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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Neuere Veröffentlichungen. 
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yewöhnlichen Rechenschemas die ersten beiden Funktionen (Sekanten) aus der ersten Tafel, die 
beiden letzten Funktionen (Sinus) aus der zweiten Tafel zu entnehmen gehabt, um dann mit der 
Summe der vier Logarithmen aus der dritten Tafel das Resultat zu entnehmen. Diese Tafeln 
wären nicht nur einfacher und übersichtlicher gewesen, sondern hätten auch zehn bis fünfzehn Seiten 
weniger Raum eingenommen. ; 
Wollte man die Funktionen nicht trennen, so hätte man‘: sie auch nebeneinander stellen 
können, am besten wieder in der Reihenfolge: Sekante, Sinus, Semiversus, Man hätte dann 
natürlich den unteren Eingang fallen lassen und den oberen bis 90° durchführen müssen. Auch in 
dieser Form wäre die Tafel zur Berechnung der beiden in Frage kommenden Aufgaben recht 
bequem gewesen, indem die erste Spalte die beiden ersten Logarithmen, die zweite Spalte die beiden 
Jjetzten Logarithmen und die dritte Spalte das Resultat ergeben hätte, Einfachheit der Rechen- 
tätigkeit ist aber bei dem Mangel mathematischen Verständnisses in den hier in Betracht kommenden 
Kreisen vor allen Dingen anzustreben. 
Die Tafeln 16 bis 20 enthalten . kleine Tafeln von untergeordneter Bedeutung, dagegen ist 
Tafel 21 wieder von großer Wichtigkeit. Es ist eine volle Azimuttafel für alle in Betracht 
kommenden Breiten, nämlich von 48° bis 72°. Die Anordnung und der Umfang dieser Tafel sind 
dieselben wie in der bekannten Tafel von Ebsen. Sie unterscheidet sich von dieser nur dadurch, 
daß das Azimut auf volle Grade angegeben ‚ist, wodurch sie im Gebrauche viel bequemer wird. 
Daß eine Genauigkeit auf ganze Grade vollständig genügt, wird wohl von keiner Seite bezweifelt 
werden. Die Haupt-Azimuttafel enthält die Azimute aller Gestirne, deren Abweichung kleiner als 30°; 
drei angehängte kleine Tafeln enthalten außerdem die Azimute der Fixsterne; Capella, Wega und 
Deneb, die als die hellsten Zirkumpolarsterne für die Navigation in den nördlichen Meeren haupt- 
sächlich in Frage kommen. 
Die Tafeln füllen tatsächlich eine Lücke in unserer nautischen Literatur aus. 
Fulst. 
Zeevaartkundige Tafelen vor Circum-Meridiaan-Waarnemingen met toe- 
passing op de Plaatsbepaling door Hoogtelijnen, (Breedte 0°—75°, decli- 
natie 0°—78°, uurhoek 0%—2%“ azimuth 0°—36°) door P. Bossen, leraar 
aan de Kweekschool voor de zeevaart te Amsterdam, en D. Mars, leraar 
bij het middelbaar onderwijs te Amsterdam, 8°. VIII u. 136 S., P. Noord- 
hoff, Groningen 1904. 
Wer in den letzten Jahren die holländische nautische Literatur, besonders die Publikationen 
in nautischen Zeitschriften, verfolgt hat, dem wird es nicht entgangen sein, daß darin die Neben- 
meridianbreite eine ganz hervorragende Rolle gespielt hat. Es mag das umsomehr überraschen; 
als dieselbe Aufgabe, von verschiedenen deutschen Autoren als selbständige Aufgabe vollständig 
verworfen worden ist. Dieser Gegensatz in der Auffassung ist außerordentlich interessant, um so 
interessanter, als bei beiden Parteien die Standlinien den Ausgangspunkt der Deduktionen bildeten. 
Als vor einigen Jahren in den nautischen Kreisen Deutschlands die Begeisterung für die 
Höhenmethode ihren Höhenpunkt erreicht hatte, ging man teilweise so weit, die Höhenmethode zur 
Universalmethode der nautischen Astronomie zu erheben; die Gemäßigteren erkannten der Neben- 
meridianbreite keine Existenzberechtigung mehr zu, die Radikalen wollten selbst für die Chrono- 
meterlänge keine besondere Formel mehr gelten lassen. Allgemeiner Zustimmung hat sich bisher 
keine dieser Anschauungen zu erfreuen gehabt; das beklagenswerte Resultat dieser Strömungen ist 
nur eine größere Ungleichförmigkeit in den Methoden mehrerer Schiffsoffiziere. 
In Holland hat, wie auch in England, die Höhenmethode wenig Anhänger gefunden. Hier 
pehielt man die Vorliebe für die alten Methoden bei und suchte sie den neuen Hilfsmitteln der 
Nautik anzupassen. So sind zur Bestimmung der Standlinien in diesen beiden Ländern fast aus- 
schließlich die Längen- und Breitenmethode im Gebrauch. In England. tritt sogar die Breiten- 
methode sehr in den Hintergrund, seitdem dort das Pagelsche Verfahren durch A. C. Johnson 
bekannt geworden ist. In Holland hat man eingesehen, daß die Breitenmethode (gewijzigde Sumner) 
eine notwendige Ergänzung der Längenmethode (Sumner) ist, und hat sich daher genötigt gesehen, 
zu untersuchen, wie sich die alten Methoden der Nebenmeridianbreiten den Anforderungen der Stand- 
linjen anpassen, 
Diese. Untersuchungen wurden in erster Linie von dem Mitherausgeber des oben an- 
gekündigten Werkes, des Herrn D. Mars, geführt, der den Nachweis führte, daß der Gültigkeits- 
bereich der gewöhnlichen Nebenmeridianbreiten-Methoden viel größer ist, als gewöhnlich angegeben, 
falls es sich um die Aufgabe handelt, eine Standlinie damit zu berechnen, weil ja in diesem Falle 
ein Fehler im Stundenwinkel (infolge fehlerhafter Länge) ohne Bedeutung ist. 
Die Standartmethode zur Berechnung der Breite aus einer Nebenmeridianhöhe in Holland 
ist die Berechnung mittels der Kulminationssekunden. Die hierzu nötigen Tafeln. sind aber alle 
auf den früher angenommenen Gültigkeitsbereich zugeschnitten, so daß praktisch eine Nehenmeridian- 
Breitenbestimmung über die alten Grenzen hinaus unmöglich war. . ; 
Die vorliegende Tafel von Bossen und Mars will diesem Übelstande abhelfen, ohne die 
Methode selbst zu ändern. Die eigentliche Nebenmeridianbreiten-Tafel ist nichts anderes als eine 
Tafel der Kulminationssekunden nebst den zugehörigen Hilfstafeln. Wegen der Erweiterung der 
Grenzen und um eine Interpolation unnötig zu machen, ist die Tafel aber wesentlich von den 
gebräuchlichen Tafeln verschieden. 
Der Ausdruck für die Kulminationssekunden ist 
1,9635” 
CC ED mm EG 
tangy 9 — tang d
	        
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