Kleinere Mitteilungen.
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SW 22 m p. sek. Dieser Taifun vom 6. August entstammt höchst wahrscheinlich
derselben nach den Marianen verlaufenden Rinne mit tieferem Luftdruck, in
deren östlichem Teil sich 2 bis 3 Tage später‘ die »Alsternixe» befand, Solche
Rinnen sind aus verschiedenen tropischen Meeren bekannt und bringen
gelegentlich. die gleichzeitige Entwicklung zweier Orkane in gleicher Breite,
aber in verschiedenen Längen mit sich,
2, Taifun, am 16. August 1908. Am.15, mittags befand sich. das Schiff
„Alsternixe« in 35.3° N-Br., 121.9° O-Lg.; am 16. in 35.8° N-Br., 121.0° O-Lg.;
am 17. erreichte es Tsingtau. Da der Taifun, den das. Schiff am 16. durch-
machte, in den »Annalen«, Jahrgang 1904, Februarheft, S. 73, schon beschrieben
worden ist, folgt hier nur ein kurzer Auszug aus dem meteorologischen Tage-
buch. Am 15, abends bei ONO 4 und unsichtigem Wetter mit Regen wurde
beigedreht.: Um 10% N. wurde ONO-—0 5—8 aufgezeichnet, um 2% V, am 16,
ONO 11. Von 2 bis 3h V., wehte es nahezu mit Stärke 12. Neuer Klüver und
Vorstengestagsegel flogen aus den Lieken, Wolkenbruchartiger Regen, Nach
3a V. allmählich abnehmend. Um 4% ging der Wind auf S 10, Der Sturm
endete mit SSW 8-—5 um 4h N,, gleichzeitig mit dem Eintreten des niedrigsten
Luftdrucks 750.2 mm. Der Sturm dauerte 18 Stunden,
2, . Spiegelungs- und Refraktionserscheinungen an der See. (Hierzu
Tafel.10). Während eines kurzen Aufenthaltes auf Bornholm und Gotland in
den Jahren 1901 bzw. 1905 war Unterzeichneter mehrere Male Zeuge ven
interessanten Spiegelungs- und Brechungserscheinungen der Atmosphäre, von
denen besonders zwei Beobachtungen erwähnenswert‘ erscheinen, e
‚Am 19. Juli 1901 konnte ich. auf Bornholm. von einer Anhöhe bei
Hammershus aus eine Reihe von Formveränderungen der unter-
gehenden Sonne beobachten. wie sie erst kürzlich. von W. Krebs in dieser
Zeitschrift beschrieben und an der. Hand von Abbildungen erläutert worden
sind... (Ann. d. Hydr., Bd. 32, S. 158.) Die Luft war ’an. dem genannten Tage
vollkommen ruhig,. der Horizont etwas dunstig, der Himmel im Nordwesten von
Cirrusstreifen durchzogen.‘ Die hier in ihren Umrissen (Fig. 1) skizzierten
Gestaltänderungen der Sonne begannen etwa. 10 Minuten vor.ihrem Untergang
und vollzogen sich in ziemlich. rascher Folge; zwischen je einer Skizze liegt
eine Zwischenzeit von etwa einer halben Minute. Das erste, was man an der
sinkenden Sonnenscheibe wahrnahm, war eine ungewöhnlich starke Abplattung
des unteren Randes. Bald war von.ihr nur noch die obere Hälfte, nach dem
Horizonte zu durch eine gerade Linie begrenzt, sichtbar, so daß es aussah,
als wenn die Sonne hinter einem entfernten Gebäude verschwände. Dieser
Form folgte eine pilzförmige Gestalt (1 bis 4), die nach und nach die Umrisse
einer Lampenglocke annahm (5-bis 7). Der Untergang selbst war nicht zu
sehen, da die Sonne bald nach dem Erreichen der letzten, hier wiedergegebenen
Form ‘hinter einer Wolkenwand versank, ;
Sehr auffallend. war die eigentümliche Symmetrie der Figuren sowie die
scharfen Ecken bei 3 und 4.. Die letzte Skizze ist nur schematisch aufzufassen.
In dem Moment ihrer Anfertigung ‚wechselte das Bild der Sonne so rasch, daß
die Auffassung seiner Konturen mit einigen‘ Schwierigkeiten verknüpft war.
Ein gleichfalls nahezu windstiller Tag dieses Sommers, der 24..Juni 1905,
brachte uns in Wisby auf Gotland die Erscheinung eigenartiger. Luft-
spiegelungen und Refraktionsphänomene. Nach zwei windigen Tagen
trat am genannten Datum nahezu Windstille ein, Wir hatten etwa 20° C. im
Schatten; trotz dieser nicht übermäßig hohen Temperatur war der Aufenthalt
am Strande wenig angenehm, da der leise westliche Wind alle Augenblicke
Luftwellen ‚von. drückender Schwüle an Land führte,
Gleich bei. der. Ankunft am Strande, kurz vor 5'/, Uhr nachmittags, fiel
es:;fast gleichzeitig .meiner Frau und mir auf, daß ‘eine im Norden‘ vor-
springende, sonst absolut unauffällige Klippe, das Stenkyrkehuk, als eine steile,
weiße Wand aus dem‘ Wasser emporstieg. Ein schmales, unregelmäßig
gestaltetes Band teilte die Erhebung in zwei Teile und fand in einer zuerst
breiten; dann. äußerst feinen Linie über dem Wasser seine Fortsetzung (Fig. 2).
Trotz ‘der eroBßBen Unruhe der Luft am Horizont und‘ der stark wallenden