Forch, C.: Zur Theorie der Meeresströmungen.
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Der stetige Verlauf von Fo°—33° deutet an, daß auch die Werte der
Einzel-Reihe unter 33° S-Br., obwohl ihr nur drei Salzgehaltsbeobachtungen
zugrunde liegen, gut sind. Wir haben dort ein in den oberen Schichten
wachsendes Gefälle, das bald konstant wird und etwa 0.55 bis 0.65 m beträgt.
Der eine Wert 0.48 für 3500 kann hiergegen nicht stark ins Gewicht fallen,
da er aus einer dem Boden nahen Region stammt. Um Mißverständnisse zu
vermeiden, sei hervorgehoben, daß I’ nicht die absoluten Höhenunterschiede
der Flächen gleichen Druckes gibt, sondern nur die relativen Unterschiede
abgesehen von einer konstanten Größe; wäre diese z. B. gleich — 0.50 m, so
würde das wahre Gefälle zwischen Äquator und 33° S-Br. — abgesehen vom
unsicheren Bodenwert —- sein:
Tabelle V.
in der Oberfläche + 0.50 m
bei 100m — 0.22 «
- 200« -—- 0.09 «
300« -- 0.05 «
400 « -- 0.06 «
300< © 0.06 «
bei 1000 m -+ 0.03 m
1500 « —0.10 «
2000 « —0.16 «
2500 « —0.17 «
2000 « -— 014 «
S
Es würde dies heißen, daß die Meeresoberfläche am Äquator — lediglich
durch die Wärme- und Salzgehaltsverteilung und ohne Rücksicht auf Massen-
anziehung der Kontinente oder andere Abweichungen vom normalen‘ Wert der
Erdschwere — um 0.50 m höher stünde als bei 33° S-Br., daß zwischen 0 und
200 m Tiefe die Flächen gleichen Druckes vom parallelen Verlauf relativ viel
abweichen, daß sie bei etwa 1100 m horizontal verlaufen und darunter mäßig
in entgegengesetzter Richtung geneigt, aber untereinander fast parallel sind.
Ganz anders liegen die Verhältnisse für das Gebiet zwischen 383° S-Br.
und der Eisgrenze, und zwar geht dies aus dem Gang von ['33°—60° und
To°c—60° übereinstimmend hervor, es kann also nicht etwa durch Fehler der
Reihe für 33° bedingt sein. I’ weist in beiden Fällen einen ausgesprochenen
Wendepunkt auf, es heißt dies, daß drei Schichten von verschiedener Richtung
der Flächen gleichen Druckes bestehen müssen. An der Oberfläche bis zu
mäßigen Tiefen muß ein Gefälle nach dem Pol hin vorhanden sein, darunter
bis zu mittleren Tiefen ein solches vom Pol weg, in noch tieferen Schichten
aber hinwiederum ein solches nach dem Pole hin. Daß an der Eisgrenze
die Druck- und Strömungsverhältnisse besonders komplizierte sein müssen,
darauf hat kürzlich O. Pettersson!) hingewiesen. Man wird also jedenfalls
als Endpunkt des einfachen Stromsystems, das zwischen den extrem warmen
und extrem kalten Teilen des Meeres zirkuliert, nicht einen der Eisgrenze
nahen Punkt wählen dürfen, sondern diesen in größerer Entfernung von der
Eisgrenze suchen müssen. ‘ Unter diesem Gesichtspunkte erscheinen die hier
erhaltenen Resultate mit denen von Pettersson nicht in Widerspruch .zu
stehen, wie es wohl auf den ersten Blick erscheinen möchte. *
Nimmt man Verhältnisse an, wie sie etwa im freien Meere unter Ver-
wendung der vorstehend für die Strecke Äquator bis 33° S-Br. gefundenen
Zahlen sich ergeben, so darf man die Geschwindigkeit der Strömung direkt
berechnen gemäß der gekürzten Gleichung:
H:—h3-H?.Vgp h\2
u zer = Ye (1 (B))-
Denn selbst gegenüber der Größe H'g.1 cm verschwindet y”L°, wie auch
gegenüber dem ersten Gliede in der Klammer das zweite mit h versehene
gleich Null wird,
Betrachtet man demgemäß eine Schicht von etwa 2000 m Mächtigkeit
über dem Meeresboden und führt die Druckgradienten ungefähr so ein, wie sie
Tabelle V ergibt, so erhält man folgende Bewegungen:
ı Vel. »Ann. a. Hydr. usw.« 1905, 8. 150.