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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1906. 
meinschaftliche Tangente mit derselben Genauigkeit ziehen, wie man eine 
Gerade durch zwei Punkte legt. Kennt man außerdem noch den Abstand 
von einem dritten Punkte, so erhöht sich dadurch die Zuverlässigkeit der 
Zeichnung wesentlich, und man wird nicht leicht auf diesen Vorteil ver- 
zichten, wenn sich die Rechnung genügend einfach gestaltet. Und das ist bei 
Formel I der Fall! Denn da auf der rechten Seite nur in dem letzten 
Gliede t vorkommt, so wird durch Abänderung der Länge auch nur dieser 
Ausdruck betroffen, und man kann durch Vergrößerung oder Verminderung 
von t etwa um 10’ die Abstände der Standlinie von zwei links und rechts 
von dem ursprünglichen Punkte auf demselben Breitengrade gelegenen Punkten 
durch eine Rechnung finden, in der eigentlich nur die Logarithmendifferenz 
von sin? = für 10’ zu addieren und zu subtrahieren ist. Ist aber die Stand- 
linie einmal gefunden, so ist auf der Seekarte der Winkel, den sie mit dem 
Breitengrade bildet, das Azimut. An Gileichartigkeit der Rechnung läßt also 
die vorgeschlagene Methode nichts zu wünschen übrig, und da es als ein be- 
sonderer Vorzug der Standlinienmethode nach Marcq St. Hilaire gerühmt 
wird, daß man in allen Fällen mit derselben Rechnung auskommt, so wird 
man umsomehr diesen Vorzug auch einer Methode zubilligen müssen, bei 
der die Gleichartigkeit der Rechnung, da die Berechnung des Azimuts ent- 
fällt, noch gesteigert, erscheint, 
Zum Schluß möge der Gang der Rechnung noch an einem Beispiel 
gezeigt werden. 
Es sei 
= 53° $ = 16° 18 t = 1% 10min 21sek h; = 50° 88 2, =— 39° 20 
atPp—3 _ 9804 Al ZT 
— = 38° 4 5 = 1°22. 
Dann ist für einen 10’ westlich vom gegißten Punkte auf demselben 
Breitengrade gelegenen Punkt log sin? 3 um 82 Einheiten der letzten Stelle 
kleiner, dagegen für einen 10’ östlicher gelegenen Punkt um 81 Einheiten 
derselben Stelle größer als für den gegißten Punkt. 
Demnach gestaltet sich die Rechnung folgendermaßen: 
log cos 53° = 9.7795 log sin 38° 4’ = 9.7900 
log cos 16° 18’ == 9,9822 logsin 1° 22’ = 8.3775 
at  nepa- 2 4 Max 
log sin? = = 8.3687 log Cosi aa 4.035 
2 — 4.035 a N Tog 2.2025 = 159.40 
log han 4.035 
a N log 2.1654 — 146.35 
130 
2.1654 
82 
N log 2.1572 = 143.61 
Somit ist 
der Abstand des gegißten Punktes von der Standlinie 159.40 — 146.35 = 13.05, 
der Abstand des 10 westlicher gelegenen Punktes 159.40 — 143.61’ == 15.79’, 
der Abstand des 10 östlicher gelegenen Punktes 159.40 — 149.11’ — 10.307. 
Ist nun auf Grund dieser Berechnung die Standlinie in die Karte ein- 
gezeichnet, so muß die Ausmessung des Winkels zwischen ihr und dem 
. . . . ‘ . 5.79 — 10. 
53. Breitengrade einen Winkel ergeben, dessen sin gleich De = 0.456 
ist. Die Zeichnung muß also einen Winkel gleich 27.1° ergeben, während man 
durch genauere Rechnung etwa 27,5° findet.
	        
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