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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Die Witterung an der deutschen Küste im Januar 1906. 
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Änderungen hält. Das Wetter ist während dieser Tage trübe, mild, regnerisch, 
bei meist westlichen Winden, die am 7. an der westdeutschen Küste stark böig 
wehen. Hamburg. hat Windstärke 9, in den Böen sogar 10 zu verzeichnen. 
Am 8, zeigt die fast ganz Europa einnehmende Depression das am Tage 
vorher über Jütland gelegene Teilminimum über Südschweden, ein zweites am 
Eingang des Skagerraks, ein drittes am Osteingang des Kanals, während das 
Hauptminimum westlich von Schottland liegt. Die Lage des Maximums ist 
westlich verschoben, doch breitet sich das Hochdruckgebiet am 9. wieder 
nordöstlich etwas aus. Während das am Osteingang des Kanals gelegene 
Teilminimum nach Polen vorrückt, zeigt die Depression ihr Minimum’ unter 
735 mm ‚nordwestlich von Schottland. Dieses. schreitet, zunächst an Tiefe zu- 
nehmend, nordöstlich weiter und liegt am 10. nördlich von Schottland, * Die 
Witterung war an diesen Tagen vorwiegend trübe, mild und regnerisch, 
stellenweise neblig, bei schwachen südwestlichen, an der ostdeutschen Küste 
südöstlichen Winden. Am 11. sehen wir die Depression über. den . ganzen 
Norden, mit dem niedrigsten Druck über dem norwegischen Meere, ausgebreitet. 
Am höchsten ist der Luftdruck über Südwesteuropa. An der Nordsee- und 
westlichen Ostseeküste herrscht bei schwachen westlichen Winden ziemlich 
heiteres, an der mittleren und östlichen Ostseeküste bei lebhaften westlichen 
bzw. schwachen veränderlichen Winden trübes Wetter mit Niederschlägen. Die 
milde Witterung dauert fort. — Am 12. liegt ein neues tiefes Minimum nördlich 
der Nordsee, während der Luftdruck über dem Alpengebiete am. höchsten ist. 
An der Nordseeküste treten. bei steilem barometrischen Gefälle stürmische 
Winde auf; an der Ostseeküste dagegen wehen schwache bis mäßige südwestliche 
Winde.. Die Witterung ist jetzt wieder an der ganzen Küste trübe, sehr mild 
und regnerisch und bleibt auch so in den nächsten Tagen bis zum 19. hin, 
Am Abend des 12. bekommt auch die Ostseeküste etwas lebhaftere Winde. — 
Am 13. liegt hoher Luftdruck über Südeuropa, das Barometer ist an der 
Nordseeküste sehr stark gefallen; es bildet sich dort ein Ausläufer der nord- 
westlich gelegenen Depression, der ostwärts fortschreitet, wobei die Winde an 
der Küste von Südwest nach West und Nordwest drehen und an der ost- 
deutschen Küste stürmisch auftreten. Am 15. ist nordwestlich von Schottland 
ein neuer Ausläufer der Depression erschienen, während .der vorhergehende 
im Innern Rußlands verschwindet. Der höchste Luftdruck liegt über Nord- 
österreich. An der Nordseeküste wehen an diesem und dem folgenden Tage 
starke, an der Ostseeküste schwache südwestliche Winde. Am 16. bildet sich 
über Spanien ein neues Maximum über 775 mm aus, das zunächst nordwest- 
wärts vordringt. Da gleichzeitig die nördliche Depression sich ‚weiter nach 
Süden ausbreitet, treten wieder zuerst an der westdeutschen, am 17. an der 
ganzen deutschen Küste starke westliche Winde auf, die im Verlauf der beiden 
folgenden Tage an Stärke zunehmen, da ein neuer Ausläufer der Depression, 
am 18. über Irland auftretend, am 19. unter Zunahme an Tiefe als selbständige 
Depression über die Nordsee nach Südschweden vorrückt, während das Hoch- 
druckgebiet den höchsten Druck südwestlich von Irland mit einer Zunge über 
Frankreich aufweist (typische Sturmlage). Die Winde drehen an der Nordsee- 
küste beim Vorübergang. der Depression nach West und Nordwest, während 
sie an der Ostseeküste. am 19. noch südwestliche Richtung haben. Am 18. 
treten schwere Niederschläge, an mehreren Orten. der deutschen Küste in 
24 Stunden 20 min Höhe übersteigend, auf, an der ostdeutschen Küste in Form 
von Schnee. — Mit dem weiteren Vorrücken des ozeanischen Maximums nach 
Norden geht die Wetterlage in Typus I über, der jedoch erst am 22. voll- 
kommen in Erscheinung tritt. Seine Dauer ist dieses Mal nur kurz, da er 
schon am 23. von Typus II abgelöst wird. — Das am 19, über Südschweden 
gelegene Minimum ist am 20. nordostwärts nach Nordwestrußland fortgeschritten. 
An der westdeutschen Küste ist das Barometer sehr stark gestiegen. Am höchsten 
ist der Luftdruck (über 780 mm) vor dem Kanal. Die Witterung ist an der 
Nordsee morgens heiter; im Verlaufe des Tages nimmt die Bewölkung zu, da 
eine vom Ozean nordwestlich von Schottland herannahende Depression ihren 
Einfluß auszuüben beginnt. Die Temperatur ist. etwas gesunken, doch noch
	        
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