Die Witterung an der deutschen Küste im Dezember 1905.
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Mittl. Wind-
stärke(Beaufort)
95
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3.1
3,5
3.4
3.6
3.3
4.0
3.6
4.1
Der Monat Dezember zeichnete sich durch verhältnismäßig bedeutende
Trockenheit aus, Stellenweise wurde kaum ein Drittel der normalen Nieder-
schlagsmenge erreicht, Dabei war die Bewölkung meist etwas höher als im
langjährigen Durchschnitt. Auch das Temperaturmittel war höher als der
Normalwert., Der Mittelwert des Luftdrucks war bis 8 mm zu hoch, der Mittel-
wert der Windgeschwindigkeit dagegen etwas zu niedrig.
Steife und stürmische Winde traten über größeren Gebieten nur an der
Ostsee auf, und ‚zwar aus dem Nordwestquadranten am 13. an der ganzen
deutschen Ostseeküste, am 15., 16. an der mittleren und östlichen Ostseeküste
und am 17, nur an der ostdeutschen Küste, aus dem Nordostquadranten am
30. an der ganzen Ostsee, Am 15,, 16, 17. herrschte heftiger Sturm, bei dem
Schiewenhorst Stärke 11, Brüsterort sogar Stärke 12 meldete, An der Nordsee-
küste kamen nur ganz vereinzelt steife Winde vor.
Die Morgentemperaturen lagen vom 1. bis 6. unter dem Normalwert und
waren am 5, bis 6° zu niedrig. Vom 7. bis 17. waren die Morgentemperaturen
an der ganzen Küste zum Teil bedeutend zu hoch, am 19. zu niedrig, am 20.
fast normal, vom 21, bis 26. wieder zu hoch. Erst der Schluß des Monats
brachte wieder sehr niedrige Temperaturen, so daß der Monatsmittelwert über
dem Normalwert blieb.
Die höchste Tagestemperatur betrug an der deutschen Küste 9.6° in
Hamburg, war somit noch um 2° höher als die höchste Tagestemperatur des
vorhergehenden Monats. Die niedrigste Temperatur verzeichnete Memel: mit
—9.8°, dem sich Hamburg mit —9.5° anschließt. Die größte Schwankung
betrug demnach an der ganzen Küste 19.4°, Dieser Wert übersteigt den
größten Wert. der Schwankung am gleichen Ort nur um 0.3° (Hamburg 19.1°).
Die niedrigsten Temperaturen wurden meist am 30, und 31. erreicht, — Die
größte Anzahl von Frosttagen hatte, wie im November, Hamburg aufzuweisen
und zwar 19, dann folgten Wilhelmshaven mit 17 und Kiel und Neufahrwasser
mit 16, Die meisten Eistage (an denen auch das Maximum der Temperatur
unter den Gefrierpunkt liegt) hatte Memel mit 6, dann folgte Neufahrwasser
mit 5, während an der westdeutschen Küste nur 1 bis 2 zu verzeichnen waren.
Die aus der Anderung von Tag zu Tag für die drei Beobachtungs-
termine ohne Rücksicht auf die Vorzeichen der Änderungen als arithmetisches
Mittel berechneten Werte der interdiurnen Veränderlichkeit der Temperatur
{1. T. V.) schwankten mit ihren größten Beträgen zwischen 2,5° (Wilhelmshaven,
Hamburg, Memel) und 1.6° (Wustrow), während die kleinsten zwischen 2.1°
(Wilhelmshaven) und 1.4° (Keitum, Wustrow) liegen. Der größte der je drei
Werte am Tage fiel meist auf den Morgentermin,
Heitere Tage, an denen die Bewölkung im arithmetischen Mittel aus
den dreimal täglichen Beobachtungen nach der Skala 0 bis 10 kleiner als 2
war, waren über größeren Gebieten der 10., 17., 18. an der ganzen Küste, der
31. an der Nordsee.