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Full text : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Köppen, W.: Die Drachenstation der Deutschen Seewarte.

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Höhe, da z. B. 10° Abkühlung oder 3 mm scheinbare Druckänderung bei 1000 m
Höhe 1019 — 984 —= + 36 m Korrektion ausmachen, während die gleiche Abkühlung
 und Druckänderung bei 4000 m 4031 — 3979 = + 52 m betragen,
Diese dritte Korrektion muß für jedes Instrument von Zeit zu Zeit bestimmt
 werden durch Registrierung des Barometerdrucks bei möglichst verschiedenen
 Temperaturen und wenn möglich auch bei niederen Drucken, Auch
die Höhenskala muß durch Vergleiche mit einem Normalaneroid unter der Luftpumpe
 öfter kontrolliert werden.
Sind die Kurven bei den Drachenaufstiegen gut aufgezeichnet, so lassen
sich unter genauer Berücksichtigung aller Korrektionen die Höhen bis auf 2%
genau angeben. ;
Es werden die Höhen von 200, 500, 1000, 1500 m usf. und diejenigen,
bei denen sich Unstetigkeiten der Temperatur (Umkehrung, Isothermie) finden,
mit einem Zirkel auf der Barographenkurve abgegriffen und durch einen
feinen Stich oder Strich markiert, dann können die dazu gehörigen, in diesen
Höhen herrschenden Werte der ‚Temperatur, der relativen Feuchtigkeit und
der Windgeschwindigkeit leicht durch Verfolgung der Zeitkurven gefunden
werden. -"Thermograph und Hygrograph müssen vorher mit einem Psychrometer
 geeicht sein und von Zeit zu Zeit in möglichst weiten Spielräumen mit
Hilfe von Kältemischungen von neuem damit verglichen werden, da Verschiebungen
 und Änderungen im Gange der Federn nicht ausgeschlossen sind.
Überdies wird ja auch vor jedem Aufstieg wenigstens ein Vergleichswert für
alle Kurven erhalten. Der Anemograph muß ebenfalls mit einem Normalanemometer
 öfters verglichen werden, da sich häufig die kleinen Flügel des
Anemographenrädchens verbiegen. Aus der Anzahl der Zacken innerhalb
eines bestimmten Zeitraums (10 Minuten) wird die Geschwindigkeit des Windes
in m p. Sek, abgelesen. Für große Windgeschwindigkeiten, von mehr als 15 m
p. Sek.,, müssen die Werte extrapoliert werden, da zur Eichung und Messung
noch größerer Geschwindigkeiten, bis über 30 m p. Sek, wie sie im' Drachen
öfters vorkommen, keine Gelegenheit vorhanden ist.« i
Eine andere, rein graphische Methode der Höhenauswertung ist die
folgende:
Zunächst wird die Grundlinie des Barogramms in der Weise mit einem
spitzen Bleistift eingetragen, daß dabei der Temperaturkorrektion der Aneroiddose
 Rechnung getragen wird. Beim Meteorograph Marvin 42A z. B., bei dem
8° Abkühlung ein scheinbares Steigen des Barometerstandes um 1 mm bewirkt,
wird für ein Fallen der Temperatur um 10° die Grundlinie um !/; eines Intervalls
 aufwärts verschoben. Von dieser Grundlinie aus erfolgen die Messungen,
um die Temperaturkorrektion des Instruments braucht man sich daher bei
diesen nicht mehr zu kümmern, .
Zur Höhenbestimmung dient dann die Glasskala, deren Form man aus
dem Abdruck in diesen Annalen, Juni 1904, ersieht. Auf photographischen
Papierkopien von dieser Skala werden mittels Zirkels die gesuchten Höhen
zuerst provisorisch herausgegriffen, um die mittleren Temperaturen der .betreffenden
 Luftsäulen zu bestimmen, und darauf mit Hilfe dieser Temperaturen
definitiv. Hierbei hat man den wesentlichen Vorteil, daß man aus der einen
Tafel die für den unteren Luftdruck sowohl als für die Temperatur korrigierten
Höhen findet; um sie aber ohne weiteres zu gebrauchen, muß das Aneroid
genau nach der Tafel justiert sein, was nicht leicht zu erreichen und auch
nicht immer wünschenswert ist, da man unter Umständen eine größere oder
kleinere Skala vorzieht. Weicht seine Skala ab, so müssen seine Angaben
proportianal vergrößert oder verkleinert werden. Dies kann aber, da die Höhenlinien
 der Tafel Gerade sind, durch einfache Verlängerung derselben und
Ziehung einer neuen vertikalen Grundlinie in der richtigen Entfernung geschehen.
 Man führt dann, wenn man eine‘ bestimmte Höhe, z. B. 1000 m
sucht, die Reduktion für Barometerstand und Temperatur nach der Tafel aus
und geht dann längs der gefundenen Höhenlinie zur besagten Vertikalskala,
oder verfährt, wenn man die einer Stelle des Barogramms. entsprechende Höhe
wissen will, umgekehrt.
            
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