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' Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1906.
sie ist seit den achtziger Jahren Eigentum der Marine und hat bereits drei
wissenschaftliche Unternehmungen mitgemacht, nämlich im Jahre 1889 die
Plankton-Expedition auf dem »National«, 1898/99 die Tiefsee-Expedition auf der
‚Valdivia« und 1901 bis 1903 die Südpolar-Expedition auf dem »Gauß«, Da
der »Gauß« ‘ nicht genügend elektromotorische Kraft besaß, ist seit . 1901
die für die »Valdivia« be-
schaffte elektrische Heiß-
vorrichtung, welche sich
glänzend bewährt hatte und
außerordentliche Vorzüge
gegenüber .dem Dampf-
betrieb besitzt, beseitigt, so
daß auch »Planet« bei dieser
Maschine mit Dampfkraft
arbeiten muß.
Als Lotdraht ist dem
»Planet« polierter Gußstahl-
draht von 0.9 und 0.8 mm
Durchmesser mitgegeben;
noch weiter herabzugehen
und, wie es die meisten
Kabeldampfer tun, mit 0.7
oder gar 0.6 mm Draht zu
arbeiten, erscheint trotz der
damit erreichbaren Vorteile
doch für wissenschaftliche
Zwecke bedenklich, da dem
Draht jeweils zwei In-
strumente (ein Tiefseether-
mometer und ein Tiefsee-
wasserschöpfer) anvertraut
werden sollen. An Lot-
spindeln sind die bekannten
Sigsbeeschen vorhanden, ferner die einfacheren Auslösevorrichtungen, welche
z. B. in dieser Zeitschrift (Jahrgang 1902, S. 517) abgebildet sind und mit
Bachmannschen Schlammröhren verschiedener Länge (bis zu 1 m) zusammen-
geschraubt werden können. Auch sogenannte Rendle-Röhren sind mitgegeben,
nicht aber das englische Schnapplot oder das Monaco-Tieflot. Dagegen wurde
ein nach den Angaben des Fürsten von Monaco konstruierter Greifer (Löger-
sondeur, 80 Mk.), der steinigen Grund zu greifen und heraufzubringen bestimmt
ist, unter freundlicher Vermittlung des Kustos am Institut für Meereskunde,
Herrn Stahlberg, beschafft. Auf die Gewinnung möglichst guter Bodenproben
in der Form von Bodenprofilen und auf ihre sorgfältige Aufbewahrung in Glas-
röhren behufs späterer Untersuchung soll besondere Sorgfalt verwendet werden.
Was die physikalisch-chemische Ausrüstung betrifft, so sind die
Tiefseethermometer wohl an erster Stelle zu nennen; zumal auf einem Schiffe,
welches in dem relativ noch recht unbekannten Stillen Ozean arbeiten soll, ist
die Erforschung der Wärmeverhältnisse eine der wichtigsten Aufgaben. Die
nach dem sogenannten Max.-Min.-Prinzip konstruierten Thermometer, welche ver-
schiedene Londoner Firmen in annähernd gleicher Qualität liefern, sind heute
noch für viele Zwecke unentbehrlich, mag ihre Genauigkeit auch nicht an die,
welche von den neuen deutschen Umkippthermometern unter günstigen Um-
ständen gewährleistet wird, heranreichen, Von Richter-Berlin sowohl wie von
Negretti-Zambra-London sind Umkippthermometer bezogen worden. Es mag
nicht verhehlt werden, daß schon hier an Land gemachte Erfahrungen und mit
ihnen übereinstimmende vom Kommando des »Planet« bereits vorliegende Mit-
teilungen zeigen, daß auch die Richterschen Tiefseethermometer noch - in
mehreren Punkten durchaus der Veryvyollkommnung bedürfen: im übrigen er-
Die Sigsbeesche Tieflotmaschine an Bord S, M. 8. »Planet«.