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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Über Tiefenangaben in Seekarten. 
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halten: Das Schiff würde wohl‘ 7 bis 8 Sm laufen können.« Versuche mit 
diesem Apparat sind in England noch nicht gemacht worden. Soweit andere 
ähnliche Versuche ergeben haben, wird man das Ausscheren der Lotscheite 
am besten durch Vergrößerung der einander zugekehrten Seitenflächen er- 
reichen. Fernerhin dürften größere Stabilität als diese einfachen Lotscheite 
Drachen nach vorstehender Figur haben. Diese bieten nebenbei den Vorteil, 
daß die Komponente, die den Drachen nach unten drückt, nahezu doppelt so 
groß ist als beim einfachen Drachen bzw. Lotscheite. Bringt man in dem 
Drachen dieser Art noch einen Windkessel und ein Manometer an, das den 
Druck im Windkessel anzeigt, und überträgt man auf elektrischem Wege den 
Stand dieses Manometers auf je ein nach Metern beziffertes Manometer an 
Bord, so liest man jederzeit die Tiefe ab, auf der die Drachen laufen. Einzeln 
verwendet, könnten diese Drachen das Loten ‚ersetzen. Erfahrungsgemäß 
steuern sie in Tiefen, die dem Drittel bis zur Hälfte der Schleppleinenlänge 
entsprechen, und springen dank ihrer Konstruktion über Hindernisse wie 
Steine usw. hinweg. Vom Bug des Schiffes aus geschleppt, würde ein Drachen 
mit 100 m- Schleppleine noch bis zu 40m unter der Wasseroberfläche auf dem 
Grunde laufen, also die Tiefen unmittelbar unter dem Schiff anzeigen. Die 
durch Fischen abgesuchten Stellen sollten nach Leutnant Helby in der Karte 
hellblau angelegt werden. In dunklerer Tinte wäre durch Zahlen anzugeben, 
bis auf welche Tiefe abgesucht worden ist. . 
Zum Schluß seines Vortrages beschreibt Leutnant Helby eine Methode 
des Absuchens mittels Scherbrettern, ähnlich denen der Grundschleppnetze 
{siehe »Besehreibung der wichtigsten deutschen Seefischerei-Fanggeräte«. 
Herausgegeben vom Reichs-Marine-Amt, Vierte Auflage, S. 9). Zum Absuchen 
kommt wieder nur ein Schiff in Frage, . 
Währenddem jedoch das Netz über den Boden hinschleift, müssen die 
Scheerbretter, »Otters« genannt, auf eine bestimmte Tiefe eingestellt werden, 
Dies geschieht dadurch, daß man sie mit je einer Boje.verbindet, Die Länge 
der Bojenleine muß gleich der Tiefe, in der die Scherbretter geschleppt 
werden sollen, vermehrt um einen bestimmten Verbesserungswert, sein, Die 
Scherbretter selbst sind runde, eiserne Scheiben. Sie wiegen etwa je 25 Pfund 
und sind mit einer schiefen Flansch an jeder Seite versehen, die nach außen 
und unten steuert. Diese Flanschen wirken also auch als Horizontalruder 
und bewirken, daß das Scheerbrett sich in der der Verbindungsleine ent- 
sprechenden Tiefe hält, Dadurch, daß die schräge Flansch auf das Steuern 
nach außen‘ wirkt, wird die Verbindungsleine steifgespannt. Kommt sie nun 
mit einem Hindernis in Berührung, so wird sie zerreißen, Dadurch werden 
die -Scherbretter weiter. ausscheren, wodurch wiederum das Zerreißen der 
Leine und damit das Vorhandensein eines Hindernisses bemerkt werden wird. 
An der dem Vortrage folgenden Diskussion beteiligten sich unter anderen 
der Hydrographer der Marine, Captain. A. M, Field, die Admirale Usborne 
Moove, Sir W. J. Wharton und Sir Nathaniel Bowden-Smith. 
Der Hydrographer gab zu, daß es unmöglich sei, eine Vermessung so 
durchzuführen, daß mit Sicherheit keine Gefahr unentdeckt bliebe.. Dennoch 
bestehe bei Vermessungen großen Maßstabes mit engen Lotlinien die hohe 
Wahrscheinlichkeit, daß wenigstens irgendwelche Anzeichen, die auf das Vor- 
handensein einer Untiefe' schließen ließen, bemerkt werden würden. Es sei 
eben eine Frage der Zeit und damit des Geldes, den Fahrwassern eine 
größere oder geringere Sicherheit zu geben. Aus technischen Gründen könnte 
der Maßstab, in dem vermessen würde, nicht über gewisse Grenzen hinaus. 
vergrößert werden. Infolgedessen würde der Maßstab von einem Zoll auf 
die Seemeile auch weiterhin beibehalten werden müssen. Durch Kreuz- und 
Querlinien könnten die Untersuchungen erweitert werden. Was das Absuchen 
anbeträfe, so wäre es von größter Wichtigkeit, daß dies in breiter Front 
geschehen könne. Das Abloten würde durch das Absuchen im übrigen auch 
nicht erspart, da durch das Absuchen allein die Charakteristik des Bodens 
nicht wiedergegeben würde. In der Praxis käme man meist mit dem Abloten 
schneller vorwärts und arbeitete dabei gewöhnlich ebenso wirksam. Es würden
	        
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