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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

174 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1906. 
III. Berechnung der Oberflächenströmungen mittels Wind- und Stromfläche. 
Um den Einfluß der Winde auf die Strömungen mit dem der Dichte- 
unterschiede kombinieren zu können, hat Mohn!) ein geradezu genial erdachtes 
Verfahren geschaffen, dessen Gedankengang wir mit wenigen Worten wieder- 
geben wollen. ‘ 
Aus der Windströmungskarte konstruiert Mohn die Gestalt, die die 
Meeresoberfläche unter dem Einfluß der Windströmungen, der Rotationskraft 
und der Schwere einnimmt, indem er für eine Anzahl von Punkten die Höhe 
der Meeresoberfläche über der Niveaufläche des tiefsten Punktes berechnet, 
Dadurch gewinnt er die von ihm sogenannte »Windfläche«. 
Über die geeignetste Methode der Berechnung dieser Windfläche hat 
Mohn selbst seine Ansicht geändert. Zur Berechnung der Höhen über der 
Niveaufläche des tiefsten Punktes bedient er sich in der endgültigen Publikation?) 
zur Strömung normaler Parabelschnitte, und zwar werden die Parabeln derart 
gelegt, daß der Scheitel in einen stromlosen Punkt fällt, die Achse derselben 
senkrecht zur Niveaufläche nach aufwärts gerichtet, falls die Strömung den 
betreffenden Punkt zyklonal umkreist, was im vorliegenden Fall zutrifft, 
Schon Wegemann weist darauf hin, daß diese Methode voraussetzt, daß die 
Stromstärke im Verhältnis zum Abstand vom Parabelscheitel zunimmt, Diese 
Annahme trifft für das Schwarze Meer keineswegs zu. Ich habe daher auf 
Mohns ursprüngliche Methode der stufenweisen Berechnung der Niveauhöhen 
zurückgegriffen.”) Für den innersten Teil ist auch hier an der Parabelform 
des Querschnitts festgehalten worden. Die hierselbst anzuwendende Berech- 
nungsformel lautet: 
h=x-.u-M. 
Darin bedeutet x die Entfernung des äußersten Punktes der Strecke vom 
Zentrum in km, u die Stromgeschwindigkeit und h die Niveauhöhe dieses 
Punktes in m. M ist für eine bestimmte Breite konstant und gegeben durch 
die Formel: 
ar w- sin @ 
M = 10005 = ee — —— 
45 (1— cos 2 g) 
Der erforderliche Grad von Genauigkeit wird vollkommen erreicht, wenn man 
M für die Halbgrade in dem vorkommenden Intervall vom 41'/, bis zum 447/, 
Grad ausrechnet und für jeden beliebigen Punkt den betreffenden Wert nach 
Schätzung aus den benachbarten bestimmt. 
Mit Hilfe der Parabelgleichung kann man, nachdem h bekannt ist, die 
Höhe h, eines auf x in der Entfernung x, vom Zentrum gelegenen Punktes 
berechnen. Praktischer verfährt man allerdings, wenn man Wegemanns 
Vorschlag folgend, die Strecke x, berechnet, an deren Endpunkt die Wind- 
fläche eine bestimmte Höhe h, hat. Es ist: 
Dax] 3 
x = x | 
Für die anderen, weiter außerhalb gelegenen Punkte gilt die Formel: 
h=2.x-u-M, 
wo x die Länge einer von zwei Punkten mit bekannter Geschwindigkeit be- 
grenzten Strecke auf der Transversalen in km, u die Stromgeschwindigkeit 
auf der Mitte dieser Strecke in m bedeutet, Da dieselbe als arithmetisches 
Mittel aus den beiden Endgeschwindigkeiten zu finden ist, kann man auch setzen: 
h=x-(n, +) -M, 
wo u, und u, die entsprechenden Endgeschwindigkeiten bedeuten, 
Auf Karte VI wurden von dem stromlosen Punkt aus sechs Trans- 
versalen gezogen und auf denselben nach obigen Formeln die Höhen für im 
ganzen 21 Punkte berechnet, Die Messung der Größen x bzw. x, geschah mit 
4 Vgl. 8. 162, Fußnote 1. 
2ı Mohn: Die Strömungen des Europäischen Nordmeeres, : Pet. Mitt.«, Ergb. XVII, 
1SQ1— 1885.
	        
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