Die Witterung an der deutschen Küste im März 1906.
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Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) EEE Win
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S| 4.3
Im Monat März kamen nur zwei verschiedene Wettertypen recht zur
Geltung. In der ersten Hälfte bis zum 18. hin herrschte mit Ausnahme einiger
Tage der Typus V'), Hochdruckgebiet über Süd- und Südwesteuropa, mit
ziemlich warmem Wetter vor, seit dem 19. jedoch Typus I, Hochdruckgebiet
über West- und Nordwesteuropa, mit kälterem Wetter. ;
Die beiden ersten Tage des Monats brachten den Typus V rein mit den
charakteristischen Merkmalen: lebhafte südwestliche und westliche Winde mit
feuchtwarmer Witterung. Am 1, liegt ein Hochdruckgebiet über der spanischen
Halbinsel gegenüber einem tiefen Minimum über dem norwegischen Meere mit
einem Ausläufer über der westlichen Ostsee, An der deutschen Küste wehen
steife bis stürmische westliche und südwestliche Winde mit Regen- und Schnee-
böen. Am 2. morgens liegt das Minimum östlich von Stockholm und rückt im
Laufe des Tages nach Rußland vor, während in seinem Rücken das Hoch-
druckgebiet nordostwärts sich ausbreitet, so daß eine Umbildung des Typus V
in Typus I stattfindet. Dementsprechend drehen die Winde langsam nach
Nordwest, einen Rückgang der Temperatur herbeiführend, besonders an der
Ostseeküste, wo bei noch stürmischen Nordwestwinden das Thermometer am
3. unter den Nullpunkt sinkt. ;
Doch schon am Nachmittage des 3. tritt eine Rückbildung der Wetter-
lage ein, so daß jetzt wieder Typus V zur Geltung kommt, der seine Herrschaft
bis zum 10. des Monats ohne Unterbrechung behauptet.
Am 4. morgens liegt hoher Druck über Süddeutschland, ein tiefes
Minimum bei den Lofoten. Die Winde sind an der Küste schwächer geworden
und wehen aus Südwest, Erwärmung mit sich bringend. — In den folgenden
Tagen tritt eine allmähliche Verschärfung der Wetterlage ein. Der hohe Druck
lagert über dem Süden des Kontinents, während der Norden Europas unter
dem Einfluß vorüberziehender Depressionen steht, Am 7. abends erscheint ein
sehr tiefes Minimum bei den Lofoten, das langsam ostwärts vorrückt. In
Wechselwirkung mit dem südlichen Hochdruckgebiet, das sich allmählich nord-
westwärts bis westlich der britischen Inseln verlagert, bringt dieses Minimum
der: deutschen Küste am 8. und 9. stürmische Westwinde, die, nördlichen Ur-
sprungs, ‚einen Temperaturfall herbeiführen, nachdem an den Tagen vorher
die größte Wärme im Monat überhaupt erreicht worden war (Hamburg,
Swinemünde 14° am 7., Swinemünde, Königsberg 14° am 8.). Nach dem Vor-
übergang dieser Depression lagert am 10. ein Hochdruckgebiet über Spanien,
das sich nordwärts bis Schottland erstreckt. Bei nordwestlichen, noch viel-
fach starken Winden ist das Wetter veränderlich und kälter; an der Ost-
deutschen Küste ist die Temperatur unter den Gefrierpunkt herabgegangen.
Am folgenden Tage, dem 11., lagert das Hochdruckgebiet nach einem
sehr schnellen Vorrücken über Österreich, während ein neues Minimum westlich
von Schottland erschienen ist (Typus IV). Bei südlichen Winden ist das
\ Erklärung der Typen siehe »Ann. d. Hydr. usw.« 1906, S. 141 u. f.