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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Kleinere Mitteilungen. 
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er blieb bis 4? N; am folgenden Nachmittag leicht bis mäßig bewölkt, wobei die 
charakteristischen Cirri stets zu erkennen-waren — fing das Barometer an 
um 12% nachts den 1. Juli, wo sein Stand 758.0 mm war, langsam zu fallen 
und fiel bis 8% V. 1.3 mm auf der Wache. Dann fiel es -während der Vor- 
mittagswache 4 mm. Von 12% mittags an beobachteten wir alsdann jede Stunde; 
das Barometer fiel durchschnittlich in der Stunde 0.4 mm. Um 5% N. auf etwa 
26° N-Br. und 121.6° O-Lg. erreichte es vorläufig mit 749.1 mm seinen 
tiefsten Stand. 
Der Wind war bis zu diesem Zeitpunkt — also während der letzten 
24 Stunden — allmählich von S- über O nach N herumgegangen und hatte, von 
Stärke 2 bis 3 anfangend, langsam die Stärke 6 bis 7 angenommen, gegen 
4b bei NNO-Wind sogar Stärke 7. Der Seegang nahm den Windstärken ent- 
sprechend zu. Trotz des erheblichen Fallens des Barometers ließen sich bis 
jetzt außer den oben erwähnten, keine anderen Wahrnehmungen machen, 
Charakteristisch für das Herannahen von Unwetter war das ängstliche 
Schnuppern und .die Aufgeregtheit eines an Bord befindlichen Hundes, ferner 
das zahlreiche Auftreten von Insekten und auch vereinzelter Vögel, die nach 
Schutz vor dem nahenden Wetter suchten. 
Von 5hN. an beobachteten wir zunächst wieder ein Steigen des Baro- 
meters, und zwar bis 8hN., in welcher Zeit es durchschnittlich 0,35 mm stieg. 
Trotzdem bewölkte sich dabei der Himmel sehr stark. . 
Bei Sonnenuntergang gegen 7h 15in kam die Sonne noch einmal durch 
und rief ein ‚an. Farbenkontrasten reiches und derartig grelles Abendrot 
hervor, daß wir uns an der Hand der übrigen Wahrnehmungen sagen konnten, 
daß das augenblickliche Steigen des Barometers nur ein kurzes, durch irgend 
welche Einflüsse, vielleicht durch geringe Abweichung der Bahn des Taifuns 
von unserm Kurse, bewirktes sei, und daß wir für die Nacht doch noch auf 
einen Taifun gefaßt. sein mußten. Daß die letzte Annahme berechtigt war, 
lehrten die beiden folgenden Wachen, Auf der Wache von 8 bis 12% N,, gleich 
nach Dunkelwerden, bedeckte sich der Himmel dicht und schwarz. Das Baro- 
meter fiel wieder langsam, 1.1 mm während der Wache. Der Wind blieb zu- 
nächst noch” nördlich, Stärke 5, er drehte dann schnell nach O und gleich 
wieder zurück nach NO bis ONO, Stärke 5 bis 6. Gegen Ende der Wache 
gingen heftige Regenschauer nieder, . 
Um 12% nachts am 1. Juli befanden wir uns auf etwa 23.8° N-Br. und 
118.1° O-Lg., von wo an wir die folgenden Ablesungen machten: 
13h Omin Barom, 750.0 mm Thermom. 27° C, ah 30min . Barom. 732.1 mm "Fhermom. 26° C. 
Ih Omin « 747.4 « | 3h. Omin « 733.6 « 
23h Omin « 740.2 « 4b Omin  « 7365 « «259 « 
Wie aus dieser Reihe zu ersehen ist, fiel von 12% an das Barometer 
ganz rapide, die Windstärke nahm furchtbar zu; dazu trat ein außerordentlich 
heftiger Regen ein, der wie Hagel niederschlug. Es lief eine hohe, wilde See, 
die sich allerdings nicht voll entwickeln konnte, da der heftige Regen sie 
niederpeitschte. 
Gegen 21,4 V. am 2. Juli erreichte auf etwa 23° N-Br. und 117.4° O-Lg. 
das Barometer mit 732.1 mm seinen tiefsten Stand. Der Wind, der Stärke 11 
angenommen hatte, begann in außerordentlich heftigen Böen von Stärke 12 
zu wehen. In einer sehr heftigen Böe gegen 2b 40min Grehte das Schiff, das 
bis jetzt vor dem Winde gelenzt hatte, trotz guten Steuerns und Manöverierens 
mit den beiden Maschinen von selbst bei, . . 
Wenn auch das Barometer von 21/,b% an, wo es seinen tiefsten Stand 
hatte, ganz allmählich aufging, so behielt doch der Wind seine Stärke vor- 
läufig noch bei. Gegen 57V, ließen die heftigen Böen langsam nach; der 
Wind, der während der ganzen Wache von 12 bis 44V, ununterbrochen aus 
NNO geweht hatte, ging langsam nach NNW, und damit stieg auch das Baro- 
meter. schneller, Windstärke sowohl wie See nahmen rasch ab, der Regen 
hörte auf und der Himmel klarte ab. Von 6 bis 8" V, ging der Wind von 
NNW über W nach WSW und später nach SW, wobei er bis zu Stärke 8
	        
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