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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1906.
immer etwas über der normalen. An der ostdeutschen Küste ist vereinzelt
Schnee gefallen. — Die von Nordwesten herannahende flache Depression stört
vorübergehend am 21. die Entwicklung der Wetterlage zu Typus I. Sie
nimmt ihren Weg erst südöstlich zur Nordsee, dann südsüdwestlich zum west-
lichen Mittelmeer, eine Linksdrehung der Winde an der Nordseeküste von
Südwesten nach Nordosten bewirkend, während die Ostseeküste morgens ruhiges
Wetter, abends schwache veränderliche Winde hat.
Nach Vorübergang dieser Depression steht die Küste unter dem Einfluß
des westlichen Hochdruckgebietes, Daher ist bei meist schwachen nördlichen
Winden das Wetter ziemlich kalt, besonders an der Nordseeküste meist heiter
und trocken. — Die folgenden Tage bringen in rascher Aufeinanderfolge die
Typen II und V, Am 283. und 24, ist Typus II vorherrschend. Das Hoch-
druckgebiet hat sich unter langsamer Abnahme an Höhe ostwärts verlagert.
Am 23. liegt das Maximum mit fast 780 mm über dem Osteingang des Kanals,
am 24. mit 779 mm Höhe über dem Alpenvorlande, Eine neue am Abend des
22, im Nordwesten erschienene Depression breitet sich südöstlich aus und be-
wirkt ein Zurückdrehen der Winde nach Südwest bis Südsüdost. Das Wetter
ist an der Nordseeküste meist heiter, an der Ostseeküste vorwiegend trübe,
die Temperatur ist nahezu normal. Am 25. bringt ein über der Nordsee sich
bildender Ausläufer der nördlichen Depression der westdeutschen Küste starke
südwestliche Winde mit Schneefällen, während die Ostseeküste im Bereich des
nach Innerrußland fortschreitenden Hochdruckgebietes bei schwachen südlichen
Winden meist heiteres Frostwetter hat, Schon am Abend des 24. erscheint
im Südwesten ein neues Hochdruckgebiet, das, stetig vorrückend, am 27, ein
Maximum über 772 mm über Südfrankreich zeigt, wogegen die nördliche
Depression sich nach Osten zu ausbreitet,. Während dieser Tage herrscht
trübes Wetter mit steigender Temperatur, die an der Ostseeküste jedoch bis
zum 26. noch unter dem Nullpunkt bleibt. Am 27, liegt ein sehr tiefes Minimum
(unter 710 mm) bei den Lofoten, sowie ein Ausläufer der nördlichen Depression
über der Ostsee, die in Wechselwirkung mit dem über Südwesteuropa liegen-
den Hochdruckgebiet im deutschen Küstengebiete, besonders an der Ostsee
starke südwestliche Winde hervorrufen, unter deren Einfluß die Temperatur
sehr stark steigt. Das Maximum rückt ostwärts vor. Über der nördlichen
Nordsee zeigt sich am 28, ein neues tiefes Minimum, das, ostwärts fort-
schreitend, am 29. über Nordosteuropa liegt, während sich über der Nordsee
gin neuer Ausläufer bildet. An beiden Tagen herrscht an der ganzen deutschen
Küste bei starken bis stürmischen südwestlichen Winden trübes, sehr mildes,
regnerisches Wetter. Am Morgen des 30. liegt der höchste Luftdruck über
Südwesteuropa, eine neue Depression ist über dem norwegischen Meere er-
schienen, der Ausläufer ist von der Nordsee nach Westrußland fortgeschritten,
so daß an der westdeutschen Küste südwestliche und westliche, an der Ostsee-
küste nordwestliche Winde bei fortdauernd trüber, milder Witterung vor-
herrschen. Am Morgen des 31. scheint der jetzt herrschende Typus V, da die
nördliche Depression südöstlich vorrückt und das Hochdruckgebiet sich weiter
nordwärts ausbreitet, in Typus I übergehen zu wollen. Ein Maximum liegt
westlich von Irland, ein Minimum unter 750 mm in Innerrußland. Bei böigen,
feuchten, nördlichen Winden ist das Wetter an der Küste wolkig und etwas
kälter. Doch schon am Nachmittag des 31. weicht das Hochdruckgebiet über
den Britischen Inseln südwärts zurück, breitet sich aber ostwärts aus, während
eine neue Depression im Nordwesten erscheint.
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