Herrmann, J.: Die Fahrt nach dem Ob und dem Jenissei im Jahre 1905. 217
Turuschin und dem Nordende der Insel Lopatny, etwa 69 Sm oberhalb von
Goltschicha.
Strom ist im unteren Laufe des Jenissei bis Lukowaja Protoka in der
Schiffahrtszeit nicht bedeutend. Er erreicht seine größte Geschwindigkeit von
etwa 1!/, Sm in der Enge zwischen den Inseln Turuschin und Lopatny, sonst
beträgt er überall !/, bis 1 Sm.
Einsteuerung. Für die Seeschiffahrt kommt vorläufig nur die
Strecke bis Lukowaja Protoka, etwa 140 Sm oberhalb von Goltschicha, in
Betracht. Auf dieser ganzen Strecke ist das rechte Ufer hoch und steil,
stellenweise mit felsigen Wänden.‘ Das linke Ufer ist niedrig und nur in der
Umgegend des Kaps. Dorofejewski (in der Nähe der Mündung) hügelig. Beide
Ufer sind mit niedrigem Strauchwerk bedeckt und sehr dünn bewohnt. Nur
dann und wann sieht man einige Hütten von Fischern oder Jägern, wie die
Ansiedlungen Goltschicha, Swerewo, Pustoje, Tolsty Noss, Setschenskoje und
Kasanzewo. Von allen ist Goltschicha die bedeutendste, Sie besteht aus
einigen Hütten, einer Kapelle und einer meteorologischen Station und’ liegt
am rechten Ufer unmittelbar an der Mündung. Dort kann man auch unter
Umständen Leute bekommen, die den Fluß ziemlich genau kennen.
Vom Kap Swerewo, der linken (westlichen) Mündungshuk, laufe man in.
nicht mehr als 2 Sm Abstand längs des linken Ufers bis zum Kap Dorofejewski,
das in derselben Entfernung passiert wird. Man meidet auf diese Weise eine
lange schmale Bank, die sich vom Kap Mesenin nordwärts bis fast nach
Goltschicha erstreckt. Vom. Kap Dorofejewski steuere man rw. 205° (mw. $)
bis dwars vom Kap Gostinny und lasse die lange schmale Sandbank, die von
der Jakob-Landzunge längs des rechten Ufers nordwärts läuft, an B-B. Die
Wassertiefe ist in der Nähe dieser Bank größer als weiter nach dem linken
Ufer hin, nimmt aber nach der Bank hin schnell ab, .
Vom Kap Gostinny laufe man parallel zum rechten Ufer und nahe an
der Jakob-Landzunge vorbei, die steil abfällt, um frei von dem Riffe vor.dem
Nordende der Nosonowski-Insel zu bleiben. Sobald man hinter der Jakob-
Landzunge die Mündung des gleichnamigen Flusses erblickt, halte man. etwas
mehr nach der Nosonowski-Insel hinüber, um das einzelne 1.5 m-Riff südlich
von der Jakob-Landzunge an B-B. zu lassen. Wenn man das Nordende der
Nosonowski-Insel hinter sich hat, halte man die Flußmitte bis zum Nikandrow-
Ufer, etwa 4 Sm südlich von der Ansiedlung Pustoje. Von dort muß man
in 1’, km Abstand längs des linken Ufers steuern, um die Bank vor dem
Nordende der Insel Turuschin an B-B. zu lassen. Dwars vom Nordende dieser
Insel muß man an St-B. die Bank vor dem Nordende der Lopatny-Insel meiden,
darf aber dabei der Westseite der Insel Turuschin nicht zu nahe kommen, um
nicht auf die dort befindliche Bank (Strandungsstelle des »Roddam«) zu ge-
raten. Weiterhin halte man sich wieder näher an der Lopatny- und der
Stary Sopotschny-Insel; die kleine Pestschany-Insel bleibt an B-B.
Bei der Annäherung an die letztere Insel sichtet man das Kap Moksu-
ninski, das man etwas an B-B. hält, Wenn man dwars vom Südende der
Pestschany-Insel ist, steuere man mitten zwischen dem Kap Moksuninski und
dem linken Ufer hindurch und darauf längs des linken Ufers in 2 bis 21/, km
Abstand. Zwischen Golowin- und Rybnaja Protoka halte man auf das Kap
Karaulny zu, das man nahe an B-B. läßt. Darauf laufe man in !/„ km Abstand
längs des rechten Ufers bis zum Kap Karginski, wo man sich etwas weiter
vom rechten Ufer entfernt, um die Untiefe vor dem Kap Kasanzewo zu meiden,
Nach dem Passieren des letzteren Kaps läuft man wieder in */, km Abstand
längs des linken Ufers bis zum Flüßchen Jamnaja, das 4 km nördlich von
Lukowaja Protoka mündet. Darauf nähere man sich dem rechten Ufer noch
mehr, um in 100 bis 200 m Entfernung davon in Lukowaja Protoka ein-
zulaufen.
Ankerplätze. Im Jenissei gibt es von der Mündung bis Lukowaja
Protoka vier Ankerplätze, bei Goltschicha, beim Kap Swerewo, bei den Bre-
chowski-Inseln und in Lukowaja Protoka. Der Ankerplatz bei Goltschicha ist
eben unterhalb dieses Ortes zwischen einer Bank und dem rechten Ufer, wo