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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Die Witterung an der deutschen Küste im März 1906. 
255 
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) EEE Win 
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Im Monat März kamen nur zwei verschiedene Wettertypen recht zur 
Geltung. In der ersten Hälfte bis zum 18. hin herrschte mit Ausnahme einiger 
Tage der Typus V'), Hochdruckgebiet über Süd- und Südwesteuropa, mit 
ziemlich warmem Wetter vor, seit dem 19. jedoch Typus I, Hochdruckgebiet 
über West- und Nordwesteuropa, mit kälterem Wetter. ; 
Die beiden ersten Tage des Monats brachten den Typus V rein mit den 
charakteristischen Merkmalen: lebhafte südwestliche und westliche Winde mit 
feuchtwarmer Witterung. Am 1, liegt ein Hochdruckgebiet über der spanischen 
Halbinsel gegenüber einem tiefen Minimum über dem norwegischen Meere mit 
einem Ausläufer über der westlichen Ostsee, An der deutschen Küste wehen 
steife bis stürmische westliche und südwestliche Winde mit Regen- und Schnee- 
böen. Am 2. morgens liegt das Minimum östlich von Stockholm und rückt im 
Laufe des Tages nach Rußland vor, während in seinem Rücken das Hoch- 
druckgebiet nordostwärts sich ausbreitet, so daß eine Umbildung des Typus V 
in Typus I stattfindet. Dementsprechend drehen die Winde langsam nach 
Nordwest, einen Rückgang der Temperatur herbeiführend, besonders an der 
Ostseeküste, wo bei noch stürmischen Nordwestwinden das Thermometer am 
3. unter den Nullpunkt sinkt. ; 
Doch schon am Nachmittage des 3. tritt eine Rückbildung der Wetter- 
lage ein, so daß jetzt wieder Typus V zur Geltung kommt, der seine Herrschaft 
bis zum 10. des Monats ohne Unterbrechung behauptet. 
Am 4. morgens liegt hoher Druck über Süddeutschland, ein tiefes 
Minimum bei den Lofoten. Die Winde sind an der Küste schwächer geworden 
und wehen aus Südwest, Erwärmung mit sich bringend. — In den folgenden 
Tagen tritt eine allmähliche Verschärfung der Wetterlage ein. Der hohe Druck 
lagert über dem Süden des Kontinents, während der Norden Europas unter 
dem Einfluß vorüberziehender Depressionen steht, Am 7. abends erscheint ein 
sehr tiefes Minimum bei den Lofoten, das langsam ostwärts vorrückt. In 
Wechselwirkung mit dem südlichen Hochdruckgebiet, das sich allmählich nord- 
westwärts bis westlich der britischen Inseln verlagert, bringt dieses Minimum 
der: deutschen Küste am 8. und 9. stürmische Westwinde, die, nördlichen Ur- 
sprungs, ‚einen Temperaturfall herbeiführen, nachdem an den Tagen vorher 
die größte Wärme im Monat überhaupt erreicht worden war (Hamburg, 
Swinemünde 14° am 7., Swinemünde, Königsberg 14° am 8.). Nach dem Vor- 
übergang dieser Depression lagert am 10. ein Hochdruckgebiet über Spanien, 
das sich nordwärts bis Schottland erstreckt. Bei nordwestlichen, noch viel- 
fach starken Winden ist das Wetter veränderlich und kälter; an der Ost- 
deutschen Küste ist die Temperatur unter den Gefrierpunkt herabgegangen. 
Am folgenden Tage, dem 11., lagert das Hochdruckgebiet nach einem 
sehr schnellen Vorrücken über Österreich, während ein neues Minimum westlich 
von Schottland erschienen ist (Typus IV). Bei südlichen Winden ist das 
\ Erklärung der Typen siehe »Ann. d. Hydr. usw.« 1906, S. 141 u. f.
	        
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