Über Tiefenangaben in Seekarten.
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halten: Das Schiff würde wohl‘ 7 bis 8 Sm laufen können.« Versuche mit
diesem Apparat sind in England noch nicht gemacht worden. Soweit andere
ähnliche Versuche ergeben haben, wird man das Ausscheren der Lotscheite
am besten durch Vergrößerung der einander zugekehrten Seitenflächen er-
reichen. Fernerhin dürften größere Stabilität als diese einfachen Lotscheite
Drachen nach vorstehender Figur haben. Diese bieten nebenbei den Vorteil,
daß die Komponente, die den Drachen nach unten drückt, nahezu doppelt so
groß ist als beim einfachen Drachen bzw. Lotscheite. Bringt man in dem
Drachen dieser Art noch einen Windkessel und ein Manometer an, das den
Druck im Windkessel anzeigt, und überträgt man auf elektrischem Wege den
Stand dieses Manometers auf je ein nach Metern beziffertes Manometer an
Bord, so liest man jederzeit die Tiefe ab, auf der die Drachen laufen. Einzeln
verwendet, könnten diese Drachen das Loten ‚ersetzen. Erfahrungsgemäß
steuern sie in Tiefen, die dem Drittel bis zur Hälfte der Schleppleinenlänge
entsprechen, und springen dank ihrer Konstruktion über Hindernisse wie
Steine usw. hinweg. Vom Bug des Schiffes aus geschleppt, würde ein Drachen
mit 100 m- Schleppleine noch bis zu 40m unter der Wasseroberfläche auf dem
Grunde laufen, also die Tiefen unmittelbar unter dem Schiff anzeigen. Die
durch Fischen abgesuchten Stellen sollten nach Leutnant Helby in der Karte
hellblau angelegt werden. In dunklerer Tinte wäre durch Zahlen anzugeben,
bis auf welche Tiefe abgesucht worden ist. .
Zum Schluß seines Vortrages beschreibt Leutnant Helby eine Methode
des Absuchens mittels Scherbrettern, ähnlich denen der Grundschleppnetze
{siehe »Besehreibung der wichtigsten deutschen Seefischerei-Fanggeräte«.
Herausgegeben vom Reichs-Marine-Amt, Vierte Auflage, S. 9). Zum Absuchen
kommt wieder nur ein Schiff in Frage, .
Währenddem jedoch das Netz über den Boden hinschleift, müssen die
Scheerbretter, »Otters« genannt, auf eine bestimmte Tiefe eingestellt werden,
Dies geschieht dadurch, daß man sie mit je einer Boje.verbindet, Die Länge
der Bojenleine muß gleich der Tiefe, in der die Scherbretter geschleppt
werden sollen, vermehrt um einen bestimmten Verbesserungswert, sein, Die
Scherbretter selbst sind runde, eiserne Scheiben. Sie wiegen etwa je 25 Pfund
und sind mit einer schiefen Flansch an jeder Seite versehen, die nach außen
und unten steuert. Diese Flanschen wirken also auch als Horizontalruder
und bewirken, daß das Scheerbrett sich in der der Verbindungsleine ent-
sprechenden Tiefe hält, Dadurch, daß die schräge Flansch auf das Steuern
nach außen‘ wirkt, wird die Verbindungsleine steifgespannt. Kommt sie nun
mit einem Hindernis in Berührung, so wird sie zerreißen, Dadurch werden
die -Scherbretter weiter. ausscheren, wodurch wiederum das Zerreißen der
Leine und damit das Vorhandensein eines Hindernisses bemerkt werden wird.
An der dem Vortrage folgenden Diskussion beteiligten sich unter anderen
der Hydrographer der Marine, Captain. A. M, Field, die Admirale Usborne
Moove, Sir W. J. Wharton und Sir Nathaniel Bowden-Smith.
Der Hydrographer gab zu, daß es unmöglich sei, eine Vermessung so
durchzuführen, daß mit Sicherheit keine Gefahr unentdeckt bliebe.. Dennoch
bestehe bei Vermessungen großen Maßstabes mit engen Lotlinien die hohe
Wahrscheinlichkeit, daß wenigstens irgendwelche Anzeichen, die auf das Vor-
handensein einer Untiefe' schließen ließen, bemerkt werden würden. Es sei
eben eine Frage der Zeit und damit des Geldes, den Fahrwassern eine
größere oder geringere Sicherheit zu geben. Aus technischen Gründen könnte
der Maßstab, in dem vermessen würde, nicht über gewisse Grenzen hinaus.
vergrößert werden. Infolgedessen würde der Maßstab von einem Zoll auf
die Seemeile auch weiterhin beibehalten werden müssen. Durch Kreuz- und
Querlinien könnten die Untersuchungen erweitert werden. Was das Absuchen
anbeträfe, so wäre es von größter Wichtigkeit, daß dies in breiter Front
geschehen könne. Das Abloten würde durch das Absuchen im übrigen auch
nicht erspart, da durch das Absuchen allein die Charakteristik des Bodens
nicht wiedergegeben würde. In der Praxis käme man meist mit dem Abloten
schneller vorwärts und arbeitete dabei gewöhnlich ebenso wirksam. Es würden