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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

214 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1906. 
Storoschewoi zusteuert. Wenn diese Insel bei unsichtigem Wetter nicht zu 
sehen ist, braucht man sich nur in der Mitte der Straße zu halten, darf aber 
das Loten nicht vergessen.!) Sobald Suchoi Noss rw. 0° (mw. NzW°/,W) peilt, 
dreht man ganz langsam nach B-B., um dieses Kap in %, bis 1 Sm Abstand 
an B-B. zu lassen. Wenn Suchoi Noss rw. 270° (mw. WSW*/.W) peilt, setzt 
man den Kurs auf den Ausgang aus der Straße, jedoch in nicht mehr als 1 Sm 
Entfernung vom Kap Kanin (Kaninoi Nos der Brit. Adm-Krt.), auf dem eine 
Stangenbake steht. 
Schiffe, die nach der Reede von Chabarowo bestimmt sind, können von 
der Mitte der Straße aus langsam nach Südosten drehen, sobald das ganze 
Dorf in Sicht ist (von Westen kommend), dürfen dem Festlande aber nicht 
näher als !/„, Sm kommen, Sobald die Kirche rw. 180° (mw. SzO°/0) peilt, 
können sie auf das Land zusteuern und vor dem großen Schuppen Sibirjakows 
auf 8 bis 9 m Wasser ankern. Man beachte, daß die Wassertiefe innerhalb 
der 9 m-Grenze sehr schnell abnimmt. 
Von der Chabarowo-Reede nach dem Karischen Meere steuere man zu- 
nächst auf das Kap Suchoi Noss zu, bis man die Verbindungslinie des Nord- 
endes der Insel Storoschewoi mit dem Kap Stworny erreicht hat. Dann 
steuere man rw. 56° (mw. NO5°/N) bis zur Verbindungslinie des Kaps Suchoi 
Noss mit dem Nordende der Insel Storoschewoi und setze dann den Kurs wie 
vorher auf den Ausgang aus der Straße. Beim Umsteuern des Kaps Suchoi 
Noss ist gut darauf zu achten, daß man durch den Strom nicht auf die Bänke 
südwestlich und westlich vom Kap versetzt wird. Man muß, um dies zu ver- 
meiden, das etwa 4 Kblg nordöstlich von Suchoi Noss liegende Kap beständig 
in Sicht behalten und darf es auf keinen Fall hinter Suchoi Noss ver- 
schwinden lassen, 
Vom Karischen Meere kommend, dient die von Kapt. Matz auf S. 202 
gegebene Anweisung zur Durchsteuerung der Jugor-Straße, 
Ankerplätze in der Jugor-Straße. 
Den besten Ankerplatz in der Jugor-Straße bietet die Warnek-Bucht, 
die eben innerhalb der Westeinfahrt an der Nordseite der Straße liegt und 
durch eine lange schmale Halbinsel in eine westliche und eine Östliche Hälfte 
geteilt wird. Die Wassertiefe ist regelmäßig und nimmt nach dem Innern der 
Bucht allmählich ab. Nur die in den Karten verzeichneten Untiefen sowie die 
auf S. 213 beschriebene 4.9 m-Stelle in der Einfahrt sind zu meiden. Schiffe 
bis 4.9 m Tiefgang können in der westlichen Hälfte der Bucht nahe am Lande 
auf 6 m Wasser ankern, am besten unter der Westküste, wohin nur bei süd- 
lichen Winden Seegang kommen kann. Der Grund besteht aus Schlick und 
im südlichen Teile der Bucht aus grobem Sand. 
Die östliche Hälfte der Bucht ist besser geschützt, jedoch noch nicht 
genau vermessen, so daß sie als Ankerplatz weniger zu empfehlen ist. Ein 
Teil der Flotte ankerte jedoch im inneren Teile dieser Bucht dicht bei dem 
dort befindlichen Blockhause. 
Die Warnek-Bucht hat noch den Vorteil, daß sie vollständig stromfrei 
ist, auch wenn starker Strom durch die Jugor-Straße läuft. Sie ist gegen 
nördliche und nordöstliche Winde geschützt, die das Eis vom Karischen Meere 
in die Jugor-Straße treiben und bleibt daher auch eisfrei, selbst wenn der 
westliche Teil der Straße ganz voll Eis ist, da der starke Strom das Eis in 
der Mitte der Straße hält. Nur wenn südliche Winde eintreten und der Strom 
nachläßt, kommt es vor, wie während des Aufenthalts der Flotte, daß das 
Eis durch den Wind an die Nordseite der Straße und in die Bucht yedrängt 
wird. Dieser Fall dürfte jedoch selten eintreten. 
In beiden Hälften der Warnek-Bucht ist am Lande Frischwasser vor- 
handen, das auch als Trinkwasser benutzt werden kann. Im inneren Teile 
der östlichen Bucht an der Nordseite steht ein Blockhaus, das als Unterkunfts- 
1) Auf dem Küstenvorsprung an der Nordseite der Straße zwischen den Kaps Stworny und 
Pestschanv, Chahbarowo gegenüber, befindet sich nach Kapt. Rausch ebenfalls eine Bake.
	        
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