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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1906. 
ergibt zu 
oder zu 
R = b:arectang T 
1 EN b 
wo Wo W = ärctang x. ; 
Diese Entfernung ist immer größer als k, wie auch ohne weiteres 
plausibel ist. 
Stellt man sich den Streifen AB etwa als das längsschiffs gleichmäßig 
vom zurückkehrenden Strome durchflossene Bootsdeck!) vor, so würde eine 
Kompensation der hin- und rücklaufenden Ströme eintreten, wenn die Hin- 
leitung recht unter dem Kompaß genau in der Entfernung R verlegt wäre — 
aber auch dann nur, wenn das Deck nicht aus Eisen, sondern etwa aus Kupfer 
bestände! Ein eisernes Deck schirmt die Wirkung des darunter verlegten 
Kabels in einem sich der Berechnung gänzlich entziehenden Grade ab. Diese 
Schirmwirkung einer Eisenplatte gegenüber einer Kupferplatte tritt recht 
hübsch bei einer Reihe von Kraftlinienbildern hervor, die Herr Arldt durch 
Feilspäne fixiert hat und in seiner Abhandlung mitteilt, 
Herr Arldt sieht den Nachteil der Schirmwirkung besonders darin, daß 
die Wirkung des im Deck fließenden Stromes nicht mehr durch den Strom 
des unter diesem Deck liegenden Kabels kompensiert wird. Viel unangenehmer 
noch als dieser dürfte der Umstand wirken, daß das Deck durch die Auf- 
nahme der Kraftlinien magnetische Eigenschaften remanenten Charakters 
erhält. Fast überall, wo von Ablenkungen des Kompasses durch elektrische 
Leitungen berichtet wird, wird hervorgehoben, daß die volle Wirkung nicht 
momentan mit dem Einschalten eintritt, sondern eine gewisse Zeit zu ihrer 
Entwicklung gebraucht, und daß anderseits die Störungen noch eine Zeit- 
lang nach dem Ausschalten andauern, 
Hält man dem betrachteten, in seiner Anordnung so einfachen und doch 
in den auftretenden Störungen schon so komplizierten Falle die wirklich an 
Bord vorliegenden Verhältnisse gegenüber, so wird man gestehen müssen, daß 
von einer »Theorie« der Ablenkung des Kompasses durch die elektrischen 
Anlagen niemals die Rede sein kann. Man kann daher Herrn Arldt nur bei- 
stimmen, wenn er auf Grund seiner Studie zu dem Schluß kommt, daß das 
Einleiternetz an Bord unbedingt zu verwerfen ist —- wenigstens, dürfte 
hinzuzusetzen sein, soweit der Abschnitt des Schiffes in Betracht kommt, in 
dem der Kompaß aufgestellt ist. Herr Arldt sagt weiter: »auch das Gleich- 
strom-Zweileiternetz vermag (wegen etwaiger Isolationsfehler) keine unbedingte 
Gewähr dafür zu geben, daß eine Beeinflussung des Kompasses durch die 
Ströme der elektrischen Anlage vermieden wird, Unbedingte Sicherheit in 
dieser Beziehung würde nur die Anwendung von Drehstrom oder Wechsel- 
strom geben«, Demgegenüber möchte ich betonen, daß mit dem Zweileiter- 
system bei Anwendung von Gleichstrom in der Praxis nur die besten Er- 
fahrungen gemacht sind, Daß auf eine äußerst sorgfältige Verlegung der 
Leitungen zu dringen ist, ist wohl selbstverständlich. 
Es dürfte am Platze sein, hier nochmals auf die von W. Thomson 
(Lord Kelvin) in der Sitzung der »Institution of Electrical Engineers« am 
23. Mai 1889 empfohlenen Vorsichtsmaßregeln, betreffend die elektrischen An- 
lagen an Bord, hinzuweisen. Die ersten zwei dieser Vorsichtsmaßregeln lauten :*) 
1. Es ist ausschließlich nur das Zweileitersystem auf Schiffen zu be- 
nutzen (ausgenommen, daß Wechselstrommaschinen verwendet werden). 
2. An den zwei Hauptleitungskabeln ist ein Differential-Galvanometer 
einzuschalten, das anzugeben hat, ob die hin- und zurücklaufenden Ströme 
von gleicher Stärke sind. Dazu genügt ein einfaches Instrument; dieses würde 
auch für die Anlage selbst wertvoll sein, indem es auf entstandene Isolations- 
fehler aufmerksam macht. 
Bremen, Februar 1906. 
RR — 
1) Herr Arldt leitet noch die Formel für einen Strom ab, der in einem mittschiffs stehenden 
Längsschott fließt. Diese Formel ist richtig. 
?) Electrical Review 1889. Bericht in -Mitteilungen a. d. Gebiete des Seewesens<, Bd. .17 
41889), S. 570.
	        
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