INK
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1906,
neuerdings das Ende der Splissung mit dem klebrigen sogenannten Isolier-
band, das sich dafür ganz geeignet erweist.
Genau ebenso ein Auge wird an dem Ende des anderen Drahtes an-
gebracht. Sodann werden beide Drahtstücke verbunden durch ein 30 cm langes
Verbindungsstück, das an jedem Ende ein ebensolches Auge erhält, welches
aber vor dem Schließen durch je eines der End-Augen durchgesteckt wird. Die
freien Enden an diesem Verbindungsstück werden hintereinander umgelegt, so
daß das Ganze aus doppelt gelegtem DrAht besteht, dessen Windungen deshalb
kurz sein können, damit das ganze Stück keine große Länge erhält,
Dieses Verbindungsstück gibt die Möglichkeit für eine sehr einfache
Ablösungsvorrichtung für die Hilfsdrachen bei übermäßigem Zuge. Dieselbe
besteht (Fig. 12) aus einem ähnlichen, jedoch kürzeren und aus dünnerem Drahte
angefertigten Stück, das an den beiden Enden starke Stahlhaken trägt (aus
2 mm dickem Stahlblech geschnitten). Werden diese Haken in die End-Augen
der beiden langen Drähte eingehakt, wie in Fig. 12 gezeigt ist, so wird das
feste Verbindungsstück m der Hauptleine lose, und hat der dünne Draht n
den ganzen Zug sowohl der oberhalb n befindlichen Drachen als der in den
Haken p einzuhakenden, zum Nebendrachen führenden Zweigleine aufzunehmen.
Übertrifft dieser Gesamtzug die Festigkeit des Drahtes n, so reißt dieser, der
Haken p mit der Zweigleine streift sich von ihm ab, und die Spannung in der
stärkeren Hauptleine verringert sich, ehe sie eine für diese gefahrdrohende
Höhe erreichen konnte.
Die Erfahrung hat indessen gezeigt, daß der beim Zerreißen des Sicher-
heitsdrahtes n entstehende Stoß, wenn er nicht aufgenommen und in eine lang-
same Dehnung verwandelt wird, beim Anspannen von m den Hauptdraht an
irgend einer Stelle zerreißt, so daß gleichzeitig der Nebendrache und der
Hauptdrache abfliegen. Dies geschieht, indem wir zwischen die beiden Haken,
außer dem Draht n, ein nur wenig längeres Stück einschalten, das in sich
entweder eine starke bzw. mehrfach geschlungene Gummischnur (o in Fig. 12)
oder ein Stück weiches Holz, in das dieser Draht einschneidet, oder auch
nur 1 oder 2 etwa 2 cm weite Ringe (Ösen), in denen der Draht mit 2 Win-
dungen um sich selbst geschlungen ist, enthält. Der Stoß wird dann zur
Dehnung der Gummischnur oder zum Spalten des Holzes oder zum Zuziehen
der Ringe verbraucht, und die Vorrichtung arbeitet tadellos, Sie hat uns
jedenfalls schon in zahlreichen Fällen vor dem Verlust von einer Menge
Draht bewahrt; das Wegfliegen eines Nebendrachens hat in einer Umgebung
wie die unsere in der Regel nur die Zahlung eines Finderlohns und zuweilen
den Zeitverlust des Abholens zur Folgel), während der abgerissene Draht
gewöhnlich durch Unverstand der Bevölkerung so verdorben wird, daß er
nicht mehr als Leine, sondern nur noch zum Drachenbau verwendet werden
kann und jeder Abreißer eine erhebliche Geldeinbuße und Zeitverlust für
Aufwickeln neuen Drahtes auf die Trommel, Herstellen von Splissungen usw.
zur Folge hat.
Die Stärke des Drahtes n muß so gewählt werden, daß seine Festigkeit
so weit hinter derjenigen des Hauptdrahts zurückbleibt, als der gewünschten
Sicherheit entspricht. Als das günstigste Verhältnis hat die Erfahrung er-
geben, wenn dieser Draht um 0.15 mm kleineren Durchmesser hat als der
unmittelbar darunter befindliche Teil des Hauptdrahtes.
Das Anhängen der Nebenleinen an diese Vorrichtung geschieht mittels
ebensolcher selbstgemachter Haken aus Stahldraht, wie sie auch zur Be-
festigung der Leinen (Drähte) an den Buchten der Drachen jetzt stets dienen,
Fig. 11 zeigt einen solchen, aus 13, mm starkem Stahldraht gebogenen Haken.
Diese Haken können einen Mann tragen, ohne zu biegen oder zu brechen, Beil
sind sie zusammengelötet. Als dies noch nicht geschah, bogen sie sich bei
starker Belastung in a auf. Das Aushaken der Sicherung nimmt beim Ein-
holen der Leine jeweils nur etwa 1 Minute in Anspruch,
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