Kleinere Mitteilungen.
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liegen, sämtliche Werte ermittelt; aber selbst hier ist die geometrische
Konstruktion (Evans u. Smith) !) einfacher wie die Rechnung und gibt überdies
Kräfte (BB, € und ®), aus welchen die Deviationen wieder besser geometrisch
abgeleitet werden (ein Vorgang, den übrigens selbst Dr. Meldau der Rechnung
vorzog). In diesem Falle ist also die harmonische Analyse ohne Nachteil
recht gut vermeidlich,
Sind aber die Deviationen von erheblicher Größe, hauptsächlich aber
auch A- und E-Teile vorhanden, so dürfte die Methode der Koeffizienten-
bestimmung aus einzelnen Beobachtungswerten eines beschränkten Teiles des
Rosenumfanges, abgesehen von der Langwierigkeit des Verfahrens, schon aus
Genauigkeitsgründen kaum mehr rätlich erscheinen, Verteilt man ‚aber der
Sicherheit halber die Beobachtungen über den ganzen Umfang der Kompaß-
rose (wobei dann eine Anzahl von Mehrbeobachtungen nicht mehr in die Wag-
schale fällt), so ist. die harmonische Analyse gleichfalls entbehrlich. Bei
günstiger Verteilung der Beobachtungswerte ergibt auch hier die geometrische
Konstruktion rasch und sicher die Kraftwerte (X—(@€); durch dichtliegende
Punkte kann in üblicher Weise die Deviationskurve gelegt werden, wobei sich
gröbere Fehler unbedingt, kleinere Ungenauigkeiten bei geringen Deviationen
ganz mühelos ausgleichen lassen.
Ein Kräftediagramm oder die Kurve ergibt schon sämtliche Deviationen
mit vollkommen ausreichender Genauigkeit; führt man aber dennoch die lang-
wierige Rechnung der harmonischen Analyse aus vielen (24 bis 36) Kurven
durch und berechnet dann neuerdings aus den Koeffizienten (A, B, C usw.)
sämtliche Deviationen, so geben die auftretenden Differenzen zwischen Beob-
achtungs- und Rechnungswert wohl Aufschluß über azyklische Fehler, nicht
aber über solche, welche ursächlich gesetzmäßiger Natur sind oder zufälliger-
weise periodisch ausfielen. Die harmonische Analyse gibt also nach lang-
wieriger Arbeit nur einen Teil der Fehler und diese auch nur nach ihrem
wahrscheinlichsten Werte; periodische Beobachtungsfehler fälschen unkennt-
licherweise die Koeffizientenwerte.
Wenn also, abgesehen von ihrem hohen Werte für den Fachtheoretiker,
die harmonische Analyse , für den Praktiker durchaus nicht: zum unbedingt
notwendigen Rüstzeuge gehört, kann wohl auch von den auf diese Reihen-
entwicklung gegründeten Koeffizientenwerte umsomehr abgesehen werden, als
man sich häufig mit Näherungswerten desselben begnügt, zZ, B.:
dio — den statt B = a & (Aus vielen Kursen in gleichen Abständen.)
BB —
Eine weitere Schwierigkeit liegt in der einwandfreien Definition ‘der
einzelnen Winkelkoeffizienten (B, C. usw.), welche die »größten Werte der
yleichflächigen Sinuslinien« darstellen. Dieser, für den einzelnen Koeffizienten,
wohl nicht gut einfacher zu fassende Titel dürfte wohl den meisten Praktikern
unsympathisch klingen, ganz abgesehen von den recht unübersichtlichen
mathematischen Ausdrücken, welche ihre Werte darstellen, ’z. B.:
B=B1—zD+IFPW-+4O 4 7DI— EC ;
C=CA-LIH-LIN?-LIG LION — 169
Verzichtet man nur auf die eine kaum vorkommende Möglichkeit, bei
oroßen Werten die Deviationen berechnen zu können?) und faßt dafür den
unzweifelhaften Hauptzweck der Ermittlung von Zahlenwerten für die
Koeffizienten, die Wegschaffung der sie verursachenden Kräfte ins Auge, so
ist ein möglichst einfacher Zusammenhang zwischen Kraft und Maßzahl des
zugehörigen Koeffizienten mehr als erwünscht; als selbstverständlich wird
hierbei vorausgesetzt, daß eine Kraft einzig und allein den gleichbenannten
Koeffizienten bestimmt, auf alle übrigen aber keinerlei Einfluß ausüben darf
Admiralty manual‘ 1882, p. 163 u ff.
+) Ein Navigationsoffizier, der harmonisch analysieren kann und will, dürfte in der Regel
die Mühe nicht scheuen, seinen Kompaß, wenn auch nur mit primitiven Mitteln, halbwegs zu
kompensieren, also große Deviationen wegzuschaffen.