Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1906.
(s. S. 213) mit nur 4.9 m Wasser, die ungefähr 1!/, Sm westsüdwestlich vom
Kap Djakonow liegt. Bei 8.2 m Tiefgang lag er vorn auf 4,9 m Wasser und
kam erst nach Entlöschung von Kohlen und Proviant mit Hilfe des Schlepp-
dampfers »Unterweser 10« am 2. Sept. abends wieder ab. Er hatte jedoch
ebenfalls Bodenschaden erlitten und machte die Reise nach dem Jenissei nicht
mit, sondern ging nach England zur Ausbesserung,
Eine am Nachmittag des 30. Aug. von »Simson« und »Gladiator« aus-
geführte Erkundungsfahrt, bei der die beiden Schlepper durch die Jugor-Straße
bis nach dem Karischen Meere vordrangen, zeigte die Unmöglichkeit, mit den
Leichtern im Schlepptau durch die großen Treibeismassen vorzudringen,
Am 2. Sept. verließ die Flotte wegen des in die Warnek-Bucht ein-
dringenden Treibeises ihren Ankerplatz und ankerte vor der Westeinfahrt der
Jugor-Straße in eisfreiem Wasser, In der Straße war inzwischen das Eis
durch die südöstlichen Winde an die Nordseite gedrängt worden, so daß die
Südseite passierbar wurde, Am 3. Sept. nachmittags ging daher die Flotte anker-
auf und dampfte bei schönem Wetter unter Führung des »Pachtussow« in
zwei Abteilungen durch die Straße ostwärts, deren Osteinfahrt um 9b N
passiert wurde,
Der gerade Kurs von der Jugor-Straße nach der Weißen Insel (Bjely
Ostrow) wurde nur einige Stunden eingehalten und bald östlicher gesetzt, um
nicht in die Eisfelder zu geraten, die auch am nächsten Vormittag in Sicht
kamen. Bei schönem Wetter wurde darauf längs der Kante des Treibeises,
das dicht zusammengedrängt lag, ostwärts und längs der Jalmal-Küste nord-
wärts gesteuert. Mittags am 6. Sept. befand sich die Flotte nördlich von der
Weißen Insel. Gegen 4% N am 7. Sept. kam die Insel Dickson vor der Ost-
einfahrtshuk des Jenissei-Busens in Sicht, die um 6'/,® N in den Jenissei-Busen
einlaufend passiert wurde, Im Dickson-Hafen mußte »Jenisseisk« aus dem von
ihm geschleppten Leichter Kohlen nehmen, während die übrigen Schiffe ohne
Aufenthalt weiter aufwärts liefen. Am 9. Sept. gegen Mittag wurde Goltschicha
in der Jenissei-Mündung erreicht, nachdem die vorhergehende Nacht eben
außerhalb der Mündung vor Anker verbracht worden war.
Mit der Ankunft in Goltschicha hatten die drei deutschen Seeschlepper
ihren Bestimmungsort erreicht. Sie füllten aus den Leichtern ihre Bunker und
traten am 11, Sept. 6b V ihre Heimreise in Begleitung des »Pachtussow« an
{s. letzten Absatz dieser Seite).
Die übrigen Schiffe und Leichter gingen am 9. Sept. nachmittags weiter
stromaufwärts und kamen am 13. Sept. um 4"hN in Lukowaja Protoka, wo die
äürei großen Dampfer löschen sollten, an. Von dort gingen »Turuchansk«,
‚Krasnojarsk« und »Lena« mit vier Leichtern weiter nach Jenisseisk, während
»Minosinsk«, »Angara« und »Jenisseisk« mit den übrigen Leichtern sowie der
Flußdampfer »Ob« am 24, Sept. nachfolgten. An demselben Tage traten
»Hapsal«, »Sweaborg« und »Roddam« die Heimreise an, die der auf 8.196
folgende Bericht des Kapt. Matz näher beschreibt.
Auf der Fahrt der Flußschleppdampfer und Leichter von Lukowaja
Protoka nach Jenisseisk wurde unter Lotsenführung nur bei Tage gedampft
und nachts geankert. Die schweren Schleppzüge kamen bei dem stellenweise
sehr starken Strom und bei dem unsicheren, vielfach sehr gefährlichen Fahr-
wasser nur langsam vorwärts. Vielfaches Festkommen der verschiedenen
Fahrzeuge auf den Bänken des Flusses verzögerte außerdem die Fahrt. Bei
dem Dorfe Sumarokowa in etwa 61° 39’ N-Br. mußte bis auf 1.8 m geleichtert
werden, da das Fahrwasser von dort nach Jenisseisk größeren Tiefgang nicht
gestattet. Am 23. Okt. wurde Jenisseisk erreicht, von wo die deutschen
Mannschaften mit der Bahn nach Deutschland zurückbefördert wurden. Schon
am 24. Okt. begann der Fluß bei Jenisseisk zuzufrieren,
Die Rückfahrt der drei deutschen Seeschlepper und des »Pachtussow«
von Goltschicha verlief ohne Unfall, wurde aber durch häufigen Nebel und
unsichtiges Wetter sehr verzögert. Schon einige Stunden nach der Abfahrt
von Goltschicha mußte wegen dichten Nebels geankert werden, Um 42N, als
es etwas aufklarte, wurde weitergedampft. Um 34 V am 12. Sept. setzte wieder
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