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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1906. 
8. Meteor. Auf dem deutschen Dampfer »Troja«, Kapt. C. Poock, 
wurde während einer Reise von Bahia Blanca nach Funchal am 25. De- 
zember 1905 um 2h 20min V, beobachtet, wie zwei Meteore im Sternbild des 
Löwen zusammenprallten. Zwei Sekunden lang war der Himmel hell erleuchtet; 
der Schweif der Erscheinung verlief in der Richtung N—S, nach 105% war 
alles verschwunden, Man befand sich auf 27° 1’ N-Br. und 19° 58’ W-Lg.; im 
meteorologischen Tayvebuch findet sich die Bemerkung » Viele Sternschnuppen«. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben, 
Max Möller: Grundriß des Wasserbaues. Für Studierende und Ingenieure. 
Band I. 8% XII und 330 S, mit 314 Abbildungen im Text. Leipzig 1906, 
S. Hirzel. Preis geb. 7.50 M. 
Das gewaltige Wachstum der technischen und Natur-Wissenschaften würde dem Studieren- 
den fast unüberwindliehe Hindernisse entgegenstellen und die pezialisierung der Fächer bis zur 
Unleidlichkeit treiben, wenn nicht auch in den Hilfsmitteln für die Aneignung dieses Wissens ent- 
sprechende Fortschritte gemacht würden; vor allem darin, daß die Anschauung eine früher nie ge- 
kannte Rolle im Studium spielt, einerseits durch die Leichtigkeit des Reisens, anderseits durch die 
in den letzten Jahrzehnten vor sich gegangene Entwicklung der photographischen, phototypischen 
und Projektionsmethoden und ihre zunehmende Anwendung. Die Anforderungen wachsen zwar 
stetig, aber anderseits nimmt die qualvolle Mühsal, mit der man sich noch in meiner Jugend 
Anschauungen aus Beschreibungen aufbauen mußte, in erfreulicher Weise ab. 
Bei der Herausgabe des vorliegenden Buches war »in erster Tänie der leitende Gedanke, 
lie Anschauung zu heben und einen Überblick zu bieten«. ;Der Text des (Girundrisses soll für den 
Vortrag keinen Ersatz bieten. Er wird ihn in manchen Punkten, z. B, in bezug auf Berechnungen, 
ergänzen und eine Übersicht geben. Für weitere Studien sind die Quellenangaben zu benutzen, 
und zwar im besonderen zur Entnahme von Einzelheiten, welche in den Konstruktionsübungen @e- 
braucht werden.« 
Dieser Richtung entsprechend hat das Buch fast ebensoviel Textfiguren, wie cs Seiten hat. 
Ein Teil derselben sind schematische Skizzen, ein anderer großer Teil aber Photographien nach der 
Natur, darunter viele eigene Aufnahmen. Haben die schematischen Skizzen den Vorteil, das 
Wesentliche ohne Beiwerk deutlicher hervortreten zu lassen, so geben die lebensvollen Aufnahmen 
mit Landschaft und Personen auf der anderen Seite richtigere Vorstellungen von den Dimensionen 
und der wirklichen Ausführung. Da zudem der sehr übersichtlich gegliederte Text fortwährend 
bezug auf die Ahbildungen nimmt, so ergänzen sich diese Teile vortrefflich untereinander. 
Der Preis ist im Verhältnis zu den vielen Textabbildungen sehr niedrig, obwohl wegen der 
Autotypien Kunstdruck und teures Papier gewählt werden mußten. 
Während dieser erste Band Grundbau, Uferwände, Baggerungen und die Wasserstraßen 
Deutschlands behandelt, wird der zweite, der gegen Ende dieses Frühjahrs erscheinen soll, dem 
Flußbau, dem Kanalbau und Schiffahrtsbetrieb, dem Wehrbau, den Schleusen, Docks, geneigten 
Ebenen, Schiffshebewerken, Häfen, dem Seebau, den Schiffahrtszeichen und Leuchtfeuern gewidmet 
sein, sowie im letzten Abschnitt den wasserbautechnischen Versuchen, für deren Notwendigkeit 
der Verfasser ja seit Jahren eingetreten ist. Dieser zweite Band wird, nach einer auf 8, XT dieses 
ersten mitgeteilten Inhaltsübersicht, 464 Abbildungen, also noch 50 9, mehr als dieser enthalten. 
Der Abschnitt Flußbau wird auch meteorologische Erörterungen bringen; als Meteorologe ist ja 
ler Verfasser unsern Lesern längst bekannt. 
Der Grundriß ist aus dem Bedürfnis bei den Vorlesungen des Verfassers an der technischen 
Hochschule zu Braunschweig hervorgegangen. Dieser praktischen Erfahrung im Unterricht wird 
man auch wohl die Beschränkung zu verdanken haben, die sich der Verfasser in allen Darlegungen 
auferlegt hat. In der Tat: mehr wäre weniger gewesen, denn den Studierenden und den praktischen 
Ingenieuren fehlt auch bei gutem Willen die Zeit, sich durch dickleibige Folianten durchzuarbeiten. 
In dem kurzen Grundriß sucht aber der Verfasser zugleich Anleitung zur Benutzung der weit- 
schichtigen Literatur zu geben. 
Unter den beherzigenswerten Winken für das Studium, die der Verfasser in der Einleitung 
ibt, findet sich auch der Satz: »>»Man muß den Lehrstoff nur so weit sich angeeignet haben, daß 
man die Literatur zur rechten Stunde sich verschaffen und ihren Inhalt mit vollem Verständnis 
leicht verwerten kann.« Um auch zum Studium der fremdländischen Literatur anzuregen, sind im 
Texte überall auch die wichtigsten Fachausdrücke in französischer und englischer &prache beigefügt. 
Durch seine Kürze, Übersichtlichkeit und Anschaulichkeit ist der Grundriß auch für 
Nichttechniker als Auskunftsbuch über bestimmte Fragen, in denen sie sich ein Urteil bilden 
nüssen, recht geeignet. W. K
	        
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