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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1906.
Während der 3 Sommermonate früherer Jahre wurden beobachtet:
Regentage mit zusanımen 496.7 mm Regenhöhe.
269.7 «
166.6
157.1
508.7
517 X
1024
‚898
‚899
900
‚901
‚902
908
1904
8]
19
30
39
39
Hiernach bleibt die Niederschlagsmenge im diesjährigen Sommer fast
hinter allen übrigen zurück, nur die Sommermonate 1899 und 1901 waren
noch regenärmer.,
Die relative Feuchtigkeit der Luft betrug durchschnittlich 84° %; sie
war naturgemäß im Juli am größten,
Während des Sommers kamen häufig sehr schwere Gewitter zur Ent-
ladung, ohne jedoch durch Blitzschlag größere Schäden zu verursachen.
Die Winde wehten mit einer durchschnittlichen Stärke von 2.3 der
Beaufort-Skala, namentlich während der beiden ersten Monate, zum größten
Teile aus dem SO-Quadranten, während im August schon häufig nördliche
Winde auftraten. Heyne.
Zur Theorie der Meeresströmungen.
Von Carl Forch, Darmstadt.
Es ist in der Ozeanographie vielfach üblich geworden, die Frage, ob
durch Druckunterschiede im freien Ozean Strömungen von nennenswerter
Geschwindigkeit hervorgerufen werden können, unter Berufung auf die
Autorität von K. Zöppritz ohne weiteres zu verneinen,.!) Es dürfte sich
hierbei wahrscheinlich um folgende Stelle in dem Zöppritz-Fragment des
II. Bandes der Ozeanographie von Boguslawski-Krümmel handeln: »Danach
war bei einem Gefälle von 1:500000 eine strömende Bewegung kaum mehr
wahrnehmbar, und Du Buat schloß hieraus, daß bei 1:1000000 keine Bewegung
mehr nachweisbar sein könne«, und weiter: »Das Gefälle auf dieser Strecke
ist demnach 1:1200000, also viel zu klein, um eine nachweisbare Strom-
geschwindigkeit zu erzeugen« (S. 286 u. 287). Bei eingehender Diskussion der
hier eingreifenden Verhältnisse scheint es zweifelhaft, ob die Schlüsse von
Zöppritz wirklich so beweiskräftig sind, Denn vor allem ist die Berufung
auf Du Buat, die Zöppritz wahrscheinlich Croll®) entnommen hat, hinfällig.
Du Buat®) stellt für die Geschwindigkeit V in Zoll/sek. folgende Gleichung
auf, deren Konstanten den Versuchen in Kanälen bzw. Röhren entnommen sind:
—_—_ 297 (Yı/2 — 0.1) _03 (Vz a 0.1)-
VCh — 23-1 VYL/h-+ 1.6 2
Hierin ‘ist L die Länge einer kreisrunden Röhre vom Radius r, in
welcher das Wasser um die Höhe h zwischen Anfang und Ende absinkt. Die
Konstanten beziehen sich auf Messungen in Pariser Zoll. Setzt man hier V=0,
so erhält man das Gefälle, für welches bei gegebenem Radius keine Strömung
mehr erfolgt. Man erkennt aber sofort, daß, wenn vr/2 So groß wird gegen 0.1,
daß man 0.1 vernachlässigen darf, ohne einen merklichen Fehler zu machen,
die Gleichung jeden Sinn verliert, da sie dann zu einer Gleichung von der
Form: ayır — byr = 0 führt.
An erster Stelle steht die Frage, ob überhaupt zu erwarten ist, daß
tatsächlich unabhängig vom Querschnitt des durchströmten Raumes ein
ı Z. B. »Ann. d. Hydr. usw.« 1905, S. 83,
Croll, J., Phil. mag., vol. 40, pag. 251. 1870. N
) Du Buat, Hydraulique; hier zitiert nach der deutschen Übersetzung von Kosmann,
Berlin 1796, pag. 63. Herr Professor Krümmel teilte mir brieflich mit, daß bereits Witte die Be-
rufung auf Du Buat beanstandet habe.