150 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1906,
die keine Veröffentlichung vorliegt, gab mir der Chef der nautischen Abteilung
des Dänischen Meteorologischen Instituts, Herr C. Amdrup, bereitwilligst
Auskunft, wofür ich ihm auch an dieser Stelle bestens danke.
Es liegt in der Natur der Sache, daß die Angaben über den Eischarakter
der Jahre in den ersten Jahrzehnten dieser mehr als hundertjährigen Beob-
achtungsreihe ein geringeres Maß von Genauigkeit aufweisen als in der neueren
Zeit. Der Schiffsverkehr nach der Insel hat sich gehoben, die Ausbeutung
der Fischereigründe in ihrer Umgebung hat das Interesse der Küstenbevölkerung
für die Erscheinungen auf dem Meere belebt, der Nachrichtendienst ist besser
organisiert, und die Veröffentlichung der Beobachtungen geschieht mit größerer
Ausführlichkeit als früher. Der Verlauf einer Eissaison im einzelnen wird
daher in der vorliegenden Darstellung für die neueren Jahrgänge besser
verbürgt sein als für die älteren, Aus diesem Grunde erschien es zweckmäßig,
außer der ganzen Beobachtungsreihe die erste und zweite Hälfte derselben
für sich zu betrachten, wie es im folgenden überall geschehen ist. Es zeigt
sich allerdings dabei, daß die aus der einen und anderen Hälfte abgeleiteten
Resultate sich doch in guter Übereinstimmung befinden. Die Unsicherheiten
der älteren Jahrgänge liegen, wie es scheint, nicht in einer und derselben
Richtung, sondern kompensieren sich, so daß die periodischen Erscheinungen
nicht verdeckt werden.
a. Die jährliche Periode der Kistrift bei Island.
Um festzustellen, wie sich die jährliche Eistrift bei Island auf die Monate
des Jahres zu verteilen pflegt, wurde folgendermaßen verfahren,
Die graphische Darstellung, die Thoroddsen gewählt hat, gibt in einem
Koordinatensystem, in welchem die Monate als Abszissen, die Jahre in fort-
laufender Reihenfolge als Ordinaten angegeben sind, für jedes Jahr durch
Flächenschraffur die Zeit an, während welcher Eis an den Küsten Islands auf-
yetreten ist. Zugleich ist die Breite der Schraffur der Intensität des Eisjahres
proportional gemacht. Es kann deshalb unmittelbar erkannt werden, zu
welchen Zeiten jedes Jahres Eis bei Island vorhanden war. Zuerst wurde
nun die Häufigkeit von Eisvorkommen für jeden Monat des Jahres dezennien-
weise einfach ausgezählt. Das Resultat ist in Tabelle I niedergelegt. Dann
wurde Rücksicht darauf genommen, wie lange jeder Monat Eis gehabt hatte.
Dabei wurde auf Viertelmonate abgerundet. Die so gefundenen Zahlen geben
also die Dauer des Eisvorkommens für jeden Monat in den verschiedenen
Dezennien an. (Tabelle IL)
Tabelle I. Häufigkeit des Eisvorkommens bei Island (Jahre).
1501—16
11—20
21—30
1—410)
+1—50
31—60
1—70
£1—80
S$1—90
97 19601
1501—50
31 —1900
1801—1900
1801—50
1851— 1900
U. u)
3
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