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Annalen der Hydrographie und Maritiunen Meteorologie, Februar 1906,
Die größte Anzahl trüber Tage, an denen die Bewölkung im Mittel aus
den drei Beobachtungen größer als 8 war, hatte von den Normalbeobachtungs-
stationen diesen Monat Hamburg mit 25 aufzuweisen, dem sich Kiel mit 23,
Wustrow und Swinemünde mit 21 bzw, 20 anreihen, Hamburg, Swinemünde
und Wustrow hatten dabei nur einen heiteren Tag zu verzeichnen,
Reich war der Monat Dezember an Nebeltagen. Am 2, 3, 4, 5., 7., 3.
11., 12., 20., 21., 22., 28. herrschte Nebel fast überall an der ganzen deutschen
Küste, außerdem am 1., 14., 15., 25., 26. und 29. an der Nordsee und am 23.
an der Ostsee. Die meisten Nebeltage hatte an der Nordsee Norddeich (24),
an der Ostsee Schleimünde (16).
Gewitter wurden nirgends beobachtet.
Die monatlichen Niederschlagsmengen waren überall zu gering. Arkona
weist nur 5 mm auf. Die größte Niederschlagshöhe wurde in Hamburg
(49 mm) gemessen, doch auch hier noch etwa 15 bis 16° %, zu wenig.
Wetterlage. Die südöstliche Luftströmung, die am Schlusse des vorher-
gehenden Monats starken Temperaturfall mit sich brachte, hält in diesem
Monat noch bis zum 6. an, da das von Westen herannahende Tief dem im
Osten liegenden Hochdruckgebiet die Herrschaft noch nicht abgerungen hat.
Die Temperatur bleibt daher noch immer unter dem Normalwert und sinkt
am 4. und 5. ziemlich bedeutend unter den Nullpunkt. Mit dem Vorrücken
der Depression nach Nordosten, wodurch der Hochdruck nach Süden aus-
weicht, gehen die Winde zunächst nach Südwesten, vom 10. an nach Nord-
westen und bringen der Küste warme, feuchte Luft vom Meere her. Am 9.
ist im Südwesten Europas ein neues Hochdruckgebiet erschienen, das unter
der Einwirkung einer von Westen herandringenden neuen Depression, bis zum
13. an Höhe zunehmend, dann wieder abnehmend, ostwärts vorzurücken sucht.
Da die nordöstliche Depression nur sehr langsam fortschreitet, kommt es an
ler Grenze der beiden Gebiete zu stürmischen Luftbewegungen, die am 17.
an der ostdeutschen Küste zum Orkan anwachsen. — Erst am 19, ist das
Hochdruckgebiet so weit nach Osten gewandert, daß die Küste ganz in den
Einflußbereich der westlichen Depression kommt. Am 18. und 19. tritt daher
bei südöstlichen Winden ein Niedergang der Temperatur ein. Doch schon
am 20. geht die Temperatur wieder in die Höhe unter dem Einfluß der
Drehung der Winde nach Südwesten, da die Depression jetzt rasch nach
Osten fortschreitet. Gleichzeitig rückt ein neues Hochdruckgebiet von Süd-
westeuropa zuerst nach Nordosten, dann nach Osten vor, Bis zum 26. bleibt
der Norden Europas unter depressionalem Einfluß. — Am 27. dringt ein Tief
vom Kanal östlich ein und schreitet, während sich ein neues Hochdruckgebiet
über dem Norwegischen Meere bildet, quer durch Deutschland nach Rußland.
Bei meist östlichen, dann nordöstlichen Winden, die am 30, an der Ost-
deutschen Küste mit Sturmstärke wehen, geht die Temperatur beträchtlich
unter den Gefrierpunkt und erreicht am letzten Tage des Monats an den
meisten Stationen ihren tiefsten Stand. Am 31. liegt die Depression über
Innerrußland, während Deutschland von Hochdruck überlagert ist.
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