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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Die Witterung zu Tsingtau im September, Oktober und November 1905’ usw. 9243 
—__ Während der ersten Vormittagsstunden traten häufiger leichter. Nebel, 
Dunst. und Reif auf; dichter Nebel, der sich aber um 9% 45min V. nordwärts 
verzog, wurde am 27. beobachtet, ; 
Von den im Monat vorherrschenden. Winden.‘ kamen hauptsächlich die 
aus den Richtungen NNW über N bis NNO und SSO über $S bis SSW wehenden 
in Betracht. Die Durchschnittsstärke aller an den Beobachtungsterminen be- 
obachteten Winde betrug 3.7 der Beaufortskala, . ; 
Stärkere bzw. stürmische Winde wurden an folgenden Daten beobachtet: 
am 2. N Stärke 8, am 3. N Stärke 9 und NNW Stärke 10, am 4. NNW Stärke 8 
am 7. S Stärke 6, am 10. S und SSO Stärke 6, am 11. SSO Stärke 7, am 12. 
N Stärke 7, am 13. NNO Stärke 7, am 18. SSW Stärke 6, am 27. NNW Stärke 6 
und am 28. NNW Stärke 8. ; 
Herbst 1905. Vergleicht man die Witterung im Herbst 1905 mit ‚der 
in dem Jahrfünft vom 1. IX. 1898 bis 31. VIII. 1903 festgestellten, so ergeben 
sich nur geringere Abweichungen von den dort gefundenen Mittelwerten, 
Der mittlere Luftdruck stellt sich in diesem Herbst auf 765.9 mm gegen 
766.1 mm der Herbstperiode des Jahrfünfts. 
Das Mittel der Tagestemperatur mit 15.1° ist um 0,8° niedriger als dort, 
auch das mittlere Maximum und Minimum derselben zeigen 0.5° bzw. 0.9° 
niedrigere Temperaturen. ; 
Die durchschnittliche Bewölkung des Himmels betrug 4.6 Zehntel, hier- 
bei kamen 26 heitere und 20 trübe Tage zur Auszählung; diesen Zahlen 
stehen aus dem angeführten Jahrfünft gegenüber: Mittlere Bewölkung 
4.1 Zehntel, 30 heitere und 12 trübe Tage. . . 
Während das Tagesmittel der relativen Feuchtigkeit der Luft im ver- 
flossenen Herbst 76%, betrug, traten 18 regnerische Tage auf, welche zu- 
sammen 88.8 mm Regen brachten, 
Unter den Winden traten auch in diesem Herbst wieder zum über- 
wiegenden Teil die aus den Richtungen NNW über N bis NNO und aus SSO 
über S bis SSW kommenden in die Erscheinung; die aus den nördlichen 
Richtungen wehenden Winde. nahmen oft stürmischen Charakter an und 
drückten die Temperatur der Luft stets stark-herunter; während der Herbst- 
monate wurden 7 Sturmtage gezählt. Die durchschnittliche Windstärke betrug 
33 der Beaufortskala. Heyne. 
Kleinere Mitteilungen. 
1. Ein Wirbelsturm im Tuamotu- (Paumotu-) Archipel vom 12. 
bis 14. März 1905. Der folgende Bericht des Kapitän F. Herve, Führer des 
Motor-Schoners »St Michel« ist von dem Bureau Central‘ Meteorologique de 
France, dem Herrn Kapitän A. Schück und von diesem in Abschrift der 
Nautischen Abteilung des Reichs-Marine-Amts zur Verfügung gestellt worden. 
Das genannte Schiff ‚hatte in der Zeit vom 12, bis 14. März 1905 im Hafen. 
von Makemo einen schweren Wirbelsturm zu überstehen. Trotz eines ver- 
hältnismäßig hohen Barometerstandes muß der Sturm von einer ungeheuren 
Gewalt gewesen sein, wie aus folgenden Aufzeichnungen hervorgeht. 
Am Donnerstag, 9. März: »Der Wind nimmt ab, Wellen aus allen 
Richtungen erzeugen einen groben Seegang. Um 5% N. ankerten wir vor 
Makemo. Es regnet beständig; Barometer 758.5 mm. Bis 6% N. wieder 
heftige Böen aus ONO, nach 64 Windstille, Während der Nacht war es fast 
ganz still; von vereinzeltem Aufklaren unterbrochener Regen, ; 
Am 10. früh dreht der Wind in einer Bö nach N und scheint nach NW 
ausschießen zu wollen. Regenschauer gehen nieder. Auf dem äußeren Riffe 
steht hohe Brandung, der Wind ist mäßig aus NNW. Das Barometer zeigt 
um 52 V. 757 mm und fällt bis Mittag um 2 mm. Gegen 8% N. frischt . der 
Wind bei klarem Sternenhimmel aus NNO auf, und das Barometer steigt auf 
757 mm. Bei Sonnenuntergang nimmt der Himmel eine kupferfarbige Tönung 
an, was auf schlechteres Wetter schließen läßt. Um Mitternacht steht das 
Barometer noch auf 757 mm, gleichzeitig bewölkt sich im SW. der Himmel.
	        
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