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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1906.
Die erste Abteilung der Jenissei-Expedition hatte auf der Fahrt vom
Katharinenhafen nach der Jugor-Straße vom 16. bis 20. Aug. mit Ausnahme
der Nacht vom 17. auf den 18. Aug., wo Regen mit Schnee vermischt fiel,
sehr schönes Wetter. Der Wind war meist leicht, zuerst südlich und süd-
3stlich mit hoher Dünung aus Südosten bei Kap Kanin, dann vom 18, Aug.
über W nordwestlich holend und steif einsetzend, aber bald wieder abnehmend.
Dabei lief hohe Dünung aus Nordwesten, die aber ebenfalls bald abnahm und
westlich holte, Im Nordosten stand am 19. Aug. eine dunkle Wolkenbank,
die auch noch am 21, Aug. von »Gladiatore, als dieser sich nördlich von
Kolgujew befand und von »Aval« in der Jugor-Straße beobachtet wurde und
das Herannahen von nordöstlichem Wind ankündigte. Die Luftwärme nahm
während der Fahrt allmählich von 11’/,° C auf 6!%° ab,
Die zweite Abteilung der Jenissei-Expedition hatte im Murman-Meer
am 19. und 20. Aug. schönes Wetter und leichte südliche Winde, Am 21. Aug.
wurde das Wetter trübe und zeitweise neblig; der Wind holte auf ONO,
wurde allmählich steif und am 23. Aug. bei dem Übergang auf NO stürmisch,
Aus der letzteren Richtung flaute er allmählich wieder ab, Während des
Aufenthalts in der Ljamtschin-Bucht vom 23. bis 29. Aug. wurde der nord-
östliche Wind nur am 26. Aug, durch mäßigen südöstlichen und am 27, Aug.
durch leichten westlichen Wind unterbrochen. In der Nacht vom 23. zum
24. Aug. herrschte dichtes Schneegestöber, sonst war abwechselnd trübes und
klares Wetter, Die Luftwärme nahm von 14!/,” C am Mittag des 19, Aug.
allmählich auf etwa 4° beim Eintreffen in der Ljamtschin-Bucht am 23, Aug,
ab. In der Bucht schwankte sie zwischen 6°” und 2° C,
»>Hapsal« und »Sweaborg« trafen auf der Fahrt von Vardö nach der
Jugor-Straße vom 30. Aug. bis 1.Sept. bei gutem Wetter leichte bis mäßige
züdliche und östliche Winde, Die Luftwärme nahm von 10- C nach Osten
hin allmählich auf 5° bis 6° ab.
In der Jugor-Straße herrschten vom 14. Aug. bis 3, Sept. meist leichte
unbeständige Winde, vielfach durch Windstille unterbrochen. Das Wetter war
meist schön. In einigen Nächten zeigte sich dichter Nebel, der im Laufe des
Vormittags verschwand. Von NO ging der Wind am 14. Aug. über N auf
NW, hielt sich vom 15, bis 20. Aug. zwischen W und S, während am 21, Aug.
Windstille herrschte. Am 22. Aug. kam nordöstlicher Wind durch, der bald
auffrischte und zuweilen aus nördlicher Richtung vorübergehend Stärke 5 bis
6 erreichte und bis zum 25. Aug, anhielt, Am 26. Aug. wehte mäßiger SU-
Wind, der am 27, Aug, über W nach NO drehte und diese Richtung in
wechselnder Stärke, 4 nicht überschreitend, bis zum 31. Aug, beibehielt, Vom
1. bis 3. Sept. herrschten leichte unbeständige Östliche bis südliche Winde,
vielfach von Stille unterbrochen. Das Wetter war während der ganzen Zeit
ziemlich warm; mittags stieg das Thermometer oft trotz des Vorhandenseins
yroßer Eismassen in der Straße über 10° C. Nachts wurde es zuweilen
empfindlich kalt; das Thermometer fiel dann unter Null. so daß sich zeitweise
eine leichte Eiskruste bildete,
Im Karischen Meere herrschten vom 1. bis 3, Sept, leichte bis frische
züdöstliche Winde bei schönem, zeitweilig trübem Wetter. Vom 4. bis 6. Sept.
wehten bei abwechselnd schönem und nebligem sowie regnerischem Wetter
ljeichte östliche Winde, die am 7. Sept. vor dem Jenissei-Busen ostsüdöstlich
bis südöstlich wurden und sich im Jenissei-Busen, vorübergehend auffrischend,
so hielten bis zum 15. Sept., vielfach von Regen begleitet. Vom 15. Sept.
bis 23. Okt., dem Tage der Ankunft in Jenisseisk, wurden auf dem Jenissei
meist südliche Winde angetroffen; nördliche Winde waren seltener und brachten
meist schönes Wetter, während es bei den südlichen oft regnete. Vom 23.
Sept. an fiel häufig Schnee, Im Karischen Meere stand das Thermometer
meist unter 5° C, während es in der Jenissei-Mündung vom 9, bis 17. Sept.
meist über 10° zeigte, Dann wurde es allmählich kälter, bis am 24. Sept.
der erste Frost eintrat, der sich auf der Fahrt von Lukowaja Protoka nach
Jenisseisk allmählich mit einigen Unterbrechungen verstärkte; am 24, Okt.
wurde in Jenisseisk schon —15°” C gemessen.‘ Die Wärmeschwankungen inner-