Meinardus, W.: Periodische Schwankungen der Eistrift bei Island. 151
Tabelle II. Dauer. des Eisvorkommens bei Island (Monate). _
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Die untersten Horizontalreihen der beiden Tabellen enthalten die sum-
mierten Zahlen der Vertikalreihen, und zwar ebensowohl für das ganze Jahr-
hundert, als auch, mit Rücksicht auf die obigen Bemerkungen, für die erste
und für die zweite Hälfte des Jahrhunderts gesondert. Die letzteren beiden
Reihen wurden dann noch durch Multiplikation mit 2 mit der ersten ver-
gleichbar gemacht. Diese Werte geben also, da sie auf 100 Jahre reduziert
sind, auch die prozentische Häufigkeit oder Wahrscheinlichkeit sowie die
mittlere Dauer des Eisvorkommens für jeden Monat des Jahres in Prozenten an.
Die Kurven W, W,, W, und D, D,, D, der Tafel 6 bringen diese Zahlen-
reihen zur Veranschaulichung. Sie repräsentieren den jährlichen Gang des
Eisvorkommens bei Island, wie er aus den Beobachtungen im ganzen Jahrhundert
und in dessen beiden Hälften resultiert. Die Kurven zeigen miteinander einen
sehr ähnlichen Verlauf, Maxima und Minima fallen nahezu auf dieselben Zeiten.
Man. kann daher annehmen, daß die tatsächlichen mittleren Verhältnisse in
ihnen zum Ausdruck kommen.
Die Resultate sind kurz zusammengefaßt folgende:
Die Monate Mai und April werden am häufigsten und im Durch-
schnitt auch am längsten mit Eis bedacht, Sie bezeichnen den Höhepunkt
der Eissaison bei Island. Mindestens in jedem zweiten Jahr wird in diesen
Monaten Eis an den Küsten gesichtet und, wenn es auftritt, pflegt es fast den
ganzen Monat über zu verweilen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
war der Mai durch häufigeres und dauerhafteres Eis gekennzeichnet als der
April; in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts verhielten sich beide Monate
nahezu gleichartig. Am seltensten wird im Oktober Eis wahrgenommen, Im
Verlauf von 100 Jahren geschah es nur einmal (1894), so daß der Oktober
durchschnittlich als eisfrei betrachtet werden kann. Auch die benach-
barten Monate September, November und Dezember sind als eisarm zu bezeichnen,
Die Kurven des Eisvorkommens zeigen ferner die Eigentümlichkeit, daß
der Anstieg zum Maximum langsamer erfolgt als der Abstieg von ihm, Die
Hochsommerzeit bringt ein schnelles Schwinden des Eises mit sich, so daß im
August, drei Monate nach dem Höhepunkt der Eissaison, nur in jedem siebenten
Jahr einmal Eis gesichtet zu werden pflegt. Im Januar dagegen, der dem
Eishöhepunkt um drei Monate vorausgeht, ist durchschnittlich in jedem vierten
Jahr Eis zu erwarten,
Die eigentliche Eissaison an den Küsten Islands reicht vom
Januar bis Juli, wenn man ihr diejenigen Monate zurechnet, in denen durch-
schnittlich in jedem Lustrum einmal Eistreiben beobachtet wird,
Zur weiteren Charakterisierung des Verlaufs der Eissaison bei Island
kann deren mittlerer Beginn dienen. Für jedes (nicht eisfreie) Jahr wurde