242 _ . Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1906.
zeigte mit 28.1° am Mittag des 9. und 12, seinen höchsten, das Minimum-
thermometer mit 3.8° am Morgen des 30. seinen niedrigsten Stand im Monat.
Die mittlere Bewölkung des Himmels machte 4.5 Zehntel aus; es wurden
11 heitere und 7 trübe Tage gezählt.
Durch den Sonnenscheinautographen wurden während des Monats in
Summe 197 Stunden Sonnenschein, das sind ungefähr 57°, der möglichen
Dauer, registriert. An einem Tage schien die Sonne gar nicht, an 3 Tagen
weniger als 1 Stunde.
Wie im vorigen Monat, war auch im Oktober der Feuchtigkeitsgehalt
der Luft noch ein sehr großer; das Monatsmittel desselben, 80°/, betragend,
überragte den bisher im gleichen Monat ermittelten Durchschnitt um 14°%/,.
An 7 regnerischen Tagen fiel eine Gesamtregenmenge von 29.3 mm.
{n den frühen Morgenstunden wurden häufig leichter Nebel und Dunst,
seltener Tau beobachtet.
Eine um diese Jahreszeit schon seltenere Naturerscheinung trat zu Anfang
des Monats auf. Am Abend des 5. wurde andauerndes Wetterleuchten in SW
and am nördlichen Himmel beobachtet, um 7t 3min N, wurde in NW der erste
Donner gehört, der Wind sprang von SSO auf Nord herum und frischte
schnell zur Stärke 6—7 auf, Die Gewitter näherten sich mit großer Ge-
schwindigkeit; eins aus SW zog westlich an der Station vorbei, während das
von Nord kommende gerade über dieselbe hinweg zog und uns um 7h 25min N,
am nächsten war; 7b 27min N, schlug der Blitz, ohne größeren Schaden zu ver-
ursachen, zweimal kurz hintereinander auf bzw. bei der Signalstation ein,
Die Färbung der Blitze während der Nahgewitter war bläulich weiß. So
schnell wie das Wetter heraufgekommen war, so schnell zog es auch wieder
ab, der letzte Donner wurde 8% 25min N, in südöstlicher Richtung gehört. Die
während der Gewitter von 7h 11"in N. bis 81 28min N, gefallene Regenmenge
betrug 4 mm.
Die Hauptwindrichtungen im Monat waren SO bis S und NW bis N.
Während die Winde aus den südlichen Richtungen ein Steigen der Temperatur
bewirkten, trat bei denen der nördlichen Richtungen naturgemäß der entgegen-
gesetzte Fall ein.
Stärkere Winde, die zum Teil volle Sturmstärke erreichten, wurden
zur Zeit der täglichen 3 Beobachtungstermine beobachtet, und zwar am 4,
SO Stärke 6, am 7. S Stärke 7 und SSW Stärke 6, am 14. SSO Stärke 7, NNO
und N Stärke 6, am 19. NW und NNW Stärke 9, am 23. und 24. S Stärke 6,
am 29. N Stärke 10 und am 31. S Stärke 6. Die mittlere Stärke der Winde
betrug 3.2 der 12teiligen oder Beaufortskala.
November 1905. Im Monat November war, mit Ausnahme einiger
recht stürmischer und dabei kalter Tage, welche fast alle der ersten Monats-
hälfte angehörten, durchweg freundliches heiteres Wetter vorherrschend; der
Monat bewahrte somit auch in diesem Jahre seinen Ruf, der ihn in die Reihe
ler schönsten Monate des Jahres stellt.
Die mittlere Tagestemperatur, welche zu 8.3° berechnet wurde, stellte
sich mit diesem Wert ungefähr in die Mitte der bisher im gleichen Monat der
verflossenen Beobachtungsperiode erreichten Durchschnittstemperaturen,
Das Maximum und Minimum der Temperatur fiel auf die ersten Tage
des Monats, ersteres mit 19.7° auf den 2., letzteres mit —3.0° auf den 5.
Dieser in solch kurzer Zeit sich vollziehende Wettersturz war dem vom Abend
les 2, bis in die Nacht vom 4. zum 5. wehenden NNW-Sturme zuzuschreiben,
welcher zeitweise Stärke 10 der Beaufortskala erreichte.
Bei einer durchschnittlichen Bewölkung des Himmels von 3.2 Zehnteln
wurden 12 heitere und 3 trübe Tage gezählt.
Mit Hilfe des Sonnenscheinautographen wurden 195.1 Stunden Sonnen-
scheindauer im Monat, das ist ungefähr 64.4° der möglichen Dauer, ermittelt.
Der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ging im Laufe des Monats stark
herunter, so daß das Mittel nur noch 66% betrug; dementsprechend fiel auch
nur an einem Tage im Monat (am 12.) Regen, die Höhe der gefallenen Menge
betrug 15.2 mm.