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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

36 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1906. 
gedrängt wurde. Es war das ein interessantes typisches Beispiel von Strahlungs- 
kälte, das trotz seiner kleineren Dimensionen lebhaft an das großartige vom 
Dezember 1879 erinnerte: auch damals zog ein barometrisches Minimum (am 
4. bis 5. Dez.) durch Mitteleuropa, das eine Schneedecke über das Land breitete, 
worauf klares Wetter mit hohem Luftdruck eintrat, bei welchem das außer- 
ordentlich große Ausstrahlungsvermögen frischen Schnees ganz ungewöhnlich 
niedrige Temperaturen in der untersten Luftschicht hervorbrachte. Die Luft- 
zufuhr aus kälteren Gegenden hat in beiden Fällen nur beim Beginn der Er- 
scheinung begünstigend mitgewirkt. Da bei der Frage der Schmelzung oder 
des Liegenbleibens einer bei einem Sturm gewöhnlich mit Lufttemperatur über 
Null entstandenen Schneedecke Unterschiede von wenigen Stunden Zeit und 
wenigen Graden Temperatur entscheidend sein können, die einmal eingetretene 
Lage aber unter Umständen eine große Erhaltungstendenz zeigt, so werden 
durch solche Erscheinungen die Hoffnungen auf eine Vorausbestimmung des. 
Witterungscharakters auf lange Zeit voraus, insbesondere auf die Entdeckung 
einer Periodizität der strengen Winter, wie sie neuerdings wieder verstärkt 
hervortreten, leider recht herabgestimmt. . 
Bei so großen Gradienten machen sich die kleinen Unsicherheiten in 
der Korrektion ‚und Behandlung der Barometer, die sonst das Zeichnen der 
Isobaren erschweren, kaum bemerkbar. 
Auch der Unterschied zwischen den Stationen der Azoren und Madeira 
einerseits und den deutschen Schiffsbeobachtungen andrerseits, der auch nach 
der Reduktion der letzteren auf die Schwere im 45. Parallel sie etwa 1 mm 
höher sein läßt, als die der benachbarten Inselstationen, ist in diesem Zeit- 
raum viel weniger bemerkbar, als bei gleichförmiger verteiltem Luftdruck. 
Eine Vergleichung der Barometer dieser Inselstationen mit dem Normal- 
barometer der Deutschen Seewarte, sei es direkt, sei es durch Vermittelung 
von Schiffen, erscheint im Interesse der synoptischen Karten, sowohl dieser 
vorläufigen im Dekadenbericht, als der später im Verein mit dem Kopenhagener 
Institut herausgegebenen größeren sehr wünschenswert. W. Köppen. 
2, Gefahrsignale für Fischer an der Westküste Jütlands.!) Um die 
auf See befindlichen Fischer zu warnen, wenn Seegang aufkommt, und um 
ihnen anzugeben, wo am besten gelandet werden kann, sind vom Dänischen 
Fischereiverein an der Westküste Jütlands eine Reihe von Warnungsstationen 
errichtet worden. Jede Station ist mit einem 11.6 m hohen Signalmast ver- 
sehen, an dem sich eine kleine Rahe 7.5 m über dem Erdboden befindet. Die 
Warnungssignale werden tags durch Bälle, nachts durch weiße Laternen in 
folgender Weise gegeben: 
Signal 1, ein Ball im Topp vorgehißt, bedeutet: »Seegang nimmt zu, 
doch ist das Landen noch möglich«. Bei unsichtigem Wetter werden gleich- 
zeitig tags Kanonenschüsse, nachts Raketen abgefeuert. 
Signal 2 und 3, ein Ball im Topp vorgehißt und ein anderer an der 
linken (Signal 2) oder an der rechten (Signal 3) Rahnock, von See aus gesehen, 
bedeutet: »Gefahr, versuche an der Küste zu landen in der Richtung vom 
Hafen, die der an der Rahnock gehißte Ball vom Signalmast hat.« 
Signal 4, ein Ball im Topp, ein Ball an jeder Rahnock zeigt an, daß. 
das Rettungsboot abzuwarten ist. 
Bei Nacht werden an Stelle der Bälle die weißen Laternen benutzt. 
Bei Nebel werden außerdem vom Strande die Signale in folgender Weise 
ein Nebelhorn gegeben: 
Signal 1 — 3 lange Töne. 
Signal: 2 = 1 kurzer und 1 langer Ton. 
Signal 3 — 1 langer und 1 kurzer Ton. 
Signal 4 1 langer, 2 kurze und 1 langer Ton. 
- Forteonelse over Fyr og Taagesignal-Stationer i Kongeriget Danmark med Bilande 1906.
	        
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