quantitative Untersuchungen ‚über die 
nur spurenweise im Meerwasser vertretenen Pflanzennährstoffe notwendig. Bis 
jetzt sind in. der biologischen Abteilung des: Meereslaboratoriums durch den 
Assistenten Herrn Dr. Raben zwei Methoden ausgearbeitet zur Feststellung des 
Gehaltes des Meerwassers an gelöster Kieselsäure und an Stickstoffverbindungen, 
Mit diesen Untersuchungsverfahren hat sich Herr ‘Dr. Graef genau bekannt ge- 
macht. Da an Bord die quantitative Bestimmung der Kieselsäure nicht möglich 
ist, so hat Herr Dr. Graef eine größere Anzahl von Zinkblechbehältern und .von 
gehärteten Faltenfiltern mitgenommen, Die Behälter werden. mit filtriertem 
Meerwasser voll angefüllt; der Kieselsäuregehalt ‚des Wassers wird später im 
Laboratorium festgestellt. 2 . bir 
Dr. Graef hat alle zur Ausführung der. Bestimmung von Nitrat; Nitrit 
und Ammoniak notwendigen Ausrüstungsgegenstände und Utensilien in‘:aus- 
reichender Anzahl an Bord mitgenommen, +... ne 
3. Wie ich wiederholt des näheren ausgeführt. habe, werden‘ die ' denitrifi- 
zierenden Bakterien durch Zerstörung von Nitraten. und Nitriten von sehr ‘großer, 
vielleicht sogar von ausschlaggebender Bedeutung für den Stoffwechsel im Meere 
sein. Durch das üppige Gedeihen dieser Bakterien und durch die stärkere Ent- 
faltung ihrer zerstörenden Tätigkeit unter dem Einflusse höherer. Temperatur 
wird möglicherweise die relative Armut der Tropenmeere: im. Vergleich zu den 
Meeren der gemäßigten Zone zu. erklären sein, a 
Es ist deshalb von Wert, in Ergänzung der quantitativen Untersuchungen 
über Nitrat und Nitrit auch die. denitrifizierenden Bakterien in verschiedenen 
Meeresgebieten zu untersuchen. Herr Dr. Graef hat sich daher im Zoologischen 
Institut unter Anleitung des Assistenten Herrn Dr. Feitel mit. den bisher. aus- 
gebildeten Methoden der Untersuchung von Meeresbakterien . bekannt gemacht 
und hat sich dann darauf eingerichtet, Nährlösungen und feste Nährböden ver- 
schiedener Art herstellen zu können. Alle Einrichtungen für bakteriologische 
Arbeiten sind an Bord. Damit die Studien über denitrifizierende Bakterien 
schon während der Reise nach .dem eigentlichen Untersuchungsgebiet begonnen 
werden können, haben Dr. Feitel und Dr. Graef konzentrierte, gut sterilisierte 
Nährlösungen (eiweißhaltige sowohl wie eiweißfreie) in zugeschmolzenen Röhren 
vorbereitet, die vor dem Gebrauche in geeigneter Weise zu verdünnen sind. 
Prof, K. Brandt in Kiel. 
Oberflächenströmungen im Kattegat, Sund und in der westlichen Ostsee. 
Bearbeitet durch die Deutsche Seewarte nach Beobachtungen von dänischen und deutschen Feuerschiffen, 
Strömungen bei den Feuerschiffen Skagens Riff, Läsö Trindel 
und Läsö Rinne (A—C). ; ; 
A. Skagens-Riff. nn 
Die ' Strömungen beim Feuerschiff Skagens ‚Riff sind ziemlich einfach 
und leicht zu verstehen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß dort der Strom, 
der an der Nordwestküste von Jütland entlang von der: Nordsee kommt, für 
gewöhnlich nach Osten setzt. Diese Östliche Strömung wird nun aber durch 
das Wetter, d.h. den gerade herrschenden Wind, stark beeinflußt, vornehmlich 
beschleunigt oder abgelenkt. In welcher Weise das geschieht, tritt natürlich am 
deutlichsten hervor, wenn man das Verhalten des Stromes bei starken Winden 
betrachtet, ; ; . . 
Im Jahre 1903 wurde auf Skagens Riff-Feuerschiff, wo, wie. auf allen 
dänischen Feuerschiffen sechsmal täglich, zwischen‘ je zwei Seewachen beobachtet 
wird, 200 mal Windstärke 7 der Beaufort-Skala oder darüber notiert. Von 
diesen 200 Beobachtungen. bei stürmischen. Winden- oder Stürmen, entfielen 
L.
	        
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