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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1906.
die Wassertiefe 9 bis 11 m beträgt. Er ist aber gegen die am häufigsten
wehenden nordwestlichen Winde ungeschützt, die hohen Seegang verursachen,
und sollte nicht benutzt werden,
Am linken Ufer des Jenissei, Goltschicha gegenüber, liegt das kleine
Dorf Swerewo, das von einigen Samojedenfamilien bewohnt wird (s. S. 198).
Dort ist im Ufer ein Einschnitt, an dessen Nord- und Südseite je ein teilweise
über Wasser sichtbares Riff von etwa !/, km Länge vorspringt. Diese beiden
Riffe bilden eine Bucht, in der man bedeutend besser als bei Goltschicha
ankern kann. Die Wassertiefe beträgt 6.5 bis 3.5 m und nimmt nach dem
Lande hin gleichmäßig ab, Grund Schlick; Strom ist dort fast gar nicht vor-
handen. Eben oberhalb dieser Bucht wendet sich das linke Ufer nach Süden
und bildet einen andern bequemen Ankerplatz mit 9 bis 5,5 m Wasser und
gutem Ankergrunde, Die Reede von Swerewo ist geschützt von SO über S
bis NW. Von NW über N bis SO ist sie zwar ungeschützt, doch kann bei
Winden aus diesen Richtungen kein bedeutender Seegang aufkommen (s. Plan
auf Tafel 13).
Weiter flußaufwärts kann man in den Durchfahrten zwischen den
Brechowski-Inseln ankern, ebenso im Flusse bei den Inseln Lopatny, Tscha-
jetschny (Tchajaschny) und Turuschin,
Den besten Ankerplatz bildet jedoch Lukowaja Protoka. Diese Straße
liegt 15 km oberhalb des Kaps Kasanzewo zwischen dem hohen rechten Ufer
und einer Gruppe niedriger Inseln. Sie ist etwa 8 km lang und bis 375 m
breit. Das Land an beiden Seiten der Straße ist mit niedrigem Gebüsch be-
standen. Am rechten Ufer innerhalb der Straße liegt die kleine Ansiedlung
Durakowo. Von der nördlichsten Insel am linken Ufer der Straße erstreckt
sich eine Sandbank 1'/, km flußabwärts. Die Einfahrt in die Straße ist von
Norden, zwischen dieser Bank und dem rechten Ufer, Die Wassertiefe beträgt
in der Einfahrt 4.9 m, nimmt aber weiter nach innen bis auf 16.5 m zu, Grund
feiner Sand. Das Südende der Straße hat bei niedrigem Wasserstande nur
etwa 1.2 m Wasser. Durch das Festland und die Inseln ist die Straße vor
allen Winden geschützt, ausgenommen westliche, die aber keinen hohen See-
gang erzeugen können. Sie bildet daher einen vorzüglichen Löschhafen, kann
aber zum Überwintern nicht benutzt werden, da bei Hochwasser das Eis über
die niedrigen Inseln hinweggeht. Der Strom ist in der Straße sehr schwach,
Schiffe mit 4.9 m oder größerem Tiefgange müssen zwischen der obengenannten
Sandbank und dem rechten Ufer auf 9 bis 11 m Wasser ankern, doch liegen
sie dort auch sicher, Am besten ist es, wenn die Schiffe dort so nahe wie
möglich am rechten Ufer vertäuen, »Sweaborg« mit etwa 140 m Länge und
6.7 m Tiefgang konnte dort in 15 bis 20 m Entfernung vom Ufer liegen,
Wenn die Festmachepfähle am Lande etwas sicherer wären, könnte man nach
dem Berichte des Kapt. Berg noch näher am Ufer liegen und mit Hilfe eines
provisorischen Landungsstegs die Ladung direkt ans Land löschen. (Siehe
Plan auf Tafel 14 und Abbild, auf Tafel 15.)
Der Ob.
Eisverhältnisse, Der obere Teil des Ob-Busens ist bei der Nachodka-
Bucht gewöhnlich am 27, Juni eisfrei, Der 27, Sept. ist als der späteste Termin
zum Verlassen der Nachodka-Bucht zu betrachten. Wenn irgend möglich,
sollte man jedoch nicht später als am 17. Sept. auslaufen,
Wassertiefe, Nach der Nachodka-Bucht, dem Seehafen für Obdorsk,
können nur Schiffe von 4.5 m Tiefgang kommen,
Strom. In der Nachodka-Bucht wurden beständig Ebb- und Flutstrom
beobachtet, die NNW und SSO mit etwa 2 Sm Geschwindigkeit setzten,
Einsteuerung. Über seine Fahrt im Ob-Busen sagt Kapt. Rausch
ungefähr folgendes: Auf der Ausreise passierten wir die Westseite der Weißen
Insel in etwa 15 Sm Abstand auf 16 bis 18 m Wasser, Grund Schlick, die
Nordseite in etwa 23 bis 25 Sm Abstand auf 18 bis 25 m Wasser, Grund Sand,
and die Ostseite in etwa 20 Sm Abstand auf 25 bis 22 m Wasser. Diese Wasser-
tiefe nimmt bei der Annäherung an den Ob-Busen allmählich auf 20 bis 15 m