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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Forch, C.: Zur Theorie der Meeresströmungen. 
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Der stetige Verlauf von Fo°—33° deutet an, daß auch die Werte der 
Einzel-Reihe unter 33° S-Br., obwohl ihr nur drei Salzgehaltsbeobachtungen 
zugrunde liegen, gut sind. Wir haben dort ein in den oberen Schichten 
wachsendes Gefälle, das bald konstant wird und etwa 0.55 bis 0.65 m beträgt. 
Der eine Wert 0.48 für 3500 kann hiergegen nicht stark ins Gewicht fallen, 
da er aus einer dem Boden nahen Region stammt. Um Mißverständnisse zu 
vermeiden, sei hervorgehoben, daß I’ nicht die absoluten Höhenunterschiede 
der Flächen gleichen Druckes gibt, sondern nur die relativen Unterschiede 
abgesehen von einer konstanten Größe; wäre diese z. B. gleich — 0.50 m, so 
würde das wahre Gefälle zwischen Äquator und 33° S-Br. — abgesehen vom 
unsicheren Bodenwert —- sein: 
Tabelle V. 
in der Oberfläche + 0.50 m 
bei 100m — 0.22 « 
- 200« -—- 0.09 « 
300« -- 0.05 « 
400 « -- 0.06 « 
300< © 0.06 « 
bei 1000 m -+ 0.03 m 
1500 « —0.10 « 
2000 « —0.16 « 
2500 « —0.17 « 
2000 « -— 014 « 
S 
Es würde dies heißen, daß die Meeresoberfläche am Äquator — lediglich 
durch die Wärme- und Salzgehaltsverteilung und ohne Rücksicht auf Massen- 
anziehung der Kontinente oder andere Abweichungen vom normalen‘ Wert der 
Erdschwere — um 0.50 m höher stünde als bei 33° S-Br., daß zwischen 0 und 
200 m Tiefe die Flächen gleichen Druckes vom parallelen Verlauf relativ viel 
abweichen, daß sie bei etwa 1100 m horizontal verlaufen und darunter mäßig 
in entgegengesetzter Richtung geneigt, aber untereinander fast parallel sind. 
Ganz anders liegen die Verhältnisse für das Gebiet zwischen 383° S-Br. 
und der Eisgrenze, und zwar geht dies aus dem Gang von ['33°—60° und 
To°c—60° übereinstimmend hervor, es kann also nicht etwa durch Fehler der 
Reihe für 33° bedingt sein. I’ weist in beiden Fällen einen ausgesprochenen 
Wendepunkt auf, es heißt dies, daß drei Schichten von verschiedener Richtung 
der Flächen gleichen Druckes bestehen müssen. An der Oberfläche bis zu 
mäßigen Tiefen muß ein Gefälle nach dem Pol hin vorhanden sein, darunter 
bis zu mittleren Tiefen ein solches vom Pol weg, in noch tieferen Schichten 
aber hinwiederum ein solches nach dem Pole hin. Daß an der Eisgrenze 
die Druck- und Strömungsverhältnisse besonders komplizierte sein müssen, 
darauf hat kürzlich O. Pettersson!) hingewiesen. Man wird also jedenfalls 
als Endpunkt des einfachen Stromsystems, das zwischen den extrem warmen 
und extrem kalten Teilen des Meeres zirkuliert, nicht einen der Eisgrenze 
nahen Punkt wählen dürfen, sondern diesen in größerer Entfernung von der 
Eisgrenze suchen müssen. ‘ Unter diesem Gesichtspunkte erscheinen die hier 
erhaltenen Resultate mit denen von Pettersson nicht in Widerspruch .zu 
stehen, wie es wohl auf den ersten Blick erscheinen möchte. * 
Nimmt man Verhältnisse an, wie sie etwa im freien Meere unter Ver- 
wendung der vorstehend für die Strecke Äquator bis 33° S-Br. gefundenen 
Zahlen sich ergeben, so darf man die Geschwindigkeit der Strömung direkt 
berechnen gemäß der gekürzten Gleichung: 
H:—h3-H?.Vgp h\2 
u zer = Ye (1 (B))- 
Denn selbst gegenüber der Größe H'g.1 cm verschwindet y”L°, wie auch 
gegenüber dem ersten Gliede in der Klammer das zweite mit h versehene 
gleich Null wird, 
Betrachtet man demgemäß eine Schicht von etwa 2000 m Mächtigkeit 
über dem Meeresboden und führt die Druckgradienten ungefähr so ein, wie sie 
Tabelle V ergibt, so erhält man folgende Bewegungen: 
ı Vel. »Ann. a. Hydr. usw.« 1905, 8. 150.
	        
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