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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1906.
des Gullmarfjords gegen die steile Küste der Insel Bornö treibt, sich ein
Schaumrand in einiger Entfernung von der Insel bildet. Dieser Schaumrand,
welcher durch die Kabbelung des Wassers markiert wird, zeigt sich zuerst in
unmittelbarer Nähe des Ufers, entfernt sich aber davon beim Anwachsen des
Windstromes, der gegen das Ufer setzt, und nimmt eine stationäre Lage ein.
Durch direkte Beobachtungen und Experimente gelang es Sandström, nachzu-
weisen, daß die Zirkulation auf beiden Seiten eines solchen Schaumrandes in
der folgenden Weise vor sich geht.
Von beiden Seiten fließt
das Wasser gegen den Schaum-
rand, wo es untersinkt. Am
Schaumrand »verschwin-
det Wasseroberfläche«,
am Ufer wird »Ober-
fläche gebildet«. Die Pfeile
zeigen die Bewegung des
Wassers an.
Sandström äußert: »In
allen Meeren der höheren
Breiten gibt es eine ausge,
prägtezyklonischeZirkulation,
und um alle Inseln herum ist
die Zirkulation antizyklonisch,
Nach der Bjerknesschen
Zirkulationstheoriel) setzen
diese Zirkulationen voraus,
daß eine Kontraktion der
Wasseroberfläche im offenen
Meer und eine Ausdehnung
derselben in der Nähe der
Küsten vor sich gehen. Diese
Kontraktion und Ausdehnung
dürften in der Weise vor sich
gehen, wie es im Gullmarfjord
beobachtet wurde. In der Nähe aller Küsten gibt es nämlich ein aus Flüssen
usw. stammendes leichteres Wasser, welchem das A-Wasser in Fig. 5 entspricht.
Wenn nun das schwerere Oberflächenwasser im offenen Meere eine gegen das
Land gerichtete Bewegungskomponente besitzt, so wird es bei Erreichung des
leichteren Uferwassers unter dasselbe untertauchen und die Zirkulation hervor-
bringen, welche im Vertikalschnitt Fig. 5 angedeutet ist.«
Die Küstenländer Europas, die britischen Inseln und Island sind um-
yeben von solchen Randfurchen mit Küstenströmen von antizyklonischer Richtung
(siehe Fig. 6 und die Karte Fig. 1). Die jährlichen Veränderungen der Rand-
furche, welche zuerst im Skagerrak bemerkt wurden, treten besonders markiert
hervor an der norwegischen Westküste, wovon ich in der erwähnten Ab-
handlung?) einige Beispiele gegeben. Die enorme Ausbreitung des norwegischen
Küstenwassers gegen Westen im Sommer führt Fischeier, Larven, Fischbrut,
Quallen und neritische Planktonformen, welche den Küstenbänken und den
Fjorden entstammen, weit hinaus in der Oberfläche über die tiefe Region des
Norwegischen Meeres bis zum äußersten »Schaumrand« oder der Grenze
zwischen dem Küstenwasser und dem atlantischen Wasser, wo andere ganz
verschiedene Formen auftreten. Diese Grenze wurde von Hjort im
August 1900 in etwa 200 Meilen Entfernung von der Küste angetroffen. Im
Winter rückt diese Grenze näher an die Küste, indem die Randfurche sich
dann beträchtlich verengt und vertieft, Es steht dies wahrscheinlich mit der
)) W. Bjerknes. Zirkulation relativ zur Erde. Ofvers, Sv. V. Ak. Forhandl. 1904.
» O0. Pettersson. Srenska Hrdrografisk - Biologiska Kommissionens Skrifter II, 1.6. p.