Meinardus, W.: Periodische. Schwankungen: der Eistrift bei Island. 157
und ist als Ausgangspunkt der Zeitrechnung mit 0 bezeichnet, links und rechts
davon. stehen .die um 1, 2, 3. usw. Jahre voraufgehenden oder nachfolgenden
Jahre. .Die Berechnung des mittleren Eischarakters wurde für die erste und
zweite Hälfte des Jahrhunderts zunächst auch gesondert durchgeführt; dann
sind beide Wertreihen miteinander vereinigt. Von 1800 bis 1854 gab es 12,
von 1854 bis 1904 11 Perioden. Die Mittelwerte sind dementsprechend aus 12,
11 bzw. 23 Reihen abgeleitet.
Durchschnittlich kommt danach auf das Maximaljahr der Periode der
Wert 839, das voraufgehende Minimum beträgt 15, das nachfolgende 12, Ein
zweites Maximum liegt 5 Jahre vor, ein anderes 4 Jahre nach dem Ausgangs-
zeitpunkt. Die mittlere Amplitude der 4’/,jährigen Schwankung beträgt 26,
übertrifft. also den mittleren Wert eines. Eisjahres (23).
Tabelle VII Eischarakter der Jahre in der 4’Ljährigen Periode.
1800—1854
1854—1904
1L800— 1904
Eisreiche Jahre (> 46)
1800—1854
1854—1904
1800— 1904.
Eisarme Jahre (< 4
1800—1854
L854— 1904
1800—1904
Jahre vor dem N. ormaljahr ] ] Jahre nach dem Normaljahr
2a 0 ıuı1 0 3. 4 1 5
A
34
31
35
24. 12*
36 | 18
30 15*
15
14%
13%
19 | 35 | 16
28 | 44 | 36
53 | 39 | 26
11, 7*
13* | 24,
19% | 15
26
33
20
27
28
DE
}
}
)
>
-
2
>
nm
Ko 2
| 2 | 1 | 4 |
ar | 3 | 12 | 10
'\ 6
| 2 |
| 8 | a
7 a
1
3
In der ersten Hälfte des Jahrhunderts zeigt infolge der Eisarmut der
40er Jahre die mittlere Amplitude einen geringeren. Wert als in der zweiten.
Einen anderen Ausdruck für die 4’/„jährige Schwankung findet man
im zweiten Teil der Tabelle, in dem die Anzahl der eisreichen und eisarmen
Jahre, die auf die verschiedenen Phasen der Periode fallen, angegeben sind.
Am deutlichsten tritt die Schwankung in der letzten Horizontalreihe hervor;
auf die Anfangsjahre der Normalperiode fiel kein einziges, auf die um 3 Jahre
voraufgehenden und nachfolgenden. kamen nicht weniger als 12 und 11 eis-
arme Jahre im Laufe des Jahrhunderts.
Die Diskussion des vorhandenen Materials beweist also in
vielfacher Hinsicht die Existenz einer durchschnittlich vier- bis
fünfjährigen Periode des Eisvorkommens bei Island.
9. Die Sonnenfleckenperiode und die Eistriftschwankungen bei Island.
Die weitere Untersuchung hat die Frage zu erörtern, ob Beziehungen
zwischen .den Schwankungen der Eistrift bei Island und der Sonnenflecken-
periode nachweisbar sind. .
Ein Vergleich der Linienzüge (E), welche die Schwankungen des KEis-
vorkommens repräsentieren, und der Sonnenfleckenkurve auf Tafel 7 zeigt,
daß die schweren Eisjahre in der Regel zuzeiten der Sonnenfleckenminima
und -maxima auftreten und während der Zeit zwischen den Maxima und
Minima selten sind,
Wenn man Wolfers ausgeglichene Relativzahlen verwendet und die
von ihm bestimmten Wendepunkte der Sonnenfleckenkurve annimmt,*!) so kann
man wiederum diesen Wendepunkten der Periode die nächstgelegenen, Eis-
jahre zuordnen, wie es in ähnlicher Weise oben geschehen ist.
„ 23) A. Wolfer: Die Wolfschen Tafeln der Sonnenfleckenhäufigkeit. »Met. Zeitschr.«
1902. &. 193 his 200.