Die Forschungsreise S. M, S. »Planet«.
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Instrumente zu erproben, Weiterhin sollte aber diese Fahrt ein Prüfstein für
die Seeeigenschaften des Schiffes sein. Nachdem sich der Präses der Schiffs-
prüfungskommission, Kapitän z. S. Wallmann, eingeschifft hatte, wurde der
norwegischen Rinne auf dem Wege durch den Großen Belt zugesteuert. Das
Schiff hatte mit schweren Gegenwinden zu kämpfen, verlor dabei aber ver-
hältnismäßig wenig an Fahrt, Bei Skagen klarte das Wetter auf, so daß die
Lotmaschinen und Heißtrommel in Tätigkeit gesetzt werden konnten.‘ Auch
hier bestätigte der Versuch die Zweckmäßigkeit der Anordnung. Nur kleine
Abänderungen wurden für notwendig erachtet. Auf der Fahrt durch die
Nordsee frischten Wind und Wetter wieder auf, so daß dem Schiff Gelegenheit
gegeben war, seine Seeeigenschaften nachzuweisen, FErhebliche Bedenken
waren nach dieser Richtung hin geltend gemacht worden. Die Freibordhöhe
(3.6 m) wurde im Verhältnis zum Tiefgang (3.3 m) als zu hoch bemängelt,
ebenso die Aufbauten, Die Maschinenleistung endlich sollte eine zu geringe
sein. Den Konstrukteuren waren jene Schwächen nicht unbekannt gewesen,
sie konnten aber nicht als ausschlaggebende Mängel gelten. Man mußte sie
mit in den Kauf nehmen, um sonstige notwendige Anforderungen erfüllen zu
können, Durch die große Freibordhöhe wurden einmal sehr luftige Wohn-
räume geschaffen und anderseits wurde die unerläßliche hohe Aufstellung der
Phototheodolite erzielt, Eine größere Maschinenleistung wäre fernerhin ohne
Beschränkung der Unterkunftsräume nur durch eine Deplacementsvergrößerung
zu erreichen gewesen, Darin lag wiederum insofern ein Nachteil, als mit
650 Tonnen bereits die obere Grenze für ein Schiff erreicht ist, das selbst an
den Lotungsarbeiten teilnehmen soll, Ganz besondere Vorteile wird endlich
gerade bei diesen Arbeiten erfahrungsgemäß der geringe Tiefgang bieten.
Die Probefahrt ergab nun folgendes: Das Schiff ist steif, es ist für an-
laufende See günstig gebaut und hat, abgesehen von dem etwas schnellen
Stampfen, angenehme Bewegungen, Auch auf See muß es als ein gutes Wohn-
schiff bezeichnet werden. »Planet« treibt nicht nennenswert mehr als andere
Schiffe von gleicher Größe und verliert auch nicht mehr an Geschwindigkeit
bei Wind gegenan als diese.
Das Resultat dieser Fahrt war also wiederum ein sehr günstiges. Es
konnte darum des weiteren mit der Erprobung der Einrichtung für stereo-
photogrammetrische Aufnahmen begonnen werden, Diese Versuche hielten
das Schiff noch bis zum 20. Januar in Kiel fest. Dann wurde die Ausreise,
die bisher programmäßig verlaufen ist, angetreten,
Es wird beabsichtigt, das Beobachtungsmaterial an Bord in erster Linie
zu sammeln und zu sichten, während an die Bearbeitung erst nach Rückkehr
des Stabes in die Heimat gedacht werden kann.
Bisher hat »Planet« Lissabon, St.. Vincent, (Cap Verdische . Inseln)
Freetown und St. Helena angelaufen, Der Weg nach dem Endziel Matupi
führt weiter über Kapstadt, St. Marie (Madagaskar), Port Louis (Mauritius),
Colombo, Padang, Batavia, Makassar und Amboina. Das Schiff soll nicht auf
den ‘direkten Verbindungswegen steuern, sondern nach Möglichkeit . un-
erforschtes Gebiet aufsuchen. Mit der Ankunft in Matupi kann voraussichtlich
im Monat September gerechnet werden, Anschließend an eine etwa vier-
monatliche Vermessungstätigkeit im deutschen Schutzgebiet der Südsee, treten
neue wissenschaftliche Aufgaben an das Schiffskommando heran. S. M. S.
»Planet« soll dann eine Rundfahrt nach den Karolinen, Marianen und
Philippinen zur Ausführung bringen. Neben der Lösung wichtiger, meteoro-
logischer Aufgaben, die überhaupt im Vordergrunde der: Expedition stehen,
dürften gerade auf dieser Fahrt die Ergebnisse der Tieflotungen von größtem
Interesse sein, insofern die grabenförmigen, sehr tiefen Einsenkungen an der
Ostküste der Philippinen und Marianen untersucht werden sollen. Im An-
schluß an diese Fahrt wird das Schiff wieder in den Dienst der Vermessung
gestellt werden. Auch dabei gilt es neue Methoden zu erproben, da das
stereophotogrammetrische Verfahren bei den Küstenaufnahmen zur Verwendung
kommen. soll. —dt.