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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1906. 
Tabelle VII 
Beziehungen der Eisjahre zur 11jährigen Sonnenfleckenperiode, 
Sonnenfl. Max. Jahre 1805 iß 29 37 48 60 70 83 94 Mittel 
Eisjahre . ...... 1802 210 27 3837 (48) 59 69 81 9 
Zeitdifferenz . HH —2 20.2 1 1 2 —2 2—2 14 
Eischarakter . . . 102 100 78 8 (7) 46 Si 82 6 73 
Abweich. vom Mittel A7OOLTT IR 155 (—16) +23 L61 + 4350 
Sonnenfl. Min. Jahre 1810 Zr + 56 67 et 
Eisjahre. . . ‘221 1 65) 56 266 78 
Zeitdifferenz . . +1 —2 HR © O0 —1 OÖ 
Eischarakter . . . 16 82 47 © 35 1210 24 104 64% 
Abweich. vom Mittel —7 A459 241 (—18) 412 L87 11 IS Läl 
Es ergibt sich, daß sowohl etwa ein Jahr vor dem Sonnen- 
fleckenmaximum wie auch gleichzeitig mit dem Sonnenflecken- 
minimum schwere Eisjahre aufzutreten pflegen. 
Im Durchschnitt hat das Intervall zwischen Sonnenfleckenminimum und 
‚maximum im 19. Jahrhundert 4.9 Jahre betragen. Da wir oben eine 4'/, jährige 
Periode des Eisvorkommens konstatiert haben, so war zu erwarten, daß, wenn 
stärkere Eisjahre kurz vor dem Sonnenfleckenmaximum häufig sind, dasselbe 
zur Zeit des Minimums der Fall ist, und umgekehrt. 
Im einzelnen zeigen sich in der mit Zeitdifferenz bezeichneten Reihe 
stärkere Schwankungen als bei den entsprechenden Werten der 4'/, jährigen 
Periode, Diese Erscheinung erklärt sich wohl dadurch, daß die 11 jährige 
Sonnenfleckenperiode mit der 4!/, jährigen interferiert. Wenn die beiden 
Perioden stets die mittlere Länge von 11.1 bzw. 4.5 Jahren hätten, so würden 
die Sonnenfleckenmaxima (oder ein anderer Zeitpunkt der Sonnenfleckenperiode) 
abwechselnd mit einem Maximum und Minimum der 4'/, jährigen Periode zu- 
sammenfallen. Die Zeitdifferenz zwischen den Kulminationspunkten der Periode 
wären abwechselnd annähernd 2!/, und 0 Jahre, denn fünf 4’/, jährige Perioden 
entsprechen etwa zwei Sonnenfleckenperioden. Da aber beide Periodenlängen 
Schwankungen unterliegen, ist eine gewisse Anpassung möglich, falls die Sonnen- 
feckenhäufigkeit überhaupt von Einfluß ist auf die Eisverhältnisse bei Island. 
Und dies scheint in der Tat durch die obige Tabelle erwiesen. Die Zeit- 
differenzen zeigen keine Tendenz zu abwechselnd hohen und niedrigen Werten. 
Der Zusammenhang zwischen beiden Kategorien von Erscheinungen 
macht sich aber in anderer, noch deutlicherer Weise geltend, wenn man 
die Schwere der Eisjahre zur Zeit der Sonnenfleckenmaxima und -minima mit- 
einander vergleicht. Die schwersten Eisjahre treten mit Vorliebe kurz 
vor dem Maximum der Sonnenflecken, seltener während des Minimums 
auf.!) Der durchschnittliche Eischarakter beider Epochen ist 73 bzw. 54. Der 
Maximumreihe sind 7, der Minimumreihe nur 3 sehr schwere Eisjahre (>70) 
zugeordnet, 
In der obigen Tabelle kommen nicht weniger als 13 Eisjahre vor, 
die vorher als schwere bezeichnet worden sind, indem der sie kenn- 
zeichnende Wert das Doppelte des Mittelwerts (23) erreichte oder überschritt. 
Während des ganzen Zeitraumes 1800 bis 1904 gab es 17 derartige Jahre. 
Die Mehrzahl ist also den Wendepunkten der Sonnenfleckenperiode nahe ge- 
legen. Die verbleibenden 4 Jahre sind folgende: 1801, 1807, 1874 und 1882. 
Davon sind 1801 und 1882 den beiden in der Tabelle VIII auftretenden Jahren 
1802 und 1881 benachbart. 1807, ein sehr schweres Eisjahr, hätte vielleicht statt 
des leichten 1811 dem Sonnenfleckenminimum von 1810 zugeordnet werden 
‘j_H. Fritz hat erwähnt, daß die Treibeismassen im Nordatlantik zur Zeit größerer Sonnen- 
tätigkeit oder kurz nachher häufiger niedere Breiten zu erreichen scheinen als zu anderen Zeiten, so 
1789, 1816—18, 1828, 29, 31, 1862, 63, G4, 1868, 69, 1881, 82, 83. Diese Wahrnehmung, die 
sich in erster Linie auf die Treibeismengen bei Neufundland bezieht, erfährt durch obige Ermittlungen 
eine Modifikation und Ergänzung. H. Fritz: Die wichtigsten periodischen Erscheinungen der 
Meteorologie und Kosmologie. Leipzig 1889. S. 344.
	        
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