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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1906. 
Im Rücken der Depression drang hoher Luftdruck vom Ozean über den 
Britischen Inseln und Skandinavien vor, und es entwickelte sich, bei dem 
gleichzeitigen Herannahen einer neuen Depression, im Nordwesten ein am 5. 
und 6. vom Ozean über Mitteleuropa nach Rußland reichender, breiter Rücken 
hohen Drucks, der sich schnell südwärts verlagerte und auf seiner Südseite 
an der Küste in diesen Tagen vorübergehend östliche Winde hervorrief, 
Schon der 7. März führte wieder an der ganzen Küste ozeanische Winde 
herbei, indem ein im hohen Norden vorüberziehendes Minimum einen längs 
der Küste fortschreitenden Ausläufer zeigte, der am 8. ostwärts bis Rügen 
meist stürmische Winde von der Stärke 8-—9 aus Süd bis Südwest hervorrief, Ein 
anderes tiefes Minimum, das sich am 8, und 9. der Norwegischen Küste im 
hohen Norden näherte, brachte einen ebenfalls nach Westrußland vordringenden, 
vorübergehend bis Mitteldeutschland reichenden Ausläufer, Am 10. drang ein 
sehr tiefes Minimum vom Ozean über Schottland vor, das am Morgen des 11. 
in einer Tiefe unter 725 mm über der nördlichen Nordsee lag und ostwärts 
bis Mecklenburg steife bis stürmische, vielfach Stärke 9 erreichende Winde 
aus südlichen Richtungen im Gefolge hatte. Doch sollte ein Vordringen des 
Minimums nach Osten nicht weiter stattfinden; es füllte sich in der Nordsee 
schnell aus und entfernte sich nordwärts, so daß es sich am Morgen des 18. 
kaum noch angedeutet fand, zu der Zeit, wo ein neues Minimum unter 735 mm 
nordwestlich von Schottland heranzog. 
Die bereits am 9. und 10. über dem Westen Rußlands in nord-südlicher 
Richtung verlaufenden Isobaren breiteten sich über das Ostseegebiet westwärts 
aus und erhielten sich hier bis zum 17, Während dieser Tage lag andauernd 
ein Minimum etwa nördlich von Schottland und mehrere Ausläufer drangen 
von Frankreich her vor, doch schritten sie, der Wetterlage entsprechend, in 
nordöstlicher Richtung nach Skandinavien hin, und hatten an der Küste vor- 
wiegend südöstliche Winde im Gefolge, 
Eine ungewöhnliche Verlagerung erfuhr ein am Morgen des 17, über 
dem Kanalgebiet liegendes Teilminimum, indem es südwärts nach Frankreich 
schritt, während sich zwischen ihm und dem Hauptminimum der Depression 
ein am Morgen des 18, von England nach Jütland reichendes Hochdruckgebiet 
entwickelte, Im Bereiche dieses, bis zum 20, nach Südschweden vordringenden 
Maximums herrschten am 18, und 19. meist östliche Winde an der Küste, 
Ein vom 19. bis 23. vom Kanal durch die Nordsee und über Südschweden 
nach Nordwestrußland schreitendes Minimum führte im Westen wieder west- 
liche, im Osten südliche Winde herbei, bis ein am 23, und 24, vom Kanal 
über Mittel- nach Ostdeutschland vordringendes Teilminimum vorübergehend 
veränderliche Winde hervorrief, 
Die letzten Tage vom 25. bis 28. brachten wieder sehr niedrigen Luft- 
druck über dem Ozean nordwestlich von Europa und zwei aufeinanderfolgende, 
in nordöstlicher Richtung fortschreitende Ausläufer, die ihren Bereich bis nach 
den Alpen erstreckten, so daß an der Küste meist westliche Winde auftraten; 
sie frischten am 25. stark auf und wehten ostwärts bis Rügen meist steif und 
vereinzelt stürmisch rechtdrehend aus südlichen Richtungen. 
Die Niederschläge fielen hauptsächlich in der ersten Woche und in der 
letzten Dekade, während die zweite Dekade, in der die der Küste zuströmende 
Luft meist aus dem Binnenlande stammte, überwiegend trocken war. 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandhung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstraße 68—71.
	        
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