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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

146 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1906. 
und die biologischen Untersuchungen dem Schiffsarzt, Marine-Oberassistenz- 
arzt Dr. Gräf, übertragen wurden, Oberleutnant zur See Kellermann 
soll ferner Wellenaufnahmen und Ausmessungen vornehmen. Studien anthro- 
pologischer Natur wird endlich Marine-Oberstabsarzt Prof. Dr. Krämer ausführen, 
Nachstehende größere wissenschaftliche Apparate fanden Aufstellung: 
1. Auf dem Oberdeck an Steuerbordseite hinter der Kommandobrücke 
eine ozeanographische Heißtrommel sowie eine große Lotmaschine, 
System Lukas. 
An einem entsprechenden Platze an der Backbordseite die Sigsbee- 
sche Lotmaschine, die bereits bei der Valdivia- und Südpolar- 
expedition Verwendung gefunden hat, 
3. Auf dem Aufbaudeck hinter dem Großmast die Drachenwinde, 
Die Sigsbeesche Lotmaschine sowie die Heißtrommel werden mit 
Dampf angetrieben, währenddem je ein Elektrometer die andere Lotmaschine 
bzw. Drachenwinde in Bewegung setzt. 
Den Zwecken der Stereophotogrammetrie dienen die Phototheodolite, 
Die Aufnahmen mit diesen Apparaten werden für die Ausmessung geeigneter, 
je größer der Abstand der Apparate voneinander, d. h., je länger die Stand- 
linie ist und je höher die Aufnahmeapparate aufgestellt werden können, Bei 
dem Entwurf der Schiffspläne wurde auf diese Verhältnisse schon, soweit dies 
schiffbaulich angängig war, Rücksicht genommen, Die Aufstellung selbst ist 
entsprechend, insofern die Podeste für die Phototheodolite sehr hoch gewählt 
und möglichst weit auf die Back vorgeschoben bzw, achtern aufgebaut wurden. 
Bei der Wahl der Aufstellung dieser Instrumente mußte auf die durchaus 
erforderliche gegenseitige Sicht der Aufnahmeapparate Rücksicht genommen 
werden. 
Für die chemischen und bakteriologischen Arbeiten sowie für die 
Vorbereitungen von Lotungen, Drachen- und Ballonaufstiegen, kommt der am 
ÖOberdeck befindliche, später als Zeichensaal zu verwendende Raum ganz 
besonders zu statten. Durch Einbau von einem Oberdeckslicht und 
14 Seitenfenstern ist für gutes Licht gesorgt. Der Raum ist etwa 10 m lang 
und 5m breit. In der Mitte führen allerdings der Großmast und ein kleiner 
Schacht hindurch. 
Um die zweckmäßige Anordnung sowie den praktischen Einbau der 
wissenschaftlichen Instrumente und der Hilfsmaschinen zu gewährleisten und 
für eine günstige Einteilung des Arbeitsraums Sorge zu tragen, fanden auf 
der Weserwerft mit Vertretern des Reichs-Marine-Amts und der Seewarte die 
nötigen Vorbesprechungen statt. Im November waren alle vorbereitenden 
Arbeiten erledigt, so daß die Übergabe an die Kaiserliche Werft in Wilhelms- 
haven alsbald erfolgen und das Schiff am 16. desselben Monats in Dienst 
gestellt werden konnte, Nach vollendeter Ausrüstung ging S. M. S. »Planet« 
zunächst nach Kiel, um von da aus mehrere Versuchsfahrten, die in erster 
Linie der Erprobung der wissenschaftlichen Apparate gelten sollten, vor- 
zunehmen. Es sei hier bemerkt, daß sich bei der Indienststellung der Hilfs- 
arbeiter bei der Deutschen Seewarte Dr. Brennecke überetatsmäßig an Bord 
eingeschifft hatte, und daß vor Antritt der Ausreise diesem noch der Marine- 
Oberstabsarzt Prof. Dr. Krämer folgte. 
Die erste Versuchsfahrt beschränkte sich auf den:westlichen Teil der 
Ostsee. Es sollte die meteorologische Ausrüstung geprüft werden. Diese war 
nach den Vorschlägen des Abteilungsvorstandes bei der Deutschen Seewarte 
Prof. Dr. Köppen, zusammengestellt worden. Ebenso rühren die Pläne für 
die Drachenwinde von dem genannten Gelehrten her. Neben Vertretern des 
Reichs-Marine-Amts und der Deutschen Seewarte nahm der Vorsitzende der 
Internationalen Kommission für wissenschaftliche Luftschiffahrt, Prof. Dr. Her- 
gesell aus Straßburg, an der Fahrt teil. Diese verlief in jeder Weise 
zufriedenstellend. Für die zweite Fahrt sollte von Kiel aus der Weg um 
Skagen nach der Elbmündung und weiter durch den Nord-Ostsee-Kanal nach 
Kiel zurück gewählt werden. Es galt, in der norwegischen Rinne, wo man 
erwarten konnte, Tiefen bis zu 800 m anzutreffen, die ozeanographischen 
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