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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1906. 
und daraus nach vorstehender Formel die Strömungen berechnen; auf jeden 
Fall erhält man, indem man das tut, eine Strömungskomponente, die nach 
Größe und Richtung dem Einfluß der Dichteverteilung entspricht, Zum Zweck 
der Ausführung wurden auf Karte IV (Tafel 8) zwischen den 10 mm-Isohypsen die 
Linien gleichen Abstands gezogen (auf der Karte die punktierten Linien), 
die hier keineswegs immer mit den 5 mm-Isohypsen identisch sind. Man be- 
trachte z. B. die Mittellinie zwischen der + 30 und + 20 mm-Linie im Nord- 
westen! Die 25 mm-Isohypse würde um vieles westlicher verlaufen. Man 
wählt nun zur Berechnung der Stromgeschwindigkeit solche Punkte auf den 
Kurven aus, wo die Höhendifferenz der beiderseits benachbarten 10 mm beträgt, 
wo also diese letzteren Isohypsen sind. In diesen Punkten zieht man zur An- 
deutung der Stromrichtung die Tangenten an die Kurven, ferner die Normalen, 
mißt deren Längen zwischen den Nachbarkurven und berechnet dann die 
Stromgeschwindigkeit nach der genannten Formel, die für diesen Fall die 
Gestalt annimmt: 
u = 11,49649] - Tr SA Secmeilen pro Tag. 
Bezüglich der Vereinfachung vergleiche man das auf S. 175 Gesagte. 
Die Berechnung wurde für 37 Punkte ausgeführt und die gefundenen 
Größen nebst den die Stromrichtung andeutenden, zu den Kurven tangential 
gerichteten Pfeilen in die Karte eingetragen. An zwei Stellen ist die Strom- 
geschwindigkeit Null, das ist im Innern des Stromringes, der das Östliche 
Becken ausfüllt, und auf der stromlosen Achse, die von der + 0,5 mm-Isohypse 
umschlossen wird. Auf letzterer wurde der bezeichnete Punkt festgelegt und für 
ihn die Geschwindigkeit Null gerechnet. Es sind drei Geschwindigkeitsmaxima 
vorhanden: In der Mitte des westlichen und am Nord- und Südrand des öst- 
lichen Beckens, Nur an letztgenannter Stelle wird die Geschwindigkeit von 
i Seemeile pro Tag erreicht. 
Wäre dagegen der Wind die einzige Ursache der Oberflächen- 
strömungen, so könnte man zur Berechnung derselben auf die Konstruktion 
der Windfläche verzichten; denn man wird selbstverständlich finden, daß die 
aus der Gestalt der Windfläche gefolgerten Strömungen alsdann mit den vom 
Wind erzeugten identisch sind, die ihrerseits die Grundlage für die Konstruktion 
der Windfläche bilden. Die Herstellung der letzteren hat also für unseren 
Zweck nur die Bedeutung einer Hilfskonstruktion, die wir, wie oben gesagt 
wurde, durch eine andere ersetzen wollen. 
Greifen zwei nach Richtung und Größe gegebene Kräfte an einem und 
demselben Punkt an, so gelangt er an den vierten Eckpunkt des aus den 
Kraftkomponenten gebildeten Parallelogramms, und sein Weg ist die Diagonale, 
Mit Hilfe dieses Satzes vom Parallelogramm der Kräfte wurden Wind- und Dichte- 
strömungen kombiniert. Zunächst wurde auf der Windströmungskarte (Karte VI, 
Taf, 9) für dieselben Punkte wie in der Dichtigkeitsfläche Richtung und Geschwin- 
digkeit der Strömung aus den Angaben benachbarter Punkte nach Schätzung 
bestimmt. Alsdann wurden in einer Hilfskonstruktion aus beiden Komponenten, 
nämlich der Dichte- und Windströmung, die Resultierende nach Größe und 
Richtung gefunden, wobei für die Zeichnung 1 Seemeile gleich 5 cm genommen 
wurde. Die Resultierende läßt sich auch mit Hilfe des Kosinussatzes berechnen. 
Da dieser Weg jedoch langwieriger ist, und bei der Konstruktion in obigem 
Maßstab der erforderliche Grad von Genauigkeit vollkommen erreicht wird, 
so wurde der erstgenannte Weg eingeschlagen. Die beiden stromlosen Punkte 
im Innern der Stromringe auf der Wind- und der Dichteströmungskarte fallen 
so nahe zusammen, daß man zwischen beiden, etwas näher dem ersteren, auch 
für die Resultierende Null setzen kann. 
Die gewonnenen Resultate wurden in Karte VIII (Tafel 9) eingetragen, 
Die Bewegungsrichtung ist durch die Pfeile angedeutet; die Geschwindigkeit in 
Seemeilen pro Tag ist hinzugeschrieben. Auf den Pfeilen sind die Punkte, für 
die die Zahlen gelten, kenntlich gemacht. 
Mit Hilfe der beschriebenen Kombinationsmethode lassen sich die 
Strömungen bis zum 44!/, Grad konstruieren, Nördlich davon versagt die
	        
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