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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1906,
Am 21, Sept. waren wir auf »Hapsal« fertig mit Löschen. Als wir nach
unserem Ankerplatze dampfen wollten, kamen wir auf Grund’). Trotz der
Assistenz zweier Schlepper gelang es uns nicht, das Schiff abzubekommen. Es
mußte der eine Buganker nach hinten ausgebracht werden. Dann wurden
alle Tanks gelenzt und außerdem 40 t Kohlen über Bord geworfen. Am
nächsten Tage, dem 22. Sept, kamen wir los und gingen zu Anker, das Leer-
werden der beiden anderen ‚Schiffe abwartend. Die Lotungen im Flusse sind
sehr ungenau. Wo wir zu Anker gingen,”) sollten nach der Karte 18 m Wasser
sein, es waren aber 45 m.
Am Sonntag, den 24, Sept, waren alle Schiffe gelöscht und zur Reise
fertig. Der auf »Hapsal« als Lotse fungierende Kaufmann sollte die drei
Schiffe den Strom hinunterlotsen. Da keine Gelegenheit war, den Strom wieder
hinaufzukommen, sollte er mit »Roddam« nach Archangel mitgehen und über
Moskau mit der Bahn nach Jennisseisk zurückkehren. ;„Roddam«, mit dem
Lotsen an Bord, übernahm die Führung. Um 4% N, beim Passieren einer
sehr schmalen Stelle zwischen den Brechowskije-Inseln, kam er auf Grund,°)
Die Abschleppversuche, die sofort von »Hapsal« unternommen wurden, blieben
ohne Erfolg. Wir gingen nahe bei ihm zu Anker, und er machte an uns eine
starke Leine fest, um in der Nacht von dem starken Strom nicht weiter auf
die Bank gesetzt zu werden.
Auch am 25. Sept. gelang es uns nicht, den »Roddam-, der quer im
Strome lag, wieder freizuschleppen. Es wurde nun zwischen den Kapitänen,
den I. Offizieren und I. Maschinisten der drei Schiffe eine Beratung abgehalten,
was zu tun wäre. Herr Generalarzt Dr. Bunge,*) der auch der Beratung bei-
zuwohnen gebeten wurde, war für einen nochmaligen Abschleppversuch. Da
alle anderen Herren aber der vollen Überzeugung waren, daß kein Erfolg zu
erwarten sei, und nur kostbare Zeit verloren ginge, wurde davon Abstand
genommen. Der Kapitän des »Roddam«, Wilcox, wollte mit ein paar Frei-
willigen der Mannschaft an Bord bleiben, um das Schiff eventuell später bei
Hochwasser zu bergen. Auch davon mußte abgeraten werden. Wenn das
Schiff wirklich bei eintretendem Hochwasser loskommen sollte, was nach
meiner Meinung ohne Assistenz von Schleppern usw, absolut ausgeschlossen
war, wohin sollte es dann gehen. Zur Heimreise wurde es zu spät, denn
Hochwasser war erst in 10 bis 12 Tagen zu erwarten. Es hätte also irgendwo
überwintert werden müssen. Proviant war nur noch für drei Wochen an
Bord. Unsere Schiffe, die noch für neun Monate Lebensmittel an Bord hatten,
konnten nichts abgeben, da wir selbst nicht wußten, ob uns die Heimreise
gelingen würde, Dann hatte auch keiner der Besatzung des englischen Schiffes
irgend eine Winterbekleidung. Unsere Besatzungen waren mit Pelzmänteln
und Mützen, Filzstiefeln usw. gut ausgerüstet, Was wäre aus den armen
Menschen bei einer Kälte von 40 bis 50 C. wohl geworden! Kapt. Wilcox sah
dann auch die Undurchführbarkeit seines Vorhabens ein und schiffte sich mit
seiner Mannschaft auf »Hapsal« und »Sweaborg« ein.
Am 26, Sept. um 82 V lichteten wir Anker und dampften stromabwärts,
‚Sweaborg», auf dem sich der Lotse befand, voraus, Schwierige Stellen wurden
erst durch den Lotsen, der dann in der Dampfbarkasse vorausfuhr, ausgelotet.
Zeitweise war Nebel und Schneefall. Um 6% N ankerten wir bei Goltschicha,
In der Nacht war der Wind NW, Stärke 5 bis 6.
Am 27, Sept. bei Nordwestwind, Stärke 3 bis 4, lichteten wir um 64V
Anker und dampften weiter stromabwärts, »Hapsal« voran. Die Wolkenbildung
war sehr wechselreich. Tiefblauer Himmel und Sonnenschein wechselten mit
schwerer Schneewolkenbedeckung ab. Es gelang uns, nachdem wir freies
Wasser erreicht hatten, die Deviation des Kompasses genau zu bestimmen.
Mittagsort am 27, Sept. war 72° 13’N-Br., 80° 48’ O-Lg., nach Peilung
der Korsakowskije-Inseln. Nachmittags um 5!/,b passierten wir das hohe Kap
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Auf der Sandbank an der Nordeinfahrt von Lukowaja Protoka.
Vor der Nordeinfahrt von Lukowaja Protoka.
Auf der Bank an der Westseite der Insel Turuschin.
Arzt der Expedition.