160 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1906.
das normale Maximum der Eistrift vor dem Sonnenfleckenmaximum von 1894
in den ausgeglichenen Werten nur schwach angedeutet erscheint,
Diese Ausnahmen von der Regel vermögen aber den Eindruck nicht zu
stören, daß ein gesetzmäßiger Zusammenhang zwischen der Sonnenflecken-
periode und den Schwankungen des Eisvorkommens bei Island vorhanden ist.
Er läßt sich kurz in die Worte fassen:
Das Maximum der ausgeglichenen Eisperiode fällt meist auf
die Zeit zunehmender, das Minimum auf die Zeit abnehmender
Sonnenfleckenhäufigkeit.
3. Brückners Klimaschwankungen und die Eisperiode bei Island,
R. Sieger hat im Jahre 1891, als die große Untersuchung von
E. Brückner über Klimaschwankungen erschienen war,!') die Thoroddsensche
Eischronik dazu benutzt, um die etwaigen Beziehungen des Eisvorkommens
bei Island zu der 835 jährigen Periode Brückners aufzudecken.) Zu diesem
Zweck ist von ihm die Dauer des Eisvorkommens und die Zahl der eisfreien
Jahre in jeder der fünf von Brückner charakterisierten kalten und warmen
Perioden des 19. Jahrhunderts bestimmt worden, woraus sich dann folgendes
Resultat ergeben hat:
„Für Island bedeuten Brückners »warme Perioden« eine gesteigerte Eis-
zufuhr vom Polarmeer, die »kalten Perioden« eine größere Anzahl eisfreier Jahre.“
Es schien sich zu verlohnen, dies Ergebnis mit Hilfe des hier vor-
liegenden ausführlicheren und vervollständigten Materials näher zu begründen,
und den Zusammenhang zwischen den Perioden graphisch darzustellen.
Zunächst konnte der Einfluß der Sonnenfleckenperiode in der Weise
eliminiert werden, daß von 5 zu 5 Jahren fortschreitende 15jährige Mittel aus
den Zahlen der Tabelle Va und V b gebildet wurden. Ferner wurde für je
15 Jahre die Anzahl der eisreichen Jahre (> 24 nach Tabelle V a) und der eis-
armen Jahre (< 8) ausgezählt. Das Ergebnis ist in Tabelle X niedergelegt und
auf Tafel 6 veranschaulicht. Dabei sind die Werte für die 15 Jahre 1801—15
dem mittleren Lustrum 1806—-10 zugeschrieben u.s, f.
Tabelle X. Säkulare Schwankungen der Eistrift bei Island
und einiger meteorologischer Erscheinungen,
15 Jährige
Mittel
E |
E
L796— 1800
1801—05 —
06—10 22
1—15 19%
16—20 21
21—25 29
26—30 25
31—35 26
36—40 5 ft
4+1—45 s
16—50 y*
31—55 U
56-— 60 4 | 17
61—65 | 25 | 34
66—70 | 23 | 32
7z1—75 21 132
ST
81—85 |20 | 29
86—90 [| 26 | 35
91—953 922 | 97
Zahl d. Jahre
| mit
E | E
>24 | <8
in 15 Jahren
m
KK
1
pt
0
2
6
Regenfall Europas
Abweich. in %,
roh ausgeg],
%
6
Ci
3%
Luftdruck-
Luftdr. Di ff.
Abweich. Kop.—Stykk.|
Europa | Abw.
‚ ausgegl.
mm mm
„US
92
02
„20*
—.19
—.35*
+17
—+—.42
—02
+10.
—33*
34
A
CS
u. 71
— ‚96
00 |
— ‚86*
— 81
— 09
04
12
Temp. Temp.
Jacobs- Abweich,
hayn Europa
—. 11
05
—
„9
15
64
AH
MG
05
— 00
1
01
4.10
19
07
09%
08
—6.0
4.6
—5.0
— 554
—.1*
—63
4.3
6
mr
:') E, Brückner: Klimaschwankungen seit 1700. Geogr. Abh. herausgeg. von A, Penek.
IV. Heft 2. Wien 1890. Vgl. insbesondere 8. 236 ff.
2) R, Sieger: Der Temperaturgegensatz zwischen Europa und Nordamerika und Eduard
Brückners »nordatlantisches Ausnahmegebiet«. Met. Z. 1892, 61—63.