172 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1906.
schwindigkeiten zeigen nicht die wünschenswerte Übereinstimmung mit der
Wirklichkeit. Deshalb sah Wegemann sich veranlaßt, einer Idee Krümmels
folgend auf empirischem Wege Beziehungen zwischen Gradient und Windstärke
aufzusuchen. Er fand, daß das Produkt aus Windstärke und Isobarenabstand
für je 1 mm Barometerstanddifferenz angenähert konstant ist für eine und
dieselbe Breite, und daß diese Konstanten sich verhalten wie die Kosinus der
normalen Ablenkungswinkel, Im folgenden geben wir einen Ausschnitt aus
seiner Tabelle.?)
Windstärke
35° N-Br.
m
sel
[sobaren- BE
abstand Konstante
[HI
IV
1.6 522
31 270
45 175
(7 126
—8
556 — 6
15° N-Br
Isobaren-
abstand
Konstante
450
224
146
105
696 75
Isobaren-
abstand
380
196
127
42
35°
N-Br
Konstante
vw 1
‚607 1
Derselben sind die Köppenschen Reduktionswerte für die Umrechnung
von Beaufortgraden in m p. Sek, zugrunde gelegt, während in der Dissertation
noch die Krümmelschen Reduktionswerte benutzt wurden, die namentlich
in den höheren Beaufortgraden von den‘ Köppenschen abweichen, was sich
dadurch erklärt, daß Herrn Professor Krümmel noch nicht die später ver-
öffentlichten Beobachtungen von »Elisaheth« und »Kurtis« zur Verfügung
standen,
Aus der erwähnten Relation:
COS && 35°: COS & 45° ! COS & 55° = C 35°! C 45° : C 55°
ergibt sich:
COS & 40° ns COS & 40°
(40° = € 35° Cox a 355 oder: cu = 045 os a 45
6 40° = 756,57 » e 40° == 757.10
daraus als Mitttelwert: c 40° = 756.0. In gleicher Weise wurden die Konstanten
für die vollen Grade vom 40. bis 47. Grad gefunden und alsdann die Konstanten
für die Halbgrade durch Interpolation gewonnen. Die folgende Tabelle ent-
hält für jede der in Betracht kommenden Breiten den Ablenkungswinkel &
und die Konstante e:
N-Br.
»
XN-Br.
409 0: 40° 30. 41° 41° 30. 42° | 4203830 | 43: | 48° 30
69° 82 | 60° 43° 69° 34 70° 5‘ 70? 16° 70° Q7 * 70° 87‘ 70° 47
757 | 750 744 737 2; 781 725 79 713
H° 0 HS 301 45° * 45780 | 46° | 46° 30 | 47“
109.56 719 66 7a a mıs ey 719880 71042 71° 30
| 707 701 696 690 * 685 680 675
Um Windrichtung und -geschwindigkeit über dem fraglichen Gebiet
festzustellen, wurden auf Karte V in den in möglichst regelmäßiger Verteilung
yewählten Punkten auf den Isobaren Tangenten und Normalen an dieselben
gelegt und die Ablenkungswinkel eingetragen. Aus Bequemlichkeitsgründen
wurden hauptsächlich die Schnittpunkte der Kurven mit den Parallelkreisen
gewählt, weil für sie Ablenkungswinkel und Konstante direkt aus der Tabelle
entnommen werden konnten. Auf den Normalen wurde der Abstand zweier
dem gewählten Punkt benachbarter Iobaren gemessen, die also eine Druck-
differenz von 0.2 mm aufwiesen, und mit Benutzung einer am Kartenrand an-
1) Wegemann: Erweiterung des harischen Windgesetzes nebst Anwendung. Ann. d.
Hydr. usw.«, 1904, Heft IX, 8. 412.