246 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1906,
abflaute. Die See hatte ebenfalls rasch abgenommen und war der Windstärke
entsprechend mäßig bewegt,
Das Barometer stieg langsam weiter, bis es nach etwa 36 Stunden am
3. Juli nachmittags auf etwa 17.8? N-Br. und 113.6° O-Lg. seinen für diese
Jahreszeit normalen Stand von 775 mm wieder erreichte,
3. Kursus für Meeresforschung zu Bergen (Norwegen). Auch in
diesem Jahre wird während der Zeit vom 8. August bis 15. Oktober ein Kursus
für Meeresforschung abgehalten werden, zu dem Anmeldungen bis zum 1, Juli
a. J. an das »Institut für Meereskunde des Museums in Bergen, Norwegen«,
zu erfolgen haben. Die äußeren Bedingungen für die Teilnahme sind dieselben
wie im Vorjahre (siehe »Ann, d. Hydr. usw.« 1905, S. 281).
Die Herren Dr. A. Appellef, B. Helland-Hansen und C. F. Kolderup
werden die gleichen Gegenstände wie im Vorjahre (a. a. O.) behandeln, Außerdem
stehen im Plan des Kursus: Dr. D. Damas, 1. Tierisches Plankton der Nord-
meere (Systematik mit spezieller Berücksichtigung der Fischeier und Fisch-
larven); 2. Allgemeine Planktonbiologie und E. Jergensen, Vegetabilisches
Plankton: Diatomeen und Peridineen der Nordsee und des Nordmeeres, kurs-
mäßig. Systematische Übersicht und Demonstration sämtlicher Arten. Hr.
4, Nochmals die Koeffizienten der Deviationsformel. Zu der Er-
widerung des Herrn Lauffer (»Ann. d. Hydr. usw.« 1906, S. 182) auf meine
Bemerkungen (ebenda 1905, S. 471) zu dem Aufsatz »Ermittlung der Deviations-
Konstanten auf graphischem Wege« (»Mitt, a. d. Geb. des Seew.« 1905, 5. 223)
möchte ich folgendes hinzufügen:
Ich habe nicht die harmonische Analyse als »unbedingt notwendiges
Rüstzeug für den Praktiker« hingestellt. Ich bin nur Sätzen wie dem folgen-
den entgegengetreten: »Die harmonische Analyse gibt wegen der Unbrauch-
barkeit der Kardinaldeviationen unverläßlichere Ergebnisse, als die oben an-
yeführten Methoden und wäre daher aus der Deviationslehre überhaupt
auszuscheiden.«
Für die Praxis habe ich vor allem der Benutzung der auf den Haupt-
strichen ermittelten Werten der B und C das Wort geredet, also einem Ver-
fahren, das an Einfachheit der von Herrn Lauffer so warm empfohlenen
Bestimmung der Koeffizienten auf den Hauptzwischenstrichen bedeutend
überlegen ist,
Im übrigen erledigt sich der Kernpunkt der Streitfrage dadurch, daß
Herr Lauffer erklärt, unter den wahren Werten der Koeffizienten B, C nicht
das verstanden wissen zu wollen, was man nach dem Sprachgebrauch darunter
versteht, sondern die mit den Koeffizienten %S, € der exakten Deviations-
formel yemäß den Gleichungen
sin B = WR, sin (=
zusammenhängenden Größen.
In seiner Erwiderung sucht Herr Lauffer den so definierten Koeffi-
zienten eine ausschlaggebende Bedeutung für die Kompaßbehandlung zu
vindizieren. Dazu möchte ich bemerken, daß die Entscheidung dieser Frage
zyanz von der Wahl des Kompaßsystems abhängt. Wenn Herr Lauffer
als den unzweifelhaften Hauptzweck der Ermittlung von Zahlenwerten für die
Koeffizienten die Wegschaffung der sie verursachenden Kräfte bezeichnet, so
kann er dabei nur ganz spezielle Verhältnisse im Auge haben. Für die
Kompensation eines Thomsonschen Kompasses z. B. benutzt man die Koeffi-
zienten überhaupt nicht (am allerwenigsten wird man sich mit der vorherigen
Bestimmung von Koeffizienten aufhalten, wenn der Kompaß Deviationen von
mehr als 60° aufweist, wie in dem ersten Beispiel des Herrn Lauffer). Nach
der Kompensation stellt man die Koeffizienten der Restdeviation fest und
verfolgt die Änderungen dieser Deviation durch Neubestimmungen von B
und C— am bequemsten auf den Hauptstrichen.