Pettersson, O.: Über die Wahrscheinlichkeit.von periodischen Schwankungen usw. 13
Immigration der Jungfische gegen die Küstenbänke‘) und mit den Winter-
fischereien von Dorschen und Heringen in gewissen Teilen des skandinavischen
Randgebietes im Zusammenhang.
Das Kattegat, die Beltsee und gewissermaßen die ganze Ostsee ist als
ein Randgebiet des Atlantischen Ozeans zu betrachten. Fig. 7 gibt ein Bild
von der. hydrographischen Situation in einem Längsschnitt vom Skagerrak
bis zum innersten Teil des Bottnischen Meerbusens, wie sie sich bei meiner
Zusammenstellung?) des von Ekman während der schwedischen Expedition im
Jahre 1877 eingesammelten Beobachtungsmaterials. herausstellte. Die Wasser-
zirkulation in diesen keilförmigen Schichten wurde erklärt durch Gasanalysen
des Bodenwassers der großen Tiefmulden der Ostsee, der Älandsee und des
Bottnischen Meeres,?) .
Fig. 7. ;
Gjedser Boruhom6oland, Aland
re Netir
Das Bodenwasser der inneren nördlichen Tiefmulden fand ich relativ
gut ventiliert, während das Tiefenwasser der eigentlichen Ostsee (östlich von
Gotland) ein bedeutendes Defizit an Sauerstoff zeigte.
Gelöste Gase in 11] Wasser aus 200 m Tiefe,
Gase. Stat. 96 Gotlandtiefe (1893). Stat. 70 Älandsee (1893) Stat. 35 Bottnisches Meer (1893).
0? = 1.21 com = 8.17 ccm ; = 6.30 ccm
Co? = 41.18 com ; =— 31,93 com ; = 31.47 com
Ich erklärte dieses damals unerwartete Verhältnis so, daß der Unter-
strom, welcher über die unterseeischen Bänke dringt, welche die Älandsee und
das Bottnische Meer von der eigentlichen Ostsee trennen, dem Oberflächen-
wasser der mittleren Ostsee entstammt, während das Tiefenwasser der Gotland-
tiefe einer viel längeren und. langsameren Zirkulation unterworfen ist,
Diese allgemeinen Resultate der ersten hydrographischen Untersuchungen
der Ostsee haben ganz neuerdings ihre Bestätigung gefunden durch die
finländischen Untersuchungen, welche durch ihre Vollständigkeit sogar Material
zu einem quantitativen Studium der Wasserzirkulation in den nördlichen Ab-
teilungen der Ostsee und den jährlichen und jahreszeitlichen Veränderungen
derselben darbieten. Dr. R. Witting*) hat gezeigt, daß in den tieferen
Wasserschichten das Maximum von Salzgehalt und Temperatur in den Monaten
Oktober, November und Dezember eintritt. .
1) T. Hjort. Die erste Nordmeerfahrt des Dampfers »Michael Sars« im Jahre 1900.
Petermanns Mitteil. 1901, 47. Band, S. 77 u. 79.
2?) Den Svenska hydrografiska expeditionen 1877 under ledning af F. L. Ekman, IT. Abteil,
K, Svenska V. Aks, Handl. Bd. 25, No. 1. ;
3) O. Pettersson. Redogörelse för de Svenska hydrografiska undersökningarna 1893—1894.
Bih. Sf. V. Aks. Handl., Bd. 19, II, No. 4, p. 9—14, und: A review of Swedish hydrographic
research in the Baltic and_northern seas. Scottish Geogr. Mag. June 1894, p. 624 u. £f.
4) N. Witting. Öfversigt at de Bottniska sjöarnes hydrografi. Meddelanden af Geografiska
Föreningen i Finland VII. 1904—1905.,