accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

168 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1906. 
gerichteten und hier besonders schnell fließenden Strömungen einander so 
nahe, daß ein Teil des Unterstromwassers angesogen und zum Aufsteigen ge- 
zwungen wird und dafür an anderer Stelle leichtes Oberflächenwasser ab- 
sinkt. So ist es möglich, daß nahe beieinander befindliche Wassersäulen er- 
heblich verschiedene Dichten zeigen. 
Ferner wird durch die Dreiteilung die Anzahl der Daten, die für die 
Konstruktion einer und derselben Karte zur Verfügung stehen, sehr gering. 
Große Gebiete entbehren jeder Angabe wie z, B. das Östliche Becken auf 
Karte I oder das westliche auf Karte III. Versucht man die Linien gleicher 
Höhe zu ziehen, so sieht man sich vielfach auf Mutmaßungen angewiesen, So 
könnte man vielleicht auf Karte I die Isohypse 0 so legen, daß sie das kleine 
sekundäre Maximum 3,2 mm der Station 68 umschließt und also mit dem 
Hauptmaximum vereinigt. 
Man betrachte einmal Station 5 aus 1890 auf Karte II! Die Zahl 19.5, 
die hier eingetragen ist, kann leicht um +3 Einheiten falsch sein, da sie 
durch mehrere willkürliche Ergänzungen gefunden wurde. Trägt man an 
dieser Stelle 16.5 ein, so hat man wohl Grund, die beiden von der 20 mm- 
Isohypse abgegrenzten Gebiete miteinander zu verbinden, Wäre das richtige 
Resultat dagegen 22,5, so wäre die Trennung der beiden Gebiete noch viel 
entschiedener, als bei uns gezeichnet wurde, da die westlichere der Isohypsen 
noch mehr nach links verlegt werden müßte. Einzelne Stationen wie Nr. 84 
und Nr. 114, die auf keine Weise in den Rahmen des Ganzen passen, habe 
ich unberücksichtigt gelassen, sowie auf die Zeichnung von Isohypsen in der 
Nähe des Bosporus auf Karte I verzichtet. 
Bei einem Vergleich der Karten I, II und IIT fällt zunächst der Unter- 
schied auf, der zwischen den einzelnen Monaten in bezug auf die absoluten 
Zahlenwerte besteht. Auf Karte I wurden zur Veranschaulichung die Iso- 
hypsen — 30, — 20, — 10 und 0 mm, auf Karte II die von 0, +10, +20 und 
+30 mm und auf Karte III endlich die von 0, +20 und + 50 mm ein- 
getragen, Das Steigen der Werte mit der Jahreszeit rührt von dem bereits 
erwähnten Steigen der Oberflächentemperatur her, die Mitte Mai etwa 12 bis 
13 Grad und Mitte August etwa 23 bis 26 Grad beträgt, Trotz mancher 
Unterschiede im einzelnen treten gewisse Ähnlichkeiten zwischen den ver- 
schiedenen Karten stark hervor. Vor allem ist es die Hebung des Wasser- 
spiegels nach der Donaumündung hin, und dem gegenüber die Senkung im 
Südosten der Krim. 
Auf Karte I und besonders deutlich auf Karte II findet sich eine zweite 
weniger tiefe Senkung im Nordosten des Bosporus. Dieser Umstand veran- 
laßte mich auch, die 20 mm Isohypse auf Karte III weit nach dem Bosporus 
hin ausbiegen zu lassen in der Annabme, daß in dieser Gegend die Dichten 
auch im August noch relativ groß sind. Weitere bemerkenswerte Über- 
einstimmungen zeigen die Karten II und III in den hohen Zahlen am Süd- 
rand zwischen 37° und 38° östlicher Länge und am Ostrand des Beckens. An 
letztgenannter Stelle ist eine deutliche Aussüßung des Oberflächenwassers vor- 
handen, die wohl darin ihre Erklärung findet, daß hier verschiedene ansehn- 
liche Flüsse, vor allem der Rion, münden. Auch die relativ niedrigen Zahlen 
der Stationen 35 aus 1890 und 92 und 93 aus 1891 weisen wohl auf eine ge- 
meinsame Ursache hin, die zu entdecken mir allerdings nicht gelungen ist. 
Bedauerlich ist, daß in der Nähe der Landenge von Kertsch so wenig 
Beobachtungen gemacht worden sind. Eine wertvolle Ergänzung bilden hier 
die Untersuchungen von A. Londis, deren Ergebnisse ich nach Krümmels 
Referat im Geogr. Jahrbuch!) anführe: »Es wurden im Sommer 1900 an 
20 verschiedenen Stellen, davon 17 südlich von der Enge von Ak-burun, 
Strömung und Salzgehalt beobachtet und im kleinen bei Tiefen von kaum 
7!/, m ein Stromsystem gefunden, das an das des Bosporus erinnert. An der 
Oberfläche herrscht südlich gerichteter Strom mit leichtem Wasser des 
Asowschen Meeres (meist 10°%. Salz), in der Tiefe von 5m abwärts der 
(y Geoer. Jahrbuch, Band 26, 1903, Seite 235.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.