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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1905. 
Wenn auch alle bisher angeführten Gründe die Kenntnis der Mißweisung 
vor Kolumbus wahrscheinlich machen, so steht doch der eigentliche Beweis 
noch aus. Ihn zu erbringen, ist dem Verfasser nach Drucklegung der Arbeit 
gelungen. Im Nachtrag berichtet er über die Auffindung mehrerer Sonnen- 
kompasse z. T, aus der Mitte des 15, Jahrhunderts, insbesondere eines Inns- 
brucker Exemplares aus dem Jahre 1451, von dem eine schöne Abbildung ge- 
geben wird. 
Auf allen diesen Kompassen ist die Mißweisung durch eine 
eingravierte Marke angegeben, und damit ist der alte Streit über 
die Kenntnis der Mißweisung vor Kolumbus endgültig entschieden. 
Durchaus ist dem Verfasser beizustimmen wenn er sagt: »Man kann 
eigentlich überhaupt kaum von einer ‚Entdeckung‘ der Abweichung reden, 
sondern nur von einer ‚ersten Beachtung‘ derselben, Man ist nur ganz 
allmählich dazu gekommen, der Abweichung der Nadel eine größere Bedeutung 
beizulegen.« In der Geschichte der Deviation des Kompasses würde sich 
hierzu eine genaue Parallele ziehen lassen! 
Zum Schluß sei noch auf das letzte Kapitel der Wolkenhauerschen 
Arbeit hingewiesen, indem an einigen instruktiven Beispielen erläutert wird, 
welchem Einfluß vielfach die Nichtbeachtung der Mißweisung auf die Orien- 
tierung und auf die Stellung der Breitenskalen der Seekarten gehabt hat. 
Auf Grund mehrerer angehängter Karten wird insbesondere gezeigt, welche 
Verwirrung in den Karten und damit in der Navigation enstehen mußte, als 
lie Seefahrer anfingen, mit den für die Mißweisung ihrer Heimat »ver- 
besserten« Kompassen ferne Länder aufzusuchen, 
Dr. H. Meldau. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Nautische Tafeln für die Nord- und Ostsee und den Englischen Kanal 
nebst Azimut-Tabellen von E. Matthies, Navigationslehrer in Altona, 
Dritte Ausgabe. 8% XII u. 265 S. Emden und Borkum. Verlag von 
W. Haynel. 1905. 
Durch die Vermehrung, die die Anforderungen an die Hochseefischer durch die neuen 
Prüfungsvorschriften erfahren haben, ist eine bedeutende Erweiterung dieser in den Kreisen der 
Schiffer auf kleiner Fahrt wohlbekannten nautischen Tafelsammlung notwendig geworden. Die 
beteiligten Kreise werden dem Herrn Verfasser dankbar sein, daß er ihnen so schnell ein auf ihre 
Verhältnisse zugeschnittenes Tafelwerk zur Verfügung stellt, das ihnen wenigstens zum Teil ein alter 
Bekannter ist. 
Die ersten 13 Tafeln sind nur ein unveränderter Abdruck der früheren Auflage, die be- 
kanntlich nur zur Auflösung der Aufgaben der terrestrischen Navigation sowie der Meridianbreite 
diente, Die Tafeln 14 bis 21 sind neu; sie enthalten alles, was zur Bestimmung des Stundenwinkels 
ıder Länge) und des Azimutes erforderlich ist. 
Die Tafeln 14 und 15 enthalten die Logarithmen der trigonometrischen Funktionen mit 
Ausnahme der Tangente und der Kotangente, die bei den in Frage kommenden Aufgaben uicht 
gebraucht werden. Die übrigen Funktionen sind angeordnet wie in der Tafelsammlung von Herrn 
Dr. Bolte, nur fehlt die Überschrift in der Kosekantenspalte, so daß sowohl beim Eingang von oben. 
wie beim Eingang von unten zwei Spalten ohne Überschrift sind. 
Offenbar hat sich der Herr Verfasser bei der Wahl dieser Anordnung von dem im all- 
gemeinen gewiß richtigen Gedanken leiten lassen, die Tafel in der Form möglichst an eine der be- 
kannten Tafeln anzulehnen. Ob indessen dieser Wunsch im vorliegenden Falle berechtigt war, mag 
dahingestellt bleiben. Hier, wo es sich um eine Tafel handelt, die eigentlich nur zur Lösung einer 
einzigen Formel verwandt werden soll, hier wäre meines Erachtens eine_besondere Tabulierung am 
Platze gewesen, bei der das Hauptaugenmerk auf die Einfachheit und Übersichtlichkeit der Tafeln 
liegen mußte. 
Wie die Tangente und die Kotangente, so war auch der Kosinus zu entbehren. Die Tafeln 
würden ohne diese Funktion dasselbe leisten wie in ihrer jetzigen Gestalt, da sich ja auch das 
Höhenazimut — sogar bequemer — mittels des Semiversus berechnen läßt, wobei, wie bei der Be- 
rechnung des Stundenwinkels, nur die Sekante und der Sinus gebraucht werden. 
Nach meinem Dafürhalten wäre es in diesem Falle das Bequemste gewesen, die drei Funktionen 
Sekante, Sinus und Semiversus jede für sich zu tabulieren. Der Rechner hätte dann stets — sowohl 
öei der Berechnung des Stundenwinkels wie des Höhenazimutes -— bei Zugrundelegung des
	        
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